WKÖ-Danninger: Europa darf nicht bei Forschung und Wettbewerbsfähigkeit sparen

Wien (OTS) – „Europa steht im globalen Standortwettbewerb unter
massivem Druck.
Wer jetzt bei Forschung, Innovation und industrieller Skalierung
kürzt, spart nicht nachhaltig, sondern schwächt die Grundlage für
künftiges Wachstum“, betont Jochen Danninger, Generalsekretär der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der aktuellen
Vorschläge der zypriotischen Ratspräsidentschaft zum Mehrjährigen
Finanzrahmen 2028–2034. Gerade jene Programme, die Europas
Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und technologische
Souveränität stärken sollen, dürfen aus Sicht der WKÖ in den
anstehenden Budgetverhandlungen nicht geschwächt werden. „Horizon
Europe und der European Competitiveness Fund sind zentrale
Zukunftsinstrumente. Sie müssen ausreichend dotiert, exzellenzbasiert
und wirtschaftsnah ausgestaltet werden“, so Danninger.

Der EU-Haushalt 2028–2034 muss stärker als bisher auf
Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und europäischen Mehrwert
ausgerichtet werden. Dazu braucht es ein starkes, eigenständiges
Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe sowie einen wirksamen
European Competitiveness Fund, der die Lücke zwischen Forschung,
Pilotierung, Markteinführung und industrieller Skalierung schließt.

„Entscheidend ist, dass Forschungsergebnisse schneller in die
industrielle Anwendung kommen. Europa hat kein Erkenntnisproblem,
sondern vielfach ein Skalierungsproblem. Deshalb müssen Horizon
Europe und der European Competitiveness Fund eng verzahnt werden –
von der Grundlagenforschung bis zur Produktion und Markteinführung“,
betont Danninger. Aus Sicht der WKÖ darf Wettbewerbsfähigkeit nicht
nur als politisches Schlagwort im EU-Budget stehen, sondern muss sich
auch in der Mittelverteilung widerspiegeln. Exzellenzbasierte
Programme wie Horizon Europe und der European Competitiveness Fund
dürfen nicht zugunsten traditioneller Ausgabenlogiken geschwächt
werden. Mittel sollen dort eingesetzt werden, wo sie den höchsten
europäischen Mehrwert schaffen: bei den besten Projekten, bei
grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten, bei
Schlüsseltechnologien, bei KMU, Start-ups und industrieller
Transformation.

Zukunftsinvestitionen statt Kürzungen
Gleichzeitig braucht es einfachere Verfahren, einen besseren Zugang
für Unternehmen und KMU, weniger Bürokratie und schnellere
Entscheidungen. „Für Unternehmen zählt nicht nur die Höhe der Mittel,
sondern auch, ob sie praktisch erreichbar sind. Ein
wettbewerbsfähiger EU-Haushalt muss einfacher, schneller und
unternehmensnäher werden“, so Danninger. Die WKÖ spricht sich daher
klar gegen Kürzungen bei Horizon Europe und dem European
Competitiveness Fund aus. „Ein sparsamer EU-Haushalt ist wichtig.
Sparsamkeit darf aber nicht bedeuten, bei Zukunftsinvestitionen zu
kürzen, während traditionelle Ausgabenbereiche geschont werden.
Österreich sollte sich in den weiteren Verhandlungen für eine starke
Dotierung von Horizon Europe und ECF einsetzen“, so Danninger
abschließend. (PWK298/PAT)