Wien/Linz (OTS) – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und die
Arbeiterkammer
Oberösterreich haben im Rahmen des vom BMLUK geförderten Projekts
AskReach 2.0 19 Kinderspielzeuge auf gefährliche Chemikalien
getestet. Die sowohl im stationären Handel als auch online erworbenen
Produkte wurden von einem unabhängigen Labor auf hoch
besorgniserregende Stoffe, sogenannte SVHCs (Substances of very high
concern) untersucht.
Das Ergebnis der Stichprobe zeigt, dass die strengen Regularien
der Europäischen Union im Fall von Kinderspielzeug wirken. Es konnte
kein Verstoß gegen die EU-Spielzeugrichtlinie und nur ein Versäumnis
der Auskunftspflicht laut REACH Verordnung bei einem der getesteten
Spielzeuge – Borsäure bei einem Spielschleim – festgestellt werden.
“Wir haben bewusst Gegenstände getestet, mit denen Kinder viel
Hautkontakt haben oder die sie vielleicht sogar in den Mund nehmen.
Das Ergebnis ist erfreulich. Regelmäßige, unabhängige Tests verfehlen
ihre Wirkung nicht. Strenge Regeln und Kontrollen führen zu weniger
Gift in unseren Kinderzimmern”, erklärt GLOBAL 2000-
Projektverantwortliche Karolina Hötzeneder.
Zwtl.: Widerstand dem Wettbewerb
Die im November 2025 von der EU bestätigte Spielzeugverordnung
spielt dabei eine wichtige Rolle – ihre Umsetzung darf nicht in Frage
gestellt werden. Dass hier berechtigte Sorge besteht, zeigen die
jüngsten Entwicklungen in ähnlichen Bereichen.
“Wir erleben im Moment zum Beispiel, dass auf EU-Ebene im Bereich
der Chemikaliensicherheit, besonders bei Kosmetika und Pestiziden
angestrebt wird, Sicherheitsstandards im Namen der
Wettbewerbsfähigkeit aufzuweichen. Sollte das passieren, gäbe es zum
Beispiel vereinfachte Zulassungsverfahren für diese gefährlichen
Substanzen. Das kann massive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
haben. ”, warnt Hötzeneder vor kurzsichtigen Schnellschüssen unter
dem Deckmantel der wirtschaftlichen Notwendigkeit.
Zwtl.: Auskunftsrecht über Gesundheitsgefahren
Ziel des Tests war es zu kontrollieren, ob noch immer besonders
besorgniserregende Substanzen wie etwa Weichmacher in Plastik,
Flammschutzmittel oder Schwermetalle eine Gesundheitsgefahr für
unsere Kinder sind.
Für Hötzeneder kann diese Gefahr gar nicht unterschätzt werden:
“Diese Substanzen können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit
unserer Kinder haben. Schwermetalle wie Blei reichern sich im Körper
an und können Krebs auslösen. Weichmacher können zu einer geringeren
Testosteronproduktion und abnehmender Fruchtbarkeit bei Männern
führen. Auch Borsäure ist fortpflanzungsschädigend.”
Konsument:innen haben dank der Europäischen Chemikalienverordnung
das Recht vom Hersteller oder Händler eines Produktes zu erfahren, ob
solche besonders besorgniserregenden Substanzen enthalten sind.
Eltern empfiehlt die Expertin, von ihrem Auskunftsrecht zB mit
Hilfe der Scan4Chem App Gebrauch zu machen, aber auch auf “auf ihre
eigene Nase zu vertrauen”. Ein strenger, chemischer Geruch ist oft
ein erstes Warnsignal. Materialien wie unbehandeltes Holz,
Biobaumwolle oder Kautschuk sind Billigware aus dem Online-Handel
vorzuziehen.
Zwtl.: Rote Karte für gesetzliche Aufweichung
Die aktuellen Daten des Safety-Gate-Berichts 2025 der
Europäischen Kommission verdeutlichen, dass chemische Risiken bei
Spielzeug weiterhin ein relevantes Verbraucherschutzthema in Europa
sind.
Eltern vertrauen darauf, dass Spielzeug frei von gesundheits- und
umweltschädlichen Substanzen ist. Nicht zuletzt deshalb ist die
österreichische Regierung gefordert, entsprechenden Aufweichungen
entschieden entgegenzutreten.
“Wir fordern unsere Regierung auf, sich in Brüssel für giftfreie
Kinderzimmer stark zu machen und dem vorgeschobenen sogenannten
Bürokratieabbau die rote Karte zu zeigen. Die strengen Regeln dienen
der Sicherheit unserer Kinder”, so Hötzeneder abschließend.
Weiterführende Infos
– Testergebnisse im Detail
– Scan4Chem App
– Gewinnspiel “Nachhaltiges Spielzeug”