Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung (IV) bewertet die heute von
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner präsentierten
Weichenstellungen für die Hochschulen grundsätzlich positiv.
Insbesondere die geplante Einführung von Wissenschaftsregionen sowie
eines flexibleren Teilzeitstudiums sind wichtige Schritte in Richtung
eines modernen, leistungsfähigen Hochschulsystems. „Die angekündigten
Wissenschaftsregionen sind ein längst überfälliger Schritt:
Österreich braucht stärker abgestimmte, praxisnahe Studienangebote,
die auf Kooperation statt Parallelstrukturen setzen. Der Grundsatz
‚Ein Standort – ein Studium‘ schafft mehr Effizienz, klare Profile
und bessere Rahmenbedingungen für Studierende und den Arbeitsmarkt“,
betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. „Auch die Einführung
eines Teilzeitstudiums ist zentral, um flexiblere Bildungswege zu
ermöglichen und Studienabschlüsse zu beschleunigen – gerade für
berufstätige Studierende.“
Die Industriellenvereinigung unterstützt insbesondere den Ansatz,
Hochschulen über institutionelle Grenzen hinweg stärker zu vernetzen
und bestehende Kooperationen auszubauen. Gemeinsame Studienangebote
und Infrastruktur können dazu beitragen, die internationale
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhöhen und Ressourcen
zielgerichteter einzusetzen. Gleichzeitig sind schlankere
Leistungsvereinbarungen ein sinnvoller Beitrag zur
Entbürokratisierung.
Bedenken bei Governance-Reform: Schwächung der Universitätsräte
vermeiden
Kritisch beurteilt die IV hingegen die geplanten Änderungen in
der universitären Governance. „Eine Verschiebung der strategischen
Kompetenzen zugunsten der Senate und zulasten der Universitätsräte
sehen wir mit Skepsis. Gerade die Universitätsräte sichern heute eine
notwendige Außenperspektive, strategische Steuerung und
internationale Anschlussfähigkeit der Hochschulen. Diese Balance
sollte nicht leichtfertig verändert werden“, so Neumayer.
Prozess der Hochschulstrategie 2040 muss wieder an Fahrt
aufnehmen
Abschließend fordert die IV, den Reformprozess mit Nachdruck
voranzutreiben: „Die Hochschulstrategie 2040 muss jetzt rasch wieder
an Fahrt aufnehmen. Nur mit klaren Prioritäten, konsequenter
Umsetzung und einem stärkeren Fokus auf Exzellenz, Zusammenarbeit
sowie Wissens- und Technologietransfer kann der Wissenschafts- und
Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig gestärkt werden“, so IV-
Generalsekretär Christoph Neumayer abschließend.
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