Wien (OTS) – Der Österreichische Raiffeisentag, der alle zwei Jahre
vom
Österreichischen Raiffeisenverband (ÖRV) veranstaltet wird und zu dem
Funktionäre und Führungskräfte von Raiffeisen Österreich
zusammenkommen, fand heuer in Wien statt. Etwa 300 Spitzenvertreter
aller Sparten und Bundesländern sind der Einladung von Generalanwalt
Erwin Hameseder und Generalsekretär Johannes Rehulka ins Palais
Niederösterreich heute, Freitag, gefolgt. Als oberste politische
Repräsentanten gaben Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-
Leitner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer der
Raiffeisen-Familie die Ehre.
Der Raiffeisentag 2026 stand unter dem Motto „Zukunft braucht
junge Ideen“ und widmete sich der Frage, wie junge Menschen,
Innovation und gesellschaftlicher Wandel die Zukunft Österreichs,
aber auch die Zukunft von Raiffeisen prägen können. Im Mittelpunkt
der Veranstaltung standen junge Menschen, die Bedeutung von
Eigeninitiative sowie die Rolle von Institutionen und Organisationen
bei der Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft.
Zum Auftakt diskutierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer über die Förderung von
Unternehmergeist, die Stärkung der Regionen und die Zukunft des
genossenschaftlichen Modells. Dabei wurde insbesondere beleuchtet,
wie junge Menschen bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt werden
können und welche Rahmenbedingungen Innovation ermöglichen. Mikl-
Leitner plädierte dabei für „ein Comeback der Zuversicht: Wir
brauchen Menschen, die Mut und Ideen haben, bereit sind Verantwortung
zu übernehmen und Leistung zu erbringen“, so die Landeshauptfrau.
Auch Hattmannsdorfer sprach sich für ein Mindset aus, das Exzellenz
und Leistungsbereitschaft ermöglicht.
Philosoph und Publizist Richard David Precht analysierte in
seiner Keynote aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und
beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz,
neuen Kommunikationsformen und veränderten Wertvorstellungen. Er ging
auf die Frage ein, wie junge Menschen in Zeiten des Wandels erreicht
und für die Zukunft gewonnen werden können. „Wichtig ist, das
Verstehen zu lernen. Aus den Strapazen des Alltags gewinnt man gute
Ideen. Die KI nimmt uns das Verstehen ab“, sprach sich Precht dafür
aus, „die Schule der Urteilskraft und des Sinns der Freiheit“ nicht
zu verlernen.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte der Direktor der Wiener
Staatsoper, Bogdan Roščić. Unter dem Titel „Zukunft inszenieren“
zeigte er auf, wie traditionsreiche Institutionen junge Zielgruppen
ansprechen können. Dabei gehe es um die Balance zwischen Bewahrung
von Tradition und Offenheit für neue Ideen sowie um die Bedeutung von
Innovation, Mut und zeitgemäßer Kommunikation, betonte er. „Oper ist
wie Raiffeisen eine Institution, die eine Verbindung zu den Menschen
sucht, die darüber hinausgeht, dass man nur Kunde ist“, so der
Staatsopern-Direktor.
Mit dem Programmpunkt „Zug zum Tor: Junge Talente mit großen
Zielen“ rückte der Raiffeisentag die nächste Generation in den
Mittelpunkt. ÖFB-U17-Teamchef Hermann Stadler und Nachwuchsspieler
Vasilije Markovic sprachen über Leistung, Motivation, Teamgeist und
die Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg. Dabei wurde deutlich,
welche Bedeutung Ehrgeiz, Zusammenhalt und individuelle Stärken für
die Entwicklung junger Talente haben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem gesellschaftlichen
Engagement von Raiffeisen. Im Rahmen des Raiffeisen Genius Award 2026
wurden innovative Projekte ausgezeichnet, die Lösungen für aktuelle
Herausforderungen entwickelt haben. Die Bandbreite reichte von „Green
Care“, das Landwirtschaft mit sozialen und gesundheitsfördernden
Angeboten verbindet, über das Drohnenprojekt „AlmDrone“ zum Schutz
von Tierleben und Biodiversität bis hin zur Initiative „Löwenmut“,
die Kinder durch Resilienz- und Mobbingprävention stärkt. Mit 82
Einreichungen aus allen Bundesländern unterstreicht der Award die
Innovationskraft und das Engagement in den Regionen.
Im Rahmen des Raiffeisentages fand auch die feierliche Übergabe
von Erwin Hameseder an den am Vortag von der Generalversammlung neu
gewählten Generalanwalt Erwin Tinhof statt. Hameseder war vier Jahre
lang Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes und hat
sich nicht mehr der Wahl gestellt. Er wurde mit der Raiffeisen-Nadel
in Gold mit Diamanten, der höchsten Auszeichnung des ÖRV, für seine
Verdienste und sein Engagement für Raiffeisen geehrt.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at