Greenpeace warnt: EU-Abgeordnete könnten Gentechnik-Schutzstandards kippen

Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor dem
geplanten Abbau
von Schutzstandards bei Gentechnik-Lebensmitteln. Bereits heute Abend
stimmt der Umweltausschuss des EU-Parlaments über die weitreichende
Deregulierung neuer Gentechnik-Methoden ab, kommenden Mittwoch folgt
die finale Plenarabstimmung. Die Folgen für Bäuerinnen und Bauern
sowie Konsument:innen wären verheerend: Ohne den bestehenden Regeln
droht ein unkontrollierter Einzug von Gentechnik auf unseren Äckern
und Tellern. Greenpeace fordert daher alle österreichischen EU-
Abgeordnete auf, für den Erhalt der Schutzstandards zu stimmen.

Greenpeace Landwirtschaftsexperte Sebastian Theissing-Matei: “ Wenn
die neue Gentechnik so dereguliert wird wie geplant, droht eine wahre
Lawine von patentiertem Saatgut. Große Agrar-Konzerne erlangen dann
eine noch stärkere Kontrolle über unser Lebensmittelsystem. Durch
diese Patent-Flut steht die Existenz von Landwirtinnen und Landwirten
sowie kleinen Saatgut-Züchtern auf dem Spiel. Auch würden
Konsumentinnen und Konsumenten künftig im Dunkeln tappen, ob in ihrem
Essen Gentechnik steckt oder nicht.”

Da mittels Gentechnik hergestellte Lebensmittel rechtlich als
Erfindungen gelten, können sie im Gegensatz zu herkömmlichen Pflanzen
patentiert werden. Damit drohen auch bei uns amerikanische
Verhältnisse mit einer noch viel stärkeren Abhängigkeit von
Bäuerinnen und Bauern von internationalen Saatgut-Konzernen.
Gleichzeitig soll auch die Kennzeichnungspflicht für viele Arten der
Gentechnik in Lebensmitteln fallen. Damit können Konsument:innen
nicht mehr selber kontrollieren, ob etwa in ihrem Gemüse, Obst oder
Brot Gentechnik steckt. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Konzerne
diktieren, was auf unserem Acker oder Teller landet“ , betont
Theissing-Matei und nimmt die Politik in die Pflicht: „Besonders die
Abgeordneten der ÖVP, die bei manchen vergangenen Gentechnik-
Abstimmungen mit Abwesenheit hervorgestochen sind, müssen diese Woche
klar Flagge bekennen und lückenlos für den Erhalt der strengen
Schutzstandards stimmen.“