Greenpeace fordert zum Start des ISA-Meetings ein endgültiges Aus für den Tiefsee-Bergbau

Wien/Kingston (OTS) – Heute starten in Kingston, Jamaika neue
Verhandlungen der
internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) zum Tiefseebergbau. Die
Mitgliedsstaaten verhandeln, ob Anträgen auf kommerziellen Abbau
stattgegeben wird oder ob sich die Staatengemeinschaft auf ein
verbindliches Moratorium einigt. Greenpeace fordert von der
Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) und Staaten weltweit, die
Profitinteressen der Bergbaukonzerne zu unterbinden. Deshalb fordert
die Umweltschutzorganisation ein verbindliches Moratorium zum Schutz
der Tiefsee.

Ursula Bittner, Artenschutz-Expertin: “ Die Tiefsee ist einer der
letzten unberührten Lebensräume unseres Planeten. Doch anstatt den
großteils noch unerforschten Meeresboden zu schützen, wollen Konzerne
durch Raubbau riesige Profite scheffeln. Mit dieser Profitgier
riskieren sie unumkehrbare Schäden an unserem gesamten Ökosystem.
Durch Lärm, Lichtverschmutzung und Schadstoffwolken würde nicht nur
der Meeresgrund durcheinander gebracht. Faszinierende Arten, wie
Dumbo-Oktopusse, Tiefseekorallen und seltene Kraken würden dieser
skrupellosen Zerstörungswut schutzlos zum Opfer fallen.”

Im Vorfeld der Verhandlungen versuchte insbesondere die kanadische
“The Metals Company”, mithilfe juristischer Einschüchterungsversuche
internationale Abkommen auszuhebeln und so ihre Abbaupläne in der
Tiefsee voranzutreiben. Um sich der Aufsicht der ISA zu entziehen,
klagte der Konzern vor dem Internationalen Seegerichtshof (ITLOS)
gegen die Aufsichtsbehörde. Dadurch versucht der Bergbaukonzern, eine
Untersuchung gegen sich wegen potenzieller Vertragsverletzungen zu
blockieren.

Durch Tiefseebergbau sollen Metalle und seltene Erden gewonnen
werden, die etwa in der Elektronikindustrie und Elektromobilität
verwendet werden. Für Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfide
(metallreiche Schwefelverbindungen) würden panzergroße Maschinen zum
Einsatz kommen und den Meeresgrund verschiedener Tiefsee-Ökosysteme
zerstören. Studien zeigen, dass sich der Meeresboden selbst nach 40
Jahren nicht von Test-Bergbauaktivitäten erholt. Zum Vergleich: Eine
Mangankruste benötigt rund 100 Millionen Jahre, um nur wenige
Millimeter zu wachsen.

Bereits 43 Staaten weltweit, darunter auch Österreich, sprechen sich
für ein Moratorium oder ein komplettes Aus des Tiefseebergbaus aus.
Greenpeace fordert die österreichische Bundesregierung auf, sich bei
den Verhandlungen in Kingston weiterhin klar gegen die Ausbeutung der
Meere und für den Schutz der Tiefsee zu positionieren.

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