Wien (OTS) – Während draußen die Temperaturen seit Tagen weit über 30
Grad liegen,
müssen hunderttausende Schüler:innen und Lehrkräfte in überhitzten
Klassenräumen ausharren. Das Forschungsprojekt „Climate Ready
Schools“ erhob erst kürzlich, dass die Hitze für 89 Prozent eine
schwere Belastung darstellt. Einen Entschließungsantrag der Grünen
für wirksamen Hitzeschutz an heimischen Schulen hat die
Regierungsmehrheit im Bildungsausschuss dennoch vertagt, obwohl der
Handlungsbedarf kaum größer sein könnte.
„Wenn das Thermometer im Klassenzimmer 30 Grad knackt, ist Lernen
schlicht nicht mehr möglich. Hitze ist kein Komfortproblem, sie ist
ein Gesundheitsrisiko und eine Bildungsfrage. Dass die Regierung
unseren Antrag auf die lange Schulbank schiebt, während draußen die
Temperaturen Rekorde brechen, ist nicht zu akzeptieren.“, sagt Sigi
Maurer, stv. Klubobfrau und Bildungssprecherin der Grünen.
Berichten zufolge wird Lehrer:innen in Wien sogar verboten,
öffentlich über die Hitze zu sprechen. Wie ernst die Lage ist, zeigt
sich aber auch dadurch, dass einige Schulen „hitzefrei“ anbieten.
„Statt Maulkörbe zu verteilen und die Eltern mit noch mehr
Betreuungspflichten zu belasten, sollte endlich konkret etwas
unternommen werden. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren
zuspitzen“, stellt Maurer klar.
Die Grünen fordern ein konkretes Maßnahmenpaket: einen
wissenschaftlichen „Hitze-Index“ für alle Schulstandorte als
Steuerungsinstrument, verbindliche klimafitte Bauvorgaben bei Neubau
und Sanierung sowie einen unbürokratischen „Beschattungstopf“ für
rasch wirksame Sofortmaßnahmen wie Außenrollos und Markisen. Ergänzt
werden soll dies durch ein Förderprogramm „Grüne Schuloasen“ für
Begrünung und Entsiegelung von Schulhöfen sowie einen Praxisleitfaden
mit sofort umsetzbaren Tipps für den Schulalltag.
„Graue Asphalthöfe und verglaste Betonkästen müssen zu
klimafitten Schuloasen werden. Wir brauchen Entsiegelung, Begrünung,
Außenbeschattung, so schnell wie möglich. Jedes Kind hat das Recht,
unabhängig von Postleitzahl oder Schulerhalter, in einer gesunden
Umgebung zu lernen.“