Wien (OTS) – Gerade für Kinderhaut ist guter Sonnenschutz
unverzichtbar. Deshalb
hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gemeinsam mit der
Stiftung Warentest 22 aktuell erhältliche Produkte mit
Lichtschutzfaktor 50 bzw. 50+ untersucht. Bei fünf Sonnencremen ergab
die Laboruntersuchung einen niedrigeren Lichtschutzfaktor als vom
Hersteller ausgelobt. Immerhin 13 Produkte erhielten jedoch die
Bewertung „gut“ und sind hinsichtlich des UV-Schutzes empfehlenswert.
Umweltkritische Stoffe bleiben hingegen bei den meisten Sonnencremen
problematisch. Die Details zum Test gibt es ab heute auf
www.vki.at/sonnenschutzmittel-2026 .
UV-Schutz: Bei fünf Produkten Abweichungen – Mehrheit überzeugt
Die wichtigste Aufgabe eines Sonnenschutzmittels ist es, die Haut
vor UVA- und UVB-Strahlung und damit vor vorzeitiger Hautalterung und
der Entstehung von Hautkrebs zu schützen. Fünf der 22 getesteten
Produkte hielten den ausgelobten UV-Schutz im Rahmen der Untersuchung
jedoch nicht ein. Der Preis ist dabei kein Indikator: Betroffen waren
sowohl günstige als auch ein sehr hochpreisiges Produkt. Bei den
folgenden Sonnenschutzmitteln ergab die durchgeführte
Laboruntersuchung einen Lichtschutzfaktor, der unter dem vom
Hersteller angegebenen Wert lag (in alphabetischer Reihenfolge): Bi
Kids (Sonnenmilch Ultra Sensitive Seebastian), Eco Cosmetics (Baby &
Kids Sonnencreme), Lavozon (Kids Med Sonnenmilch), Mabyen (Baby &
Kids Sonnencreme) und Today Sun (Kids Sonnenspray Sensitiv).
Erfreulich: 13 Produkte erhielten eine „gute“ Bewertung, darunter
sowohl Eigenmarken als auch Markenprodukte – in einer Preisspanne von
2,80 Euro bis 37,27 Euro pro 100 ml.
Umweltkritische Stoffe
Anhand der Inhaltsstofflisten wurde überprüft, ob die Produkte
umweltkritische Stoffe bzw. UV-Filter enthalten, die als
problematisch für die Umwelt gelten (z. B. Octocrylen, Oxybenzon,
DHHB). Bei diesem Prüfpunkt kommt kaum ein Produkt über „weniger
zufriedenstellend“ hinaus. Umweltkritische Stoffe finden sich in fast
allen Produkten des Testfeldes.
Nur drei Naturkosmetikprodukte kommen ohne kritische Substanzen
aus, zwei davon versagen bedauerlicherweise beim UV-Schutz. Das
dritte Naturkosmetik-Produkt punktet zwar sowohl beim UV-Schutz als
auch bei den Umweltkriterien, überzeugt allerdings beim Prüfkriterium
„Anwendung“ weniger. Der Grund: Die dickflüssige Konsistenz und der
mineralische Sonnenschutzfilter sorgen für den unbeliebten „Weißel-
Effekt“, bei dem sich ein sichtbarer heller Schleier auf der Haut
zeigt.
Guter UV-Schutz ist möglich – der Kompromiss bleibt
Ein Sonnenschutzmittel, das alle Testkriterien gleichermaßen
erfüllt – beginnend beim UV-Schutz über die Umweltkriterien bis hin
zu guter Anwendbarkeit – bleibt derzeit Wunschvorstellung. „Dennoch
ist und bleibt die Verwendung von Sonnencreme ein unglaublich
wichtiger Faktor, um die Haut vor UVA- und UVB-Strahlung und deren
Folgen zu schützen“, resümiert Birgit Schiller, Kosmetik- und Chemie-
Expertin des VKI. „Gerade auf der noch dünnen Kinderhaut kann die
Sonne Schäden verursachen, die sich über die gesamte Lebenszeit
summieren. Daher sollten Kinder stets ausreichend eingeschmiert sein,
wobei gilt: Mehr ist mehr. Zudem braucht es nicht zwingend ein
spezielles Kindersonnenschutzmittel. Grundsätzlich ist jedes
Sonnenschutzmittel mit einem ausgelobten UV-Schutz von zumindest 50
geeignet.“
SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab heute auf
www.vki.at/sonnenschutzmittel-2026 und ab dem 25.06.2026 in der
Zeitschrift KONSUMENT.