„Ältere Generation ist kein Lückenbüßer für Budgetfehler der Regierung“

Wien (OTS) – „Weil sich die Koalitionsparteien bei der Eindämmung des
‚Zwischenparkens‘ von Arbeitskräften beim AMS völlig verhakt haben,
soll nun offenbar die Altersteilzeit weiter zusammengestutzt werden –
dort, wo es politisch am einfachsten ist: bei der älteren
Generation“, kritisiert Birgit Gerstorfer, Präsidentin des
Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), die aktuellen Budgetpläne
der NEOS. „Das ist nichts anderes als ein bequemes Ausweichen vor den
eigentlichen Problemen am Arbeitsmarkt – und ein weiterer
sozialpolitischer Schlag ins Gesicht jener Menschen, die
jahrzehntelang gearbeitet haben.

„Billige Gießkannen-Polemik auf Kosten der Älteren“

Besonders scharf geht Gerstorfer mit den NEOS ins Gericht, die
öffentlich davon sprechen, die Altersteilzeit „zusammenzustutzen“ und
sie nur noch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen offen
zu halten und damit die Kosten von rund 600 Mio. Euro auf 200 Mio.
Euro zu drücken. „Wer ein bewährtes Instrument der Arbeitswelt im
höheren Erwerbsalter pauschal als ‘teure Gießkanne’ diffamiert,
betreibt bewusst Stimmung gegen ältere Arbeitnehmer*innen“, so
Gerstorfer.

Auch die von der ÖVP ins Spiel gebrachte Bemessungsobergrenze von
75 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage – derzeit rund 5.200 Euro –
ist für den PVÖ kein sozialer Wurf, sondern ein weiterer Schritt, das
Instrument systematisch auszuhöhlen. „Zuerst wird die Altersteilzeit
schrittweise eingeschränkt, dann wird mit Deckeln, Zielgruppen-
Verengung und neuen Hürden gearbeitet. In Summe ergibt das de facto
eine dauerhafte Verunsicherung für alle, die kurz vor der Pension
stehen“, kritisiert Gerstorfer, die auch darauf verweist, dass
Altersteilzeit bereits in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft
und zeitlich begrenzt wurde. „Wenn man die Einsparungen beim
‚Zwischenparken‘ von Arbeitskräften beim AMS nicht zustande bringt,
dann muss man eben bessere, gerechte Lösungen finden – und nicht
reflexartig zur Brieftasche der älteren Generation greifen“, so
Gerstorfer.

Ältere Arbeitnehmer*innen tragen schon jetzt die Hauptlast

Der PVÖ erinnert daran, dass ältere Arbeitnehmende und Pensionist
*innen bereits heute in vielfacher Weise zur Budgetstabilisierung
beitragen – etwa durch erhöhte Krankenversicherungsbeiträge, real
sinkende Kaufkraft und steigende Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig
steigen die Risiken von Langzeitarbeitslosigkeit gerade ab 55 Jahren
deutlich, während vielen Betroffenen der Wiedereinstieg faktisch
verwehrt bleibt. „Altersteilzeit ist kein Luxus, sondern für viele
ein notwendiges Instrument, um überhaupt bis zur Pension durchhalten
zu können. Wer hier kürzt, setzt ein fatales Signal: Die ältere
Generation ist der einfachste Sparposten. Dagegen werden wir uns mit
aller Kraft wehren.“ (Schluss)