Linz (OTS) – Die Teaching Cultures Survey 2025 unter der Leitung von
Hochschulberaterin Dr. Ruth Graham zeigt, dass sich die Lehrkultur an
Universitäten schneller verändern lässt als bisher angenommen. An der
Studie nahmen 12.071 Wissenschaftler:innen an 17 Universitäten in
neun Ländern teil, darunter die Interdisciplinary Transformation
University (IT:U) als einzige österreichische Institution. Besonders
deutlich wird: Wo Lehre prioritär verankert ist, beschleunigt sich
der Kulturwandel und verbessern sich Karriereperspektiven.
Die Studie misst den Wandel universitärer Kulturen, insbesondere
ob und wie Lehrleistungen neben Forschung angemessen anerkannt und
belohnt werden. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich dort, wo
die Bedeutung von Lehre auf Führungsebene klar verankert ist,
kulturelle Veränderungen im Hochschulsystem schneller vollziehen und
sich auch die wahrgenommenen Karrierechancen verbessern. Gleichzeitig
zeigt sich ein Unterschied: Nachwuchswissenschaftler:innen bewerten
die Anerkennung von Lehrleistungen zurückhaltender als erfahrene
Kolleg:innen.
„Die Ergebnisse des Teaching Cultures Survey zeigen
eindrucksvoll, wie entscheidend die Anerkennung und Wertschätzung von
Lehre für die Qualität universitärer Bildung ist. Für die IT:U ist
das ein Grundprinzip, das uns von Beginn an begleitet. Die Studie und
aktuelle Forschung bestätigen unseren Weg und helfen uns dabei, einen
fundierten Rahmen für die Evaluation unserer Lehre zu entwickeln. Das
verstehen wir als Teil eines langfristigen Engagements für
akademische Exzellenz in Forschung und Lehre gleichermaßen“ , so
Christina Nyström, die als Founding Director Learning die Lehr- und
Lernstrategie der IT:U definiert.
Zwtl.: IT:U als neues Modell universitärer Kulturentwicklung
Die IT:U nahm als einzige neu gegründete Universität eine
besondere Rolle ein: Sie gestaltet ihre akademische Kultur ohne
historisch gewachsene Strukturen und damit ohne die typischen
systemischen „Altlasten“ etablierter Universitäten – etwa
eingefahrene Beförderungskulturen und Schwierigkeiten, etablierte
Praktiken zu ändern. Während bestehende Universitäten ihre Strukturen
schrittweise reformieren müssen, entwickelt die IT:U ihre Systeme zur
akademischen Bewertung und Anerkennung von Beginn an neu.
Nyström ergänzt: „Lehre und Forschung werden nicht getrennt
gedacht, sondern als eng verzahnte, gleichwertige Tätigkeiten
verstanden. Professorinnen und Professoren begleiten Studierende
aktiv in projektbasierten Lehrformaten. Ergänzend bringen sogenannte
Lab Experts mit professionellem und industriellem Hintergrund ihre
Expertise direkt in die Lehre ein und stärken so die Verbindung
zwischen Wissenschaft und Anwendungspraxis.“
Zwtl.: Fünf Hebel für starke Lehrkulturen
Die Studie identifiziert fünf zentrale Faktoren, die
Universitäten mit besonders ausgeprägter Lehrkultur auszeichnen:
starke akademische Führung, die systematische Berücksichtigung von
Lehre in Mitarbeitergesprächen, klare und evidenzbasierte Kriterien
zur Bewertung von Lehrleistungen, karrierestufenspezifische
Entwicklungsansätze sowie eine enge Verbindung zwischen lehr- und
forschungsorientierten Wissenschaftler:innen.
Für die IT:U bieten diese Ergebnisse eine direkte Orientierung
beim Aufbau ihrer Universitätskultur. Zugleich zeigt die Studie, dass
das Vertrauen in die Messung und Bewertung von Lehrqualität im
Hochschulsektor insgesamt weiterhin gering ist. Die IT:U orientiert
sich daher an internationalen Reforminitiativen wie der San Francisco
Declaration on Research Assessment (DORA) und der Coalition for
Advancing Research Assessment (CoARA), die Impact-Faktoren nicht als
zentrales Maß wissenschaftlicher Qualität heranziehen.
Hintergrundinformationen und Auszüge aus dem IT:U Future Report
können auf Anfrage bereitgestellt werden: Daniel Cracau, Director
Outreach & Start-ups ( [email protected] ).
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