Greenpeace-Analyse: Große Hitzebelastung in 27 von 80 untersuchten Städten, Grünanteil entscheidend

Wien (OTS) – Anlässlich der akuten Hitzewelle hat die
Umweltschutzorganisation
Greenpeace die Hitzebelastung in Österreichs Städten im Hinblick auf
deren Grünflächenanteil untersucht. Die Analyse der 80
bevölkerungsreichsten Städte des Landes zeigt: Sechs Städte litten
2025 unter sehr großer Hitzebelastung, weitere 21 unter großer
Belastung. Einige untersuchte Stadtzentren sind durch viel Grün schon
gut gegen innerstädtische Hitze gerüstet, andere müssen dringend
grüner werden. Greenpeace nimmt das zum Anlass, die Städte in die
Pflicht zu nehmen: Mit der „NaturStadt-Garantie“ können Städte ihren
Bewohner:innen verbindlich zusichern, den Grünflächenanteil zu
erhöhen und die urbane Hitze effektiv zu bekämpfen.

Melanie Ebner, Expertin für Boden- und Naturschutz bei Greenpeace
Österreich: “Bäume und Grünflächen sind das beste Mittel gegen Hitze,
denn sie kühlen ihre Umgebung spürbar. Gerade in der akuten
Hitzewelle merkt man schnell, wo schattenspendende Bäume und kühlende
Grünflächen fehlen. Unsere Analyse zeigt: In zahlreichen Städten in
Österreich wird es oft unerträglich heiß. Beton und Asphalt
verstärken diesen Effekt. Bäume, Hecken und Blühflächen können hier
Abkühlung bringen.”

Der aktuelle Hitze-Check baut auf einer groß angelegten
Satellitendaten-Analyse ( https://act.gp/4w06pOg ) auf, bei der
Greenpeace die Grünflächen der 80 größten Städte ab 10.000
Einwohner:innen unter die Lupe genommen hat. Die Zusammenführung
dieser Daten mit der Anzahl der Hitzetage im Vorjahr verdeutlicht
nun, wo der Bedarf für Begrünung am akutesten ist.

Besonders viele Hitzetage hatten im Vorjahr Städte im Süden und Osten
Österreichs. Mit einer sehr hohen Belastung durch zahlreiche
Hitzetage mit 30°C und mehr im Vorjahr stechen Wolfsberg, St. Veit,
Völkermarkt, Wien, Eisenstadt und Leibnitz hervor. Während der
Stadtkern von Leibnitz zumindest einen moderaten Grünanteil von rund
36.8 Prozent aufweist, ist die Lage vor allem in Wolfsberg sehr
kritisch: Hier trifft die höchste Hitzebelastung (40 Hitzetage) auf
den mit Abstand geringsten Grünanteil im Stadtzentrum (17.5 Prozent).
In allen sechs Städten besteht dringender Handlungsbedarf.

Darauf folgend verzeichnen Innsbruck, Feldkirchen, Villach und
Seiersberg-Pirka 2025 eine hohe Hitzebelastung. Innsbruck hatte 2025
32 Hitzetage mit Temperaturen von zumindest 30°C. Die 25 Prozent
Grünflächenanteil im Zentrum bringt kaum ausreichende Abkühlung.
Klosterneuburg (29 Hitzetage) und Groß-Enzersdorf (31 Hitzetage),
erlebten 2025 zwar ebenso eine vergleichsweise hohe Anzahl an
Hitzetagen, dort verschafft jedoch ein Grünanteil von über 45 Prozent
im Stadtkern zum Teil bereits Kühlung.

Zu den Städten, die im Vorjahr eine vergleichsweise moderate Anzahl
an Hitzetagen verzeichneten, zählen Krems an der Donau mit 28
Hitzetagen, gefolgt von Tulln, Stockerau und Strasshof an der
Nordbahn mit je 27 Tagen über 30°C. Während die Stadtzentren von
Lustenau, Bad Vöslau und Ebreichsdorf bei mittlerer Hitzebelastung
bereits einen Grünanteil von über 45 Prozent erreichen, besteht in
Wörgl, Lienz und Vöcklabruck noch deutlicher Begrünungsbedarf, um die
Menschen im Stadtzentrum vor der Sommerhitze zu schützen.

“Der beste Zeitpunkt, um österreichs Städte langfristig gegen
Hitzewellen zu wappnen, ist jetzt. Denn je schneller
schattenspendende Bäume und kühlende Grünflächen die Chance haben zu
wachsen, desto besser können sie den betroffenen Menschen erholsame
Abkühlung bringen. Einige Städte in Österreich sind schon jetzt
NaturStadt-Pioniere und schaffen mit viel Grünraum im Stadtzentrum
spürbare Erleichterung. Wir laden nun alle Städte ein, sich zu
weniger Beton und mehr Natur zu bekennen und ihren Bürger:innen eine
NaturStadt-Garantie zu geben” , so Ebner abschließend.

Hier finden Sie die Übersichtstabelle der Hitzetage und Grünflächen:
https://act.gp/Hitze-Grünflächen

Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie hier:
https://act.gp/44l4QOM
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