KSW zum Budget: Streichung des Gewinnfreibetrags belastet Unternehmen

Wien (OTS) – Die Kammer der Steuerberater:innen und
Wirtschaftsprüfer:innen (KSW)
erkennt im vorgelegten Doppelbudget der Bundesregierung erste
richtige Ansätze, sieht zentrale Maßnahmen jedoch kritisch. Vor allem
der geplante Entfall des Gewinnfreibetrags belaste die heimische
Wirtschaft.

„Die Stoßrichtung stimmt. Wer die Lohnnebenkosten senkt und den
digitalen Bürokratieabbau zur Priorität erklärt, geht grundsätzlich
den richtigen Weg. Genau dort setzt auch unser mit
Expert:innengruppen ausgearbeitetes Reformpaket an. Allerdings
erfolgt die von der Bundesregierung angekündigte Senkung der
Lohnnebenkosten reichlich spät, und ihre konkrete Umsetzung gemeinsam
mit den Bundesländern ist bislang nicht geklärt“, betont KSW-
Präsident Philipp Rath.

Zwtl.: Entfall des Gewinnfreibetrags falscher Hebel

Den größten Kritikpunkt sieht die Kammer im geplanten Wegfall des
Gewinnfreibetrags. „Die Streichung setzt genau am falschen Hebel an
und belastet weiter vor allem KMUs und Einzelunternehmen“, so Rath.
Kritisch bewertet die KSW auch den geplanten Entfall des
Steuervorteils für die Privatnutzung von E-Firmenfahrzeugen. Damit
sinke der wirtschaftliche Anreiz für Unternehmen, in den eigenen
Fuhrpark zu investieren, und es fehle an Planungssicherheit. „Viele
Betriebe haben ihre langfristigen Anschaffungen auf Grundlage der
bisherigen Regelung getätigt und sehen sich nun mit verschlechterten
Rahmenbedingungen konfrontiert“, stellt Rath klar.

Die KSW bekräftigt ihre Bereitschaft, die nächsten Schritte aktiv
mitzugestalten: „Wir als Berufsstand haben das Ohr direkt an den
Unternehmen und verstehen uns als Brückenbauerin zwischen
Gesetzgebung und Praxis. Wir bringen uns nicht nur mit Forderungen,
sondern ausgearbeiteten Lösungen ein. Unsere Vorschläge liegen auf
dem Tisch, wir sind bereit.“

Zwtl.: Klare Positionierung gegen neue Steuern

Klar positioniert sich die Kammer auch in der laufenden Debatte,
dass neue Steuern für den Standort kontraproduktiv seien. Einerseits
würden diese zu Verunsicherung führen, aber auch ein Hemmschuh für
neue Betriebsansiedelungen. „Wenn wir jetzt den Mut aufbringen, die
richtigen Weichen zu stellen, können wir Österreich wieder zu einem
attraktiven, wettbewerbsfähigen Standort mit einem Steuersystem
machen, das Leistung fördert statt sanktioniert“, so KSW-Präsident
Philipp Rath.

Zwtl.: Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen als Partner:innen der
heimischen Unternehmen

Die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen
vertritt die Interessen von mehr als 8.800 Steuerberater:innen und
Wirtschaftsprüfer:innen sowíe knapp 4.500 Berufsanwärter:innen. Deren
Leistungen werden von 95 % aller österreichischen Unternehmen in
Anspruch genommen. Mehr unter www.ksw.or.at