Wien (OTS) – Auf dem Areal des ehemaligen Nordwestbahnhofs in Wien –
Brigittenau
wird bis 2028 ein neuer Bildungscampus in Betrieb gehen. Am 19. Juni
fand dazu der feierliche Spatenstich statt.
Breites Bildungsangebot
Von Kindergarten, Ganztagsschule bis zur Musikschule – die neue
Bildungseinrichtung wird rund 1.600 Kindern und Jugendlichen Platz
bieten. Dafür werden ein 12-gruppiger Kindergarten, eine Volks- und
Mittelschule mit insgesamt 33 Klassen sowie 8 sonderpädagogische
Bildungsräume gebaut. Vorgesehen sind auch eine Musikschule sowie
zahlreiche Kreativ- und Therapieräume.
„Am Nordwestbahnhof entsteht Bildung von Anfang an. Rund 1.600
Kinder und Jugendliche finden hier einen Ort zum Lernen, Spielen und
Zusammenwachsen. Mit dem Campus-plus-Modell lernen die Altersgruppen
miteinander statt nur nebeneinander. Ich freue mich besonders, dass
ein neuer Stadtteil von Beginn an die Bildungsinfrastruktur bekommt,
die er braucht“, so Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin
Bettina Emmerling.
Insgesamt werden rund 14.000 Quadratmeter an Nutzfläche zur
Verfügung stehen. Der geplante Bildungscampus wird im Rahmen des
Bildungseinrichtungen-Neubauprogramms (BIENE), welches das derzeit
ambitionierteste Hochbauprogramm der Stadt Wien ist, realisiert.
„Gemeinsam mit der Stadt Wien entwickeln die ÖBB am
Nordwestbahnhof eines der bedeutendsten innerstädtischen
Stadtquartiere der Hauptstadt. Damit zeigen wir einmal mehr, welche
zentrale Rolle wir als Gestalterin moderner Stadtteile in Wien
einnehmen. Auf diesem Areal entsteht Schritt für Schritt ein
lebendiges Quartier für tausende Menschen. Mit dem Bildungscampus
setzen wir den ersten Baustein – und beginnen bewusst dort, wo
Zukunft entsteht: bei Bildung, Begegnung und jungen Menschen. Mein
besonderer Dank gilt der Stadt Wien für die langjährige und gute
Zusammenarbeit, die diese Entwicklung ermöglicht“, so Silvia Angelo,
Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG.
Umgesetzt wird das Projekt nach dem Modell „Campus plus“:
Kindergartengruppen und Schulklassen kommen in „Bildungsbereichen“,
sogenannten BIBER, zusammen, vernetzen sich und verbringen den Tag
gemeinsam.
„Es freut mich sehr, dass wir mit dem erfolgreichen „Campus plus“
-Modell weitermachen und auch hier am Nordwestbahnhof die räumliche
Basis für altersübergreifende Zusammenarbeit und zeitgemäßes Lernen
schaffen.“, betont Andrea Trattnig, Abteilungsleiterin der Stadt Wien
– Schulen (MA 56).
Zukunftsorientiert und nachhaltig
Der Nordwestbahnhof ist mit 44 Hektar Fläche das letzte große
innerstädtische Entwicklungsgebiet.
„Der Bildungscampus Nordwestbahnhof folgt einer zeitgemäßen
pädagogischen Ausrichtung und erfüllt gleichzeitig höchste bauliche
Ansprüche. Die Integration kreislaufwirtschaftlicher Prinzipien und
erneuerbarer Energiesysteme war uns dabei besonders wichtig.“, hebt
Stadtbaudirektor Bernhard Jarolim hervor .
Mit dem Baustart für den Bildungscampus startet auch die 1.
Umsetzungsphase des neuen Stadtteils.
