Wien (OTS) – Im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und
Infrastruktur fand
heute der erste österreichische EASA-Industriegipfel statt. Erstmals
kamen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der European Union
Aviation Safety Agency (EASA), der österreichischen
Luftfahrtindustrie – darunter prominente Unternehmen wie Austrian
Airlines, FACC, Frequentis und der Flughafen Wien – sowie der
österreichischen Zivilluftfahrtbehörden (OZB und Austro Control) an
einem Tisch zusammen. Im Rahmen des Gipfels bekennen sich namhafte
Akteure der Branche, die künftige Zusammenarbeit zwischen
Luftfahrtbehörden und Industrie auf eine neue, strukturierte Basis zu
stellen.
„Die Zukunft der europäischen Luftfahrt können wir nur gemeinsam
gestalten. Deshalb verstehen wir uns als verlässlicher Partner –
sowohl gegenüber der EASA als auch der heimischen Industrie. Es geht
darum, Brücken zu bauen: zwischen Behörden und Unternehmen, zwischen
Sicherheit und Innovation, zwischen europäischem Anspruch und
österreichischer Stärke. Gute Regulierung entsteht dort, wo einander
zugehört wird, wo Herausforderungen frühzeitig erkannt und Lösungen
gemeinsam entwickelt werden. Genau diesen Rahmen schaffen wir mit dem
heutigen Gipfel“, betont Bundesminister Peter Hanke.
Sicherheit und Fortschritt muss gemeinsam gedacht werden
Der Gipfel steht im Zeichen eines Grundsatzes: Fortschritt darf
nicht auf Kosten der Sicherheit gehen – und Sicherheit darf
Innovation nicht ausbremsen. Ziel des intensivierten Austauschs
zwischen Regulierungsbehörden und Industrie ist es, Genehmigungs- und
Zertifizierungsverfahren einfacher, schneller und zugleich
verlässlich zu gestalten, damit neue Technologien rasch und sicher in
die praktische Anwendung kommen.
Österreich engagiert sich in diesem Zusammenhang aktiv im EASA
Simplification Board, um Regulierung dort zu vereinfachen, wo sie
keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn bringt, ohne dabei von den
hohen europäischen Sicherheitsstandards abzurücken. Ergänzend rückt
mit dem neuen Regelwerk für Informationssicherheit (Part-IS) die
Stärkung der Cyber-Resilienz der Luftfahrt und damit auch die
digitale Souveränität des Standorts in den Fokus.
Auftakt für strukturierten, langfristigen Dialog
Mit diesem Treffen bekennen sich Luftfahrtbehörden und
Stakeholder der Branche zu einem regelmäßigen, strukturierten
Austausch. Im Zentrum stehen unter anderem:
–
die Weiterentwicklung und Umsetzung der österreichischen
Luftfahrtstrategie mit Schwerpunkt Sicherheit, Resilienz,
Nachhaltigkeit, Soziales, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit,
–
der Austausch zu nachhaltigen Flugkraftstoffen (Sustainable
Aviation Fuels, SAF), unter anderem im Rahmen internationaler
Initiativen wie ACT-SAF,
–
kluge und vereinfachte Regulierung, um Innovation schneller auf
den Markt zu bringen,
–
die Prüfung regulatorischer Innovationsräume, etwa durch
sogenannte Regulatory Sandboxes für die sichere Erprobung neuer
Technologien,
–
der wissenschaftliche und technische Austausch zu Nicht-CO₂-
Effekten der Luftfahrt
–
sowie der Wissenstransfer zwischen Industrie, Regulierung und
Praxis.
Der österreichische EASA-Industriegipfel soll kein einmaliges
Ereignis bleiben, sondern markiert den Auftakt eines offenen,
vertrauensvollen und dauerhaften Dialogs zwischen Behörden und
Industrie.