Genf (OTS) – Staatssekretär Alexander Pröll, der in Genf in
Vertretung des
Bundeskanzlers an der internationalen KI-Konferenz „UN Global
Dialogue on AI Governance“ teilnimmt, hat die Warnung von UNO-
Generalsekretär António Guterres vor den Gefahren Künstlicher
Intelligenz aufgegriffen und sich für ein internationales Regelwerk
zur Nutzung von KI ausgesprochen. Pröll betonte dabei insbesondere
die Notwendigkeit, den Schutz von Kindern im Umgang mit KI-Systemen
auf internationaler Ebene zu verankern.
Erster wissenschaftlicher UN-Bericht zu KI
Grundlage des Genfer Dialogs ist die Premiere des Berichts des
unabhängigen internationalen Wissenschaftsgremiums für KI, der von
Fachleuten aus allen fünf UN-Regionen erstellt wurde. Der Bericht
liefert eine erste evidenzbasierte Bestandsaufnahme der Chancen,
Risiken und Auswirkungen von KI entlang von sieben Themenfeldern.
Seine zentrale Warnung ist, dass die bestehenden Schutzmechanismen
mit dem rasanten Tempo der KI-Entwicklung nicht Schritt halten können
und die Künstliche Intelligenz weltweit nicht fair verteilt ist.
„ Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft
tiefgreifend. Genau deshalb braucht es jetzt einen verbindlichen
internationalen Rahmen. Wenn wir warten bis alle Auswirkungen des
Berichts restlos belegt sind, ist es für ein wirksames Handeln
womöglich zu spät. KI kennt keine Grenzen, also brauchen die Regeln
dafür eine globale Antwort “, so Digitalisierungsstaatssekretär
Pröll.
Österreich unterstützt Koalition für Kinderrechte im KI-Zeitalter
Österreich unterfertigte gemeinsam mit 16 weiteren Staaten sowie
6 internationalen Organisationen die von Frankreich und Spanien
initiierte Coalition for Children’s Rights and Protection in the Age
of Artificial Intelligence . Die Initiative bündelt Staaten, die sich
zu gemeinsamen Grundsätzen für den Schutz von Kindern im Umgang mit
KI-Systemen bekennen – von kindgerechter Systemgestaltung über den
Schutz vor Manipulation, Deepfakes und schädlichen Inhalten bis hin
zu klaren Verantwortlichkeiten für Anbieter von KI-Anwendungen. Damit
reiht sich die Koalition in die wachsende Zahl internationaler
Initiativen ein, die Kinderrechte im digitalen Raum völkerrechtlich
verankern wollen. Für Österreich ist die Unterzeichnung ein logischer
nächster Schritt: National wurde mit dem Social-Media-Verbot für
unter 14-Jährige bereits vorgelegt, mit dem Beitritt zur Koalition
wird dieses Engagement nun auf internationaler Ebene fortgesetzt und
mit gleichgesinnten Staaten gebündelt.
„Jedes Kind hat das Recht, in einer sicheren digitalen Umgebung
aufzuwachsen, zu lernen und sich frei entfalten zu können – ohne
Angst vor Missbrauch oder Ausbeutung. Genau dafür steht diese
Koalition: Sie bringt Staaten, die Vereinten Nationen, die
Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen zusammen, um Kinderschutz
zu einem festen Bestandteil globaler KI-Governance zu machen.
Österreich unterstützt diesen Weg mit voller Überzeugung . Bereits
mit dem Mindestalter für soziale Medien für junge Menschen hat
Österreich Verantwortung übernommen und den Schutz von Kindern im
digitalen Raum gestärkt. Dieser Weg ist kein Ausdruck von
Technikfeindlichkeit, sondern beruht auf der Überzeugung, dass Kinder
geschützt werden müssen, bevor Algorithmen ihr Denken und Verhalten
prägen. An diesem Grundsatz halten wir konsequent fest: Der Schutz
von Kindern darf nicht allein den Kräften des Marktes überlassen
werden “, so der Digitalisierungsstaatssekretär bei der Konferenz.
Austausch mit den „Elders“ Mary Robinson und Helen Clark
Am Rande der Konferenz traf Pröll auch mit Mary Robinson und
Helen Clark zusammen, die sich als Mitglieder der „Elders“ gemeinsam
zur globalen KI-Strategie austauschten. Robinson war die erste Frau
im Amt der Präsidentin Irlands und amtierte anschließend als UNO-
Hochkommissarin für Menschenrechte. Clark war von 1999 bis 2008
Premierministerin Neuseelands und die erste Frau, die in einer Wahl
in dieses Amt gewählt wurde; später leitete sie das UNO-
Entwicklungsprogramm (UNDP). Im Gespräch ging es um die Frage, wie
internationale Standards für den verantwortungsvollen Einsatz von KI
global durchgesetzt werden können.
Bilaterales Gespräch mit irischer KI-Ministerin Niamh Smyth
Darüber hinaus führte Pröll ein bilaterales Gespräch mit Niamh
Smyth, irische Ministerin of State für Handelsförderung, Künstliche
Intelligenz und digitale Transformation. Im Mittelpunkt stand das
auch auf europäischer Ebene geplante Social-Media-Verbot für
Jugendliche; beide Seiten stimmten sich über das weitere gemeinsame
Vorgehen beim Kinderschutz im digitalen Raum ab. Besondere Bedeutung
erhält der Austausch dadurch, dass Irland seit 1. Juli 2026 die
Ratspräsidentschaft der Europäischen Union innehat und damit
maßgeblich die europäische Digital- und KI-Agenda der kommenden
Monate.
Bilder sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei
abrufbar.