Wien (OTS) – NAbg. Mag. Christian Ragger, Behinderten- und
Pflegesprecher der FPÖ
und Generalsekretär von ELISAN, nahm von 15.-17. Juni 2026 im Rahmen
der Generalversammlung des europäischen Sozial-Netzwerks ELISAN in
Valencia an der internationalen Diskussion über politische
Innovationen zur Stärkung von Menschen mit Behinderungen teil. Im
Mittelpunkt standen neue Strategien für Inklusion, Pflege,
Selbstbestimmung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit: „Wir müssen
in Österreich endlich über den Tellerrand hinausschauen. Viele
innovative und interessante Projekte zu Pflege, Betreuung und
Inklusion werden direkt vor unserer Türe bereits gelebt. Wir brauchen
das Rad nicht neu zu erfinden – wir müssen nur die Augen öffnen und
das implementieren, was wirklich gut und erfolgversprechend ist“,
erklärte Ragger.
In seinem Redebeitrag erinnerte Ragger daran, dass ELISAN vor
rund 15 Jahren als kleines europäisches Netzwerk im Sozialbereich
begonnen habe und sich unter seiner Tätigkeit zu einer wichtigen
grenzüberschreitenden Plattform entwickelt habe. Die politische
Bedeutung dieses Austauschs zeigte sich in Valencia auch daran, dass
mit Ana Dávila-Ponce de León Municio, zuständige
Regierungsvertreterin für Familie, Jugend und Soziales der Comunidad
de Madrid, Paola Roma, Regionalrätin der Region Veneto, Emanuele
Monti, Regionalrat der Lombardei und Vorsitzender der
Sozialkommission, Beate Prettner, Landesrätin für Chancengleichheit
in Kärnten sowie Paolo Gamba, Vizebürgermeister von Belluno,
politische Entscheidungsträger aus europäischen Regionen und Städten
zusammenkamen. Eingebunden waren zudem auch zentrale Vertreter
öffentlicher Institutionen, wie etwa María José Rico Llorca,
Präsidentin von ELISAN und Generaldirektorin des IVASS Valencia,
sowie Martina Rattinger, Vertreterin des Landes Kärnten in Brüssel.
„Ein starkes Netzwerk im Sozialbereich ist der Schlüssel, um gute
Ideen sichtbar zu machen und in die Umsetzung zu bringen“, so Ragger.
Als Beispiel nannte er unter anderem ein frühes
grenzüberschreitendes Projekt zwischen Kärnten und Slowenien. Dort
seien Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen geschaffen
worden – sechs Apartments in Slowenien und sechs in Kärnten. „Das war
ein Pionierprojekt. Es hat gezeigt, dass Inklusion nicht an Grenzen
haltmachen darf. Menschen mit Behinderungen brauchen Chancen,
Teilhabe und Strukturen, die ihr Leben konkret verbessern“, betonte
Ragger.
Ein zentraler Punkt sei für ihn die Frage echter finanzieller
Anerkennung für Menschen mit Behinderungen. „Wir kämpfen dafür, dass
Menschen mit Behinderungen nicht länger mit Taschengeld abgespeist
werden. Wir wollen ein echtes Einkommen für Menschen mit
Behinderungen. Das ist keine Utopie, sondern eine Frage von Würde,
Gerechtigkeit und Teilhabe“, erklärte Ragger und verwies darauf, dass
entsprechende Berechnungen für Österreich gezeigt hätten, dass ein
solches Modell nicht nur sozial gerecht, sondern auch
volkswirtschaftlich sinnvoll sei. „Wenn Menschen mit Behinderungen
arbeiten, zahlen sie Beiträge, Steuern und Abgaben. Sie sind Teil des
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Inklusion ist daher
nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch eine kluge
Investition in unsere Gesellschaft“, so Ragger.
„Eine richtige Pflege- und Inklusionspolitik bedeutet:
hinschauen, vergleichen, lernen und das Beste nach Österreich
bringen. Erfolgreiche Projekte aus verschiedenen europäischen
Regionen zeigen, wie konkrete Lösungen aussehen können – etwa in der
gemeindenahen Betreuung, bei inklusiven Wohnformen, bei
Unterstützungsangeboten im Gesundheitsbereich oder bei digitalen
Hilfen für Menschen mit Behinderungen. Was wir aber derzeit erleben,
ist das Gegenteil: Untätigkeit, Sparkurs und fehlender Reformwille
der schwarz-rot-pinken Regierung. Menschen mit Behinderungen, ihre
Familien, Angehörige und Pflegekräfte brauchen konkrete
Verbesserungen. Wer Inklusion ernst nimmt, muss Barrieren abbauen –
baulich, sozial, digital und politisch. Wer Pflege ernst nimmt, muss
die Versorgung in den Regionen stärken und jene entlasten, die
tagtäglich Verantwortung übernehmen“, sagte Ragger.