St. Pölten (OTS) – Im Rahmen einer Pressekonferenz eröffnete heute,
Mittwoch,
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gemeinsam mit Flughafen-Vorstand
Günther Ofner und Michael Moll, Geschäftsführer des ESA Phi-Lab
Austria, die neue Space Factory im ESA Phi-Lab Austria am Flughafen
Wien-Schwechat.
„Wir konzentrieren uns auf jene Felder, in denen wir besser sind
als andere und in denen wir auch in herausfordernden Zeiten weiter
wachsen können. Dazu zählt vor allem die Luft- und Raumfahrt“,
betonte die Landeshauptfrau eingangs. Der Aufbau eines international
sichtbaren Space-Ökosystems rund um den Flughafen Wien sei ein
zentrales Vorhaben der Wirtschaftsstrategie 2030+. „Hier entsteht
Schritt für Schritt ein Standort, der Forschung, Infrastruktur,
Kapital und Unternehmertum miteinander verbindet“, so Mikl-Leitner.
Das ESA Phi-Lab Austria habe sich seit seiner Eröffnung im Jahr
2024 zu einem zentralen Kompetenzzentrum für innovative
Raumfahrttechnologien entwickelt. Bisher wurden neun Projekte
unterstützt, mehr als 50 neue Arbeitsplätze geschaffen und rund 3,6
Millionen Euro an ESA Phi-Lab-Mitteln investiert. Der Standort sei
eine Erfolgsgeschichte, „weil hier wissenschaftliche Exzellenz auf
Unternehmergeist trifft und dadurch entsteht Innovation“, erklärte
Mikl-Leitner. Mit der neuen Space Factory werde dieses Erfolgsmodell
nun gezielt erweitert. „Denn gute Ideen allein reichen nicht. Aus
guten Ideen müssen auch marktfähige Produkte werden“, hielt die
Landeshauptfrau fest.
Die neue Einrichtung biete jungen Space-Tech-Unternehmen moderne
Entwicklungs-, Prototyping- und Testmöglichkeiten – darunter 3D-
Drucksysteme, Elektronik- und Entwicklungsarbeitsplätze, eine
Klimakammer sowie einen Reinraum-Arbeitsplatz. „Mit dieser Space
Factory setzen wir einen weiteren Baustein, um Projekte vom
Prototypen zur Marktreife zu bringen. Damit stärken wir den
Wirtschafts- und Innovationsstandort Niederösterreich und schaffen
Arbeitsplätze für die Zukunft“, sagte Mikl-Leitner.
Besonders erfreulich sei auch, so die Landeshauptfrau, dass mehr
als die Hälfte der Bewerbungen in der jüngsten Ausschreibungsrunde
des ESA Phi-Lab Austria aus anderen ESA-Mitgliedstaaten stammten. Das
zeige das internationale Interesse am Standort. Das Ziel sei klar,
unterstrich Mikl-Leitner: „Der Space Hub am Vienna Airport soll zu
einem international sichtbaren Innovationsstandort für Space-Tech-
Unternehmen und Zentrum für Raumfahrttechnologie werden. Mit der
heutigen Eröffnung der Space Factory setzen wir den nächsten
Meilenstein.“
Flughafenvorstand Günther Ofner sprach von den optimalen
Rahmenbedingungen, die der Flughafen zu einer erfolgreichen
Entwicklung der Unternehmen am Standort beitragen könne: „Von der
Verkehrsanbindung bis hin zum Ökosystem, das hier insgesamt wächst
und sich entwickelt, in dem sich in vielen Bereichen einzelne Firmen
und Akteure wesentlich befruchten können.“ Wirtschaftspolitisch sei
es künftig vor allem wichtig, dass Österreich mehr in
Unternehmensgründungen und wachsende wirtschaftliche Aktivität
investiere. „Gerade im Segment der Weltraumwirtschaft haben wir gute
Voraussetzungen, um hier aufzuholen“, zeigte sich Ofner überzeugt.
Michael Moll, Geschäftsführer des ESA Phi-Lab Austria, bedankte
sich allen voran beim Team des ESA Phi-Lab, „das jeden Tag darum
kämpft, dass aus allen Projekten erfolgreiche Unternehmen werden.“
Zur neu eröffneten Space Factory erklärte er: „Diese schafft einen
einfachen Zugang zu professionellen Entwicklungs- und
Testmöglichkeiten – so können Innovationen schneller umgesetzt und
neue Kooperationen gefördert werden.“
Im Rahmen der Pressekonferenz stellten sich auch die drei neu am
ESA Phi-Lab angesiedelten Unternehmen vor. Die Confident Space
Technology GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Christoph Tscherne,
entwickelt Sensoren für Satelliten, die kosmische Strahlung in
Echtzeit messen und so frühzeitig vor technischen Ausfällen warnen
können. Patrick Kappl stellte die Fontana GmbH vor, die ein
innovatives Kamerasystem entwickelt, das die Verfügbarkeit und
Qualität von Erdbeobachtungsbildern verbessern soll. Tenics,
vertreten durch Vice President Product & Growth Florian Reger,
entwickelt Software für die Steuerung und Überwachung von Satelliten.
Zwar nicht am Standort angesiedelt, aber ebenfalls neu im ESA Phi-Lab
Austria vertreten, ist die GG Group (Gebauer & Griller Kabelwerke
GmbH), die Kabel und Kabelsysteme für Automobil-, Industrie- und
Raumfahrtanwendungen entwickelt, erklärte Projektmanager Joseph
Riegler.