Wien (OTS) – Mit der Urlaubssaison rücken auch die Vorschriften zur
Einfuhr von
Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen aus Nicht-EU-Ländern verstärkt in
den Fokus. Am Flughafen Wien/Schwechat werden jährlich über 32
Millionen Reisende abgefertigt und vom Zoll mehr als 5.000 Kontrollen
im Reiseverkehr vorgenommen. Der Zoll beschlagnahmte seit
Jahresanfang 2026 rund 3 Tonnen Obst, Gemüse, Schnittblumen und
lebende Pflanzen, für die die erforderlichen
Pflanzengesundheitszeugnisse fehlten. Bundesminister Norbert
Totschnig, Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl,
Flughafenvorstand Günther Ofner und AGES Geschäftsführer Johannes
Pleiner-Duxneuner und Anton Reinl informierten im Rahmen der EU-
weiten Kampagne #PlantHealth4Life über Risiken für die
Pflanzengesundheit und die Bedeutung vorbeugender Maßnahmen.
Zum Start der Urlaubssaison betonten sie beim Lokalaugenschein am
Flughafen beim „Roten Ausgang“ für anmeldepflichtige Waren im
Ankunftsbereichdie Bedeutung von Information, Prävention und
Kontrollen zum Schutz von Pflanzengesundheit und heimischer
Landwirtschaft.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Mit der steigenden Reisetätigkeit
in der Ferienzeit wächst auch unsere Verantwortung, Natur und
Artenvielfalt zu schützen. Was als gut gemeintes Urlaubssouvenir
gedacht ist, kann gefährliche Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten
einschleppen und damit unsere Ökosysteme, die Landwirtschaft und
heimische Lebensräume gefährden. Die Einfuhrbestimmungen sowie die
Kontrollen durch Pflanzenschutzdienst und Zoll sind daher ein
wichtiger Beitrag zum Schutz unserer biologischen Vielfalt und
unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“
Manche Mitbringsel dürfen aber auch aus Artenschutzgründen nicht oder
nur mit Genehmigung eingeführt werden und unterliegen den CITES-
Auflagen. CITES regelt den Handel mit geschützten Tier- und
Pflanzenarten. „Auch wenn Tiere oder Pflanzen bereits tot und zu
Souvenirs verarbeitet sind, trägt man zum Rückgang dieser Art bei.
Deshalb gilt, im Zweifel lieber ein Foto als eine Pflanze oder gar
ein Tier mit nach Hause bringen – schöne Erinnerungen sind das beste
Souvenir“, ergänzt Totschnig .
Vielen Reisenden ist nicht bewusst, dass auch für Pflanzen, Obst,
Gemüse, Samen oder Schnittblumen aus Nicht-EU-Ländern strenge
Einfuhrbestimmungen gelten.
„Unsere Zöllnerinnen und Zöllner leisten täglich einen wichtigen
Beitrag zum Schutz von Umwelt und Gesundheit. Fast 500 Beanstandungen
bei Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen am Flughafen Wien im ersten
Halbjahr zeigen, wie wichtig diese Kontrollen sind, um die
Einschleppung von Schadorganismen zu verhindern. Ich appelliere an
alle Reisenden, sich über die entsprechenden Bestimmungen vorab zu
informieren und danke unseren Zöllnerinnen und Zöllnern für ihren
unermüdlichen Einsatz“ , betonte Barbara Eibinger-Miedl,
Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen (BMF). Für nahezu
alle Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse ist bei der Einreise in die EU
ein Pflanzengesundheitszeugnis erforderlich, bestimmte Pflanzen und
Pflanzenteile dürfen überhaupt nicht eingeführt werden.
Die Kontrollen erfolgen durch Inspektorinnen und Inspektoren des
Amtlichen Pflanzenschutzdienstes bei der Erstankunft in die EU, in
Österreich an den Flughäfen Wien, Graz und Linz. Johannes Pleiner-
Duxneuner , Geschäftsführer der AGES und Leiter des Bundesamtes für
Ernährungssicherheit (BAES) , sieht die Pflanzengesundheit als
wesentlichen Bestandteil des One Health-Ansatzes. „Gesunde Pflanzen
sind die Grundlage für funktionierende Ökosysteme, die Biodiversität
und eine sichere Lebensmittelversorgung. Prävention und
Bewusstseinsbildung sind daher zentrale Instrumente, um Risiken für
die Pflanzengesundheit frühzeitig zu minimieren.“ Allein im ersten
Halbjahr 2026 wurden 486 Beanstandungen bei der Pflanzen-Einfuhr
registriert. Besonders häufig wurden heuer Mangos und Zitrusfrüchte
mitgenommen. Regelmäßig aufgegriffen wurden Melanzani, Gurken und
Äpfel.
Neben Pflanzen geht es bei der Einreise auch um die Kontrolle von
Lebensmitteln und lebenden Tieren. Hier sind die Grenztierärztinnen
und Grenztierärzte des Bundesamtes für Verbrauchergesundheit (BAVG)
gefragt. „ Für die Lebensmittelsicherheit in Österreich und den
Schutz vor übertragbaren Tierkrankheiten ist eine enge und gut
koordinierte Zusammenarbeit, zwischen dem Zoll und dem BAVG von
zentraler Bedeutung“, so AGES-Geschäftsführer und BAVG-Direktor Anton
Reinl . Bei Tieren und tierischen Produkten wurden 839 Aufgriffe
verzeichnet. Insgesamt wurden knapp 9,5 Tonnen Fleisch, Fisch, Milch.
Eier und Honig beschlagnahmt.
Am Flughafen Wien werden täglich werden rund 50.000 Koffer und 13.000
Pakete transportiert und kontrolliert. „ Niemand wünscht sich, dass
eine tolle Urlaubsreise mit einem Zollproblem endet, deshalb sollten
sich Reisende rechtzeitig über die geltenden Einfuhrbestimmungen
informieren, denn Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.
Zollkontrollen sind am Standort Wien sehr effektiv: Mit rund 50.000
Koffern und 13.000 Paketen täglich ist die Aufgriffs-Quote sehr
bedeutend und trotzdem verläuft der Passagierprozess ungestört. Wir
bedanken uns auch im Namen von 32 Millionen Passagieren bei den
Verantwortlichen der Zollbehörde für die sehr gute und
vertrauensvolle Zusammenarbeit“ , betonte Günther Ofner, Vorstand der
Flughafen Wien AG.
Zoll-Dienststellenleiterin Anita Csenar empfiehlt Reisenden daher,
sich vorab über Einfuhrbestimmungen zu informieren. „Wer sich
rechtzeitig informiert, erspart sich unangenehme Überraschungen bei
der Einreise. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie etwas mitnehmen
dürfen, tun Sie es zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht.“
Eine Übersicht der geltenden Bestimmungen Einfuhrbestimmungen für
Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse aus Nicht-EU-Ländern finden Sie auf
den Webseiten des Zoll Österreich und des Flughafen Wien sowie beim
Amtlichen Pflanzenschutzdienst und dem Bundesamt BAVG .
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