Seidl (SPÖ): Wohnungsvergabe NEU bringt den Gemeindebau näher an die Lebensrealitäten der Wiener*innen

Wien (OTS) – „Seit mehr als 100 Jahren gibt es in Wien die
Überzeugung, dass
Wohnen keine Ware ist wie jede andere. Wohnen ist ein Grundbedürfnis.
Daraus wächst auch die Überzeugung, dass die öffentliche Hand eine
ganz zentrale Verantwortung trägt“, betonte die Wiener SPÖ-
Abgeordnete Alice Seidl heute im Wiener Landtag anlässlich der
Beschlussfassung über die gesetzliche Grundlage für die
Wohnungsvergabe NEU.

Mit der Reform wird die Vergabe von Gemeindewohnungen und
geförderten Wohnungen einfacher, transparenter und stärker an den
tatsächlichen Lebensrealitäten der Wiener*innen ausgerichtet. Wien
verfügt über rund 220.000 Gemeindewohnungen und weitere 200.000
geförderte Wohnungen. Jährlich werden rund 14.000 Wohnungen neu
vergeben.

„Bisher war der Zugang zu einer Gemeindewohnung an einen starren
Katalog von Bedarfsgründen gebunden. Das hatte auch seine
Berechtigung. Aber die Gesellschaft verändert sich, Lebenswege werden
vielfältiger. Wir schaffen heute den gesetzlichen Rahmen für ein
System, das die Lebensrealitäten der Wiener*innen noch besser
abbildet“, so Seidl.

Künftig sorgt ein transparentes Bonuspunktesystem dafür, dass
unterschiedliche Lebenslagen besser berücksichtigt werden: Zum
Beispiel die Lebensrealität einer schwangeren Frau, die sich gerade
getrennt hat oder die eines jungen Alleinerziehers, der nebenbei eine
Ausbildung nachholt oder die Lebensumstände einer Frau, die von
häuslicher Gewalt betroffen ist und rasch eine eigene Wohnung
braucht. Auch langjährige Wartezeiten werden berücksichtigt sowie der
bewährte Wien-Bonus für Menschen, die bereits länger in Wien leben.

„Zukünftig werden mehr Menschen Zugang zu einer Gemeindewohnung
haben, die ihn bisher nicht hatten, weil einer der bisherigen
Wohnbedarfsgründe gefehlt hat“, erklärte Seidl.

Ein weiterer wesentlicher Schritt ist die Zusammenführung der
bisherigen Systeme zu einem einheitlichen Wohnticket für
Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen. Gleichzeitig wird die
Antragstellung deutlich erleichtert: Unterlagen können künftig auch
digital eingereicht werden. Persönliche Beratung bleibt
selbstverständlich weiterhin möglich.

„Mit dem heutigen Beschluss wird die Wohnungsvergabe in Wien
einfacher, übersichtlicher und digitaler. Zukünftig werden mehr
Menschen als bisher Zugang zu einer Gemeindewohnung haben und sie
werden diese Wohnung auch schneller bekommen, wenn sie in einer
Lebenslage sind, die das erfordert“, unterstrich Seidl.

Für besondere persönliche Härtefälle bleibt die
Wohnungskommission auch in Zukunft als Korrektiv bestehen und kann
Ausnahmen ermöglichen. „Damit ist sichergestellt, dass besondere
Lebensumstände auch besonders berücksichtigt werden können“, so Seidl
abschließend.

(Schluss) sh