„In der Quartiersentwicklung legen wir großen Wert darauf, dass
geförderter Wohnbau mit hoher Wohnqualität und leistbaren Mieten Hand
in Hand geht mit guter Infrastruktur für die Bewohnerinnen und
Bewohner. Der künftige Bildungscampus am Nordwestbahnhof ermöglicht
genau das: ein lebendiges Quartier mit kurzen Wegen und hoher
Alltagstauglichkeit“, so Wohnbau- und Frauenstadträtin Elke Hanel-
Torsch.
Die Bildungseinrichtung wird nach den Plänen der Architekturbüros
„Klammer Zeleny Architekten ZT GmbH“ und „Kronaus Mitterer
Architekten ZT GmbH“ auf einem rund 17.300 m² großen Areal errichtet.
Das Team verfolgt dabei ganzheitlich moderne und nachhaltige Ansätze:
Die Bildungsbereiche findet man im Erdgeschoss bis zum 4.
Obergeschoß. Im Erdgeschoß befinden sich unter anderem auch der
Kindergarten, ein Veranstaltungs- und der Speisesaal. Großzügige zum
Teil mehrfachnutzbare Freiflächen und zusätzliche Bewegungsbereiche
sind Teil der Planung. In jedem Obergeschoß gibt es Terrassen.
Zudem stehen den Kindern und Jugendlichen ein begrünter Hof und
zwei zeitgemäße Turnsäle zur Verfügung, die am Abend auch der Nutzung
durch Vereine offenstehen. Die Musikschule liegt im 2. Obergeschoß
und ist über einen eigenen Eingang für die Nutzer*innen gut
erreichbar. So können alle auf vielfältige Weisen lernen, spielen,
musizieren und sich bewegen. „Damit entsteht ein Bildungscampus, der
Mehrwerte für die Stadt generiert und ihn auch für die Anrainer*innen
des neuen Stadtviertels zu einem wichtigen Zentrum werden lässt“ ist
Herwig Kroat, Leiter des Bildungseinrichtungen Neubauprogramms (BIENE
) überzeugt.
„Das Nordwestbahnhofareal verbindet die getrennten Bezirkshälften
zu einem neuen klima- und familienfreundlichen Stadtteil –
unterstützt von einem modernen Bildungsbau, der die besten
Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen sichert und zum
lebendigen Raum für die ganze Nachbarschaft wird“, freut sich
Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm.
Bei der Planung der Bildungsstätte wurde eine umweltschonende
Bauweise berücksichtigt. Die Stromversorgung soll weitestgehend über
eine Photovoltaikanlage erfolgen, während durch Erdwärme und
Bauteilaktivierung energieeffizient geheizt und gekühlt werden soll.
„Es zeigt sich, dass mit dem gewählten PPP-Vertragsmodell
notwendige Infrastrukturprojekte auch in wirtschaftlich
herausfordernden Zeiten umgesetzt werden können“, meint Johannes
Mayr, Geschäftsführer STRABAG Real Estate Österreich. „Gleichzeitig
werden durch die vertragliche Verknüpfung von Errichtung und Betrieb
die Lebenszykluskosten des Gebäudes frühzeitig und transparent
abgebildet. Wir freuen uns, als STRABAG Real Estate unsere
Kompetenzen einbringen und zu einer erfolgreichen Realisierung des
Bildungscampus Nordwestbahnhof beitragen zu können.“
Die nachhaltige Gestaltung des Gebäudes wird durch eine
Fassadenbegrünung im Sockelbereich zwischen Erdgeschoss und 1.
Obergeschoss ergänzt. In Verbindung mit der vorgehängten
Keramikfassade des Stahlbeton-Skelettbaus entsteht eine
differenzierte Gebäudehülle, die ökologische und gestalterische
Qualitäten vereint. Die Begrünung verbessert das Mikroklima, sorgt
für zusätzliche Verschattung und belebt den Straßenraum.
Aspekte der Kreislaufwirtschaft werden bei diesem Projekt
ebenfalls miteinbezogen. Im Vordergrund stehen dabei die Trennbarkeit
der verbauten Materialien sowie die Erstellung eines „Materiellen
Gebäudepasses“.