Wien (OTS) – Die LK Österreich hat jetzt ihren Jahresbericht 2025/26
unter dem
Titel „Österreichs Land- und Forstwirtschaft in Zeiten geopolitischer
Umbrüche und Krisen“ veröffentlicht. Auf die damit verbundenen
Herausforderungen gehen LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger und
Generalsekretär Ferdinand Lembacher bereits im Vorwort ein. In den
einzelnen Kapiteln werden die interessenpolitischen Schwerpunkte zur
Verbesserung und Abfederung von krisenbedingten Umbrüchen
dargestellt. Zusätzlich im Fokus steht das „Internationale Jahr der
Bäuerin 2026“, das Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger bereits in
ihrer Einleitung thematisiert.
„Der vorliegende Jahresbericht zeugt von äußerst herausfordernden
Bedingungen für unsere land- und forstwirtschaftlichen
Familienbetriebe und in weiterer Folge für uns als ihre
Interessenvertretung – sowohl auf internationaler als auch auf
europäischer und nationaler Ebene. Er zeigt einen Ausschnitt unserer
vielfältigen Arbeit, um die Anliegen und Notwendigkeiten unserer
Mitglieder optimal zu vertreten, umzusetzen und auch zu
kommunizieren“, betont Moosbrugger.
Völlig verfehlte, schädliche Diskussion über Lebensmittelpreise
seit 2025
„Auf internationaler Ebene sind die Folgen von vier Jahren
russischer Angriffskrieg auf die Ukraine nach wie vor stark spürbar.
Die Energieversorgung ist weiterhin gestört und erheblich verteuert,
was die Inflation verstärkt und massive Marktstörungen ausgelöst
hat“, berichtet der LKÖ-Präsident. All das habe deutliche
Auswirkungen. „Ab Sommer 2025 wurde eine völlig verfehlte, schädliche
Diskussion über Lebensmittelpreise befeuert. Statt bei den wahren
Kostentreibern anzusetzen, nämlich Energie- und
Dienstleistungskosten, standen die Lebensmittelpreise im Fokus,
obwohl diese die Inflation über lange Zeit sogar gedämpft haben“, so
Moosbrugger.
Qualität, hohe Standards, aber auch Herkunft seien massiv unter
Druck geraten. „Als Landwirtschaftskammer waren und sind wir massiv
gefordert, einer populistisch und emotional geführten Preisdiskussion
auf medialer Ebene faktenbasiert entgegenzutreten. Der hohe Mehrwert
heimischer Qualitätslebensmittel für die gesamte Gesellschaft muss
thematisiert und bewusst gemacht werden“, betont der LKÖ-Präsident.
Neuer Imperialismus verunsichert Bevölkerung und Märkte
„Gleichzeitig herrscht auf internationaler Ebene ein neuer
Imperialismus, der für enorme Unsicherheiten in der Bevölkerung und
auf den Märkten sorgt. So bringt etwa der US-Präsident mit seiner
unberechenbaren und oftmals emotional geführten Handels- und
Außenpolitik die ganze Welt in Unordnung und Aufruhr, so auch die
Europäische Union und damit Österreich“, hebt Moosbrugger hervor. In
vielen Produktionsbereichen stünden hohe Kosten unter Druck geratenen
Erzeugerpreisen gegenüber.
Weitere Abhängigkeit verhindern, Wettbewerbsfähigkeit forcieren
„Unter diesem Blickwinkel bestätigt sich unsere Kritik, dass es
gefährlich ist, sich bei der Sicherheit auf die USA, bei Energie auf
Russland und bei Rohstoffen auf Asien zu verlassen. Vielmehr sehen
wir Versorgungssicherheit als wesentlichen Sicherheitsfaktor, der
gestärkt und ausgebaut werden muss. Dafür müsste die EU-Kommission
das Thema Wettbewerbsfähigkeit nicht nur thematisieren, sondern
konsequent in ihrer Politik umsetzen“, fordert Moosbrugger.
„Stattdessen bestehen weiterhin krasse Widersprüche zwischen
hohen Auflagen, Dokumentationspflichten und Standards für
Produzentinnen und Produzenten in der EU, aber geringe Ansprüche an
internationale Handelspartner. Als LK Österreich fordern wir, dass es
mehr Wettbewerbsfairness, Praktikabilität und Zukunftsperspektiven
braucht – insbesondere bei den Plänen für EU-Budget und Gemeinsame
Agrarpolitik“, unterstreicht der LKÖ-Präsident. Und was nicht den
heimischen Produktionsstandards entspricht, dürfe auch nicht
importiert werden.
Bäuerinnen ermutigen, Höfe innovativ und zukunftsorientiert
auszurichten
Viel Platz wird im Jahresbericht auch den Herausforderungen und
Leistungen der Bäuerinnen eingeräumt. „Das Internationale Jahr der
Bäuerin 2026 ist ein starkes Zeichen für die vielfältige und oft
wenig sichtbare Arbeit der Frauen auf den Höfen. Wir wollen dieses
Jahr nützen, um die Leistungen der Bäuerinnen und ihren
unverzichtbaren Beitrag für Landwirtschaft, Ernährungssicherung und
den ländlichen Raum sichtbarer zu machen und ihren Anliegen mehr
Gehör zu verschaffen“, betont Bundesbäuerin Neumann-Hartberger. Zu
diesem Zweck wird im Jahresbericht auch viel Wissenswertes und der 4-
Punkte-Plan vermittelt, um die Rahmenbedingungen für die Bäuerinnen
weiter zu verbessern.
„Aber auch zahlreiche in die LKÖ eingebettete Verbände,
Arbeitsgemeinschaften, Vereine und Netzwerke kommen im Jahresbericht
zur Sprache – ebenso wie einige von uns und dem Ländlichen
Fortbildungsinstitut (LFI) betreute Projekte. Die
Landwirtschaftskammer Österreich erweist sich einmal mehr als
unverzichtbarer Partner für die Bäuerinnen und Bauern, Forstwirtinnen
und Forstwirte in einer überaus herausfordernden Zeit. Nachlesen
lohnt sich“, schließt LKÖ-Generalsekretär Lembacher.
Der Jahresbericht steht unter diesem Link online zur Verfügung:
www.lko.at/publikationen bzw. www.lko.at/jahresbericht_2025 .