Wien (OTS) – „Was in jeder Kaserne des Österreichischen Bundesheers
ganz
selbstverständlich ist, scheint für die ÖVP ein unbewältigbares
Problem darzustellen“, wundert sich Olga Voglauer,
Landwirtschaftssprecherin der Grünen, nach dem heutigen
Landwirtschaftsausschuss des Nationalrats.
„Seit Jahren malt der ÖVP-Wirtschaftsbund bei der verpflichtenden
Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ein Bürokratiemonster an
die Wand, während jede Kantine in Österreich schon längst
verpflichtet ist, die Herkunft von Fleisch, Eiern und Milchprodukten
für die Gäste klar ersichtlich darzustellen – auf der Speisekarte,
einem Aushang oder auf einer Tafel. Dort funktioniert es
offensichtlich – unkompliziert und ohne besonderen Aufwand. Umso
verwunderlicher ist die im Landwirtschaftsausschuss von der ÖVP
angekündigte parteiinterne Einigung zur Herkunftskennzeichnung
zwischen Bauernbund und Wirtschaftsbund. Heute Morgen wurde in den
Tageszeitungen noch von Vermittlungen durch den Generalsekretär
berichtet. Ihre Koalitionspartner waren darüber offenbar noch nicht
einmal informiert worden“, so Voglauer weiter.
Die vom Ausschuss-Obmann umrissene Idee lässt Voglauer
kopfschüttelnd zurück: „Anstatt die saubere und unkomplizierte Lösung
für die Kantinen auf die gesamte Gastronomie auszuweiten, bastelt
diese ÖVP nun an Plänen von automatisierten Datenabgleichen in
digitalen Lösungen und schafft damit letztlich nur eins: Sie
blockiert die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der
Gastronomie weiter. Das gleicht einem Offenbarungseid für beide
Seiten: Die Bauern müssen noch immer auf ein Bekenntnis zu ihren
qualitativ hochwertigen heimischen Produkten warten und die Wirte
bekommen nun tatsächlich jenes Bürokratiemonster, gegen das sie seit
Jahren lautstark wettern. Obwohl 79 Prozent der Österreicher:innen
für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sind, legt die ÖVP
keinerlei Wert auf Transparenz am Teller und beschäftigt sich bloß
mit sich selbst.“