Wien (OTS) – Es ist ein Sommertag, aber auch ein Arbeitstag.
Österreichweit
arbeiten 240.000 Beschäftigte im Bau- und Holzbereich bei enormer
Hitze – ohne Klimaanlage und mit schwerer körperlicher Arbeit. Die
Temperaturen sind je nach Region unterschiedlich. Die Belastung ist
überall dieselbe. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) macht diese
Realität sichtbar. Die GBH ist in allen neun Bundesländern unterwegs
– direkt auf den Baustellen, direkt bei den Beschäftigten.
Ziel der Hitzetage
Die erste Hitzewelle des Jahres ist Anlass, genau jetzt verstärkt
ein gemeinsames Zeichen zu setzen: sichtbar, koordiniert,
österreichweit. Die GBH verteilt Wasser – keine Symbolpolitik,
sondern konkrete Hilfe für den Arbeitstag. Gemeinsam mit den
Pressefotos vor Ort und den Stimmen der Beschäftigten selbst entsteht
ein Bild, das zeigt, was Hitze auf österreichischen Baustellen
wirklich bedeutet. Verteilt werden außerdem Flyer mit dem Titel
„Deine Rechte“, die kompakt und verständlich informieren, was
Beschäftigte bei Hitze einfordern können und dürfen.
Hitze.App: das digitale Werkzeug im Hosentaschenformat
Ein zentrales Anliegen der Hitzetage ist die Bewerbung der
kostenlosen Hitze.App. Was sie kann: Per Postleitzahl liefert sie die
aktuelle BUAK-Temperatur für jeden Baustellenstandort in Österreich –
in Echtzeit, abgestimmt mit den Wetterdaten der GeoSphere Austria.
Genau diese Temperatur ist die rechtlich relevante Größe nach dem
Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG). Wird die
Schwelle von 32,5 Grad Celsius im Schatten erreicht, schlägt die App
automatisch an. Die Frage, ob die Temperatur tatsächlich erreicht
wurde, stellt sich dann nicht mehr – für niemanden.
Die App ist ein Werkzeug für alle, die auf der Baustelle
Verantwortung tragen: Beschäftigte wissen sofort, ob die
Voraussetzungen für Hitzefrei erfüllt sind. Betriebe haben
Rechtssicherheit und können ihre Fürsorgepflicht klar und
nachvollziehbar wahrnehmen. Auftraggeber sehen, dass Hitzeschutz kein
Verwaltungsaufwand ist, sondern eine Frage von Minuten und einem
einzigen Blick aufs Handy. Download: gbh-news.at/hitze-app
Die Botschaft ist einfach – und sie stimmt
„Gesund nach Hause kommen.“ – Dieser Satz steht im Mittelpunkt
der gesamten Aktionstage. Nicht Temperaturen. Nicht Paragraphen.
Sondern Menschen, die nach einem heißen Arbeitstag zu ihren Familien
zurückkehren. Sicher. Gesund. Das ist keine abstrakte Forderung – das
muss selbstverständlich sein. „Hitze auf der Baustelle ist kein
Komfortproblem. Sie ist ein Sicherheitsproblem. Kein Bauwerk und kein
Termin sind wichtiger als die Gesundheit eines Arbeiters. Wer bei
enormer Hitze acht Stunden schuftet, riskiert seine Gesundheit – und
das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Mit unseren Hitzetagen
zeigen wir: Wir sind dabei. Wir schauen hin. Und wir kämpfen dafür,
dass jede Arbeiterin und jeder Arbeiter gesund nach Hause kommt“, so
Abg. z. NR Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender.
Wir sitzen im gleichen Boot
Die GBH-Hitzetage richten sich nicht gegen Auftraggeber und
Betriebe. Das gemeinsame Ziel muss sein, dass Menschen nach einem
langen Arbeitstag gesund nach Hause kommen. Dieses Ziel erreichen wir
durch Hitzeschutzmaßnahmen, Arbeitszeitanpassungen und
organisatorische Vorkehrungen auf der Baustelle. Die Gewerkschaft BAU
-HOLZ ist bereit, diesen Weg gemeinsam zu gehen.