Wien (OTS) – Anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit besuchte die
Initiative
„Kinderarbeit stoppen!“ gestern Sozialministerin Korinna Schumann.
Mit dabei waren Kinder aus Frauenkirchen und aus Wiener Neustadt, die
der Ministerin ihre Botschaften zum Thema Kinderarbeit übermittelten.
Außerdem hatten sie auch die Stimmen von Kindern aus Indien, Kenia
und Nicaragua mit im Gepäck. Die Initiative fordert mehr Engagement
der Bundesregierung zur Erreichung des globalen Ziels, Kinderarbeit
weltweit zu beenden.
Zwtl.: „Warum dürfen sie nicht lernen?“ – Kinder fordern Bildung für
alle
Luisa (9 J.) fand klare Worte: „Ich finde es unfair, dass Kinder
arbeiten müssen. Ich mag lieber, dass Kinder in die Schule gehen.“
Jonathan (10 J.) wird noch deutlicher: „Wenn ich Präsident der ganzen
Welt wäre, würde ich Kinderarbeit verbieten und hohe Strafen
verhängen.“ Die Kinder machten damit deutlich, worum es beim Kampf
gegen Kinderarbeit geht: um das Recht jedes Kindes auf Bildung,
Schutz, Gesundheit, Spiel und eine Zukunft ohne Ausbeutung. Egal, wo
auf der Welt, die Kinder haben ähnliche Gedanken zu Kinderarbeit:
„Ich denke, dass Kinderarbeit sehr ungerecht ist, weil die Kinder
spielen und lernen sollten, nicht arbeiten,“ so die Botschaft von
Dejanine (12 J.) aus Nicaragua an die Ministerin, oder: „Beendet
Kinderarbeit! Wir sind Kinder, keine Sklaven. Wir sind die Zukunft
der Welt,“ meint etwa Gunjan (12 J.) aus Indien. All diese Kinder
hatten bei der Video-Aktion „Kinderstimmen gegen Kinderarbeit“
mitgemacht.
Zwtl.: Sozialministerin Schumann signalisiert Unterstützung
„Ich finde es großartig, dass ihr euch für andere Kinder
einsetzt“, bedankte sich Sozialministerin Schumann für die bewegenden
Botschaften der Kinder und sicherte ihre Unterstützung im Einsatz
gegen Kinderarbeit zu: „Kinderarbeit muss man verhindern – auf allen
Ebenen! Ich kann euch versprechen, ich setze mich vehement dafür ein.
Kinderarbeit ist etwas, das uns auch angeht, auch wenn es nicht
innerhalb unserer Grenzen stattfindet. Über die Grenzen
hinauszuschauen und zu sagen, wir sind solidarisch mit anderen Kinden
auf der Welt, das ist sehr wichtig!“
Zwtl.: Österreich muss UN-Entwicklungsziel zur Beendigung von
Kinderarbeit ernst nehmen
Die Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ begrüßt die Unterstützung
der Sozialministerin und fordert die österreichische Bundesregierung
auf, durch konkrete Maßnahmen zur Erreichung des UN-Ziels für
Nachhaltige Entwicklung SDG 8.7 beizutragen. Dieses Ziel der
Vereinten Nationen verpflichtet die Staatengemeinschaft dazu,
Kinderarbeit in allen ihren Formen zu beenden und die schlimmsten
Formen von Kinderarbeit umgehend zu beseitigen. Dazu zählen
insbesondere Maßnahmen gegen Armut, der Einsatz für Bildung und
soziale Absicherung, eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit und
klare Regeln für faire Lieferketten. Weltweit sind nach aktuellen
Schätzungen von ILO und UNICEF noch immer rund 138 Millionen Kinder
von Kinderarbeit betroffen, rund 54 Millionen von ihnen arbeiten
unter gefährlichen Bedingungen.
Die Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ appelliert daher an die
Bundesregierung, den Kampf gegen Kinderarbeit ernst zu nehmen. Sigrid
Kickingereder, Geschäftsführerin der Katholischen Jungschar und ihrer
Dreikönigsaktion, fordert: „Kinderrechte gelten weltweit und für
jedes Kind. Österreich steht in der Verantwortung, einen Beitrag zur
Erreichung von UN-Entwicklungsziel SDG 8.7 zu leisten und soll dieses
prominent in der österreichischen Umsetzung der Agenda 2030
verankern.“ Ein Beitritt zur von der Internationalen
Arbeitsorganisation ins Leben gerufene Multistakeholder-Plattform
Allianz 8.7 wäre ein erster konkreter Schitt. „Österreich könnte so
Teil des weltweiten Spitzenteams von Staaten werden, die mehr zur
Beendigung von Kinderarbeit beitragen wollen“, so Kickingereder
abschließend.
Die Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ – bestehend aus der
Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Jugend Eine Welt,
FAIRTRADE Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria –
setzt sich gemeinsam mit Partner*innen in Ländern des Globalen Südens
für den Schutz von Kinderrechten, für gerechte Lieferketten und für
ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit ein.
Fotos vom Besuch: https://flic.kr/s/aHBqjCWx7g
Weitere Informationen: www.kinderarbeitstoppen.at