Greenpeace-Umfrage: Jede dritte Person über 60 Jahre leidet unter Hitze in den eigenen vier Wänden

Wien (OTS) – Hitzewellen werden für viele ältere Menschen zur
Belastungsprobe. Das
zeigt jetzt eine von Greenpeace beauftragte repräsentative Umfrage
unter Personen ab 60 Jahren. Während österreichweit jede dritte
Person angibt, dass die eigene Wohnung im Sommer heiß bis
unerträglich heiß wird, ist es in Wien sogar bereits jede zweite.
Unabhängig vom Wohnort sind auch Mieter:innen sowie Frauen besonders
betroffen. Greenpeace fordert von Umweltminister Totschnig die
Sanierung von Altbauten stärker zu fördern. Zudem muss die
Bundesregierung bei der versprochenen Mietrechtsreform
Vermieter:innen in die Pflicht nehmen und Mietminderungen bei
mangelhaftem Hitzeschutz gesetzlich verankern.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Österreich :
“Niemand sollte in einer Wohnung leben müssen, die sich tagelang auf
über 27 Grad aufheizt. Das gilt besonders für ältere Menschen, denn
ihr Körper kommt mit hohen Temperaturen oft schlechter zurecht. Doch
gerade in Mietwohnungen ist die ältere Generation der Hitze oft
schutzlos ausgeliefert.” Laut Umfrage geben mehr als vier von zehn
Mieter:innen ab 60 Jahren an, dass ihre Wohnung während Hitzewellen
zu heiß wird. Das kann sich jedoch negativ auf Körper und Gesundheit
auswirken: 42 Prozent aller Befragten berichten etwa von verminderter
Leistungsfähigkeit, 36 Prozent von Schlafproblemen und 34 Prozent von
starkem Schwitzen. Befragte in sogenannten Hitzewohnungen – also
deren Wohnräume sich besonders aufheizen – erleben fast alle
abgefragten Symptome mindestens doppelt so häufig wie jene, deren
Wohnungen auch bei Hitze kühl bleiben.

Daniela Haluza, Umweltmedizinerin und Professorin an der
Medizinischen Universität Wien: “Hitze kann besonders für ältere
Menschen lebensgefährlich werden. Mit zunehmendem Alter reagiert der
Körper schlechter auf hohe Temperaturen. Viele Betroffene verspüren
weniger Durst und bemerken daher nicht rechtzeitig, dass sie
dehydrieren oder ihr Körper überhitzt. Beschwerden wie Schwindel,
Schwäche oder Kreislaufprobleme werden zudem häufig nicht als
Warnzeichen einer Hitzebelastung erkannt, sondern fälschlicherweise
dem Alter oder schon bestehenden gesundheitlichen Problemen
zugeschrieben. Genau darin liegt die Gefahr. Umso wichtiger ist es,
an heißen Tagen regelmäßig und ausreichend zu trinken sowie sich an
kühlen Orten aufzuhalten, auch dann, wenn man sich noch wohl fühlt.”

Im Regierungsprogramm hat die Bundesregierung angekündigt, das
Mietrecht zu ökologisieren. Ein Hebel dabei ist ein Bonus-Malus-
System: Wer Wohnungen thermisch saniert und hitzefit macht, wird
belohnt – wer Mieter:innen in der Sommerhitze im Stich lässt, zahlt
drauf. Ergebnisse liegen bis dato nicht auf dem Tisch. ”Österreich
leidet unter der Hitze. Die Bundesregierung muss ihr Versprechen
einlösen und den Menschen ein lebenswertes Zuhause ermöglichen. Es
ist dringend an der Zeit, das Mietrecht zu reformieren und die
thermische Sanierung konsequent voranzutreiben.”

Die Integral-Umfrage finden Sie unter diesem Link:
https://act.gp/Hitze-Umfrage

Bildmaterial finden Sie unter diesem Link: https://act.gp/Bilder-
Hitze
Unter Angabe der Credits © Name der Fotograf:in / Greenpeace stehen
die Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.