Digitaler Tachograph ab Juli: weniger Fahrzeuge, längere Laufzeiten, höhere Preise? (FOTO)

Hamburg (OTS) – Zum 1. Juli weitet die EU mit dem Mobilitätspaket I
die Pflicht zum
digitalen Fahrtenschreiber auf Transporter zwischen 2,5 und 3,5
Tonnen aus, sobald sie grenzüberschreitend oder in der Kabotage
eingesetzt werden. Damit gelten für die leichte Nutzfahrzeugklasse
erstmals Regeln, die bisher dem schweren Güterverkehr vorbehalten
waren: Einbau eines intelligenten Fahrtenschreibers der zweiten
Generation, Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und – je nach Einsatz
– Entsendepflichten für Fahrer. Rein national eingesetzte Fahrzeuge
bleiben außerhalb des Geltungsbereichs.

Vorbereitet ist die Branche überwiegend noch nicht. Nach einer
Umfrage der International Road Transport Union müssen knapp neun von
zehn betroffenen Fahrzeugen noch nachgerüstet werden; nur gut ein
Viertel der Unternehmen sieht sich zum Stichtag vollständig
vorbereitet. Als Hürden nennen die Betriebe vor allem knappe
Werkstattkapazitäten, die Einbaukosten und offene Fragen zur Technik.

Auf die Preise hat das absehbare Folgen. Pflichtpausen und
Ruhezeiten senken die Kilometer, die ein Transporter am Tag legal
zurücklegt; die Fixkosten verteilen sich auf weniger Strecke. In
einer Umfrage von Trans.eu unter Mitgliedern des Logistikverbands
ARILOG rechnen drei Viertel der Befragten mit einem deutlichen
Anstieg der Kosten pro Kilometer, und alle befragten Unternehmen
planen, ihre Raten zu erhöhen. Die Hälfte erwartet zudem spürbar
längere Laufzeiten auf den internationalen Strecken. Zugleich
erwarten sie, dass kleinere Anbieter, die die Investitionen nicht
stemmen, aus dem Markt ausscheiden.

„Ein Teil der Anbieter rüstet um, ein Teil weicht auf andere
Fahrzeuggrößen aus, ein Teil hört auf. Unterm Strich wird die
verfügbare Kapazität kleiner.“ sagt Timm Trede, Geschäftsführer von
zipmend . Für Verlader heißt das vor allem eines: Wer
grenzüberschreitende Express-Transporte einkauft, sollte ab dem
Sommer mit höheren Preisen und einem knapperen Angebot rechnen –
besonders auf den langen internationalen Korridoren, auf denen schon
heute die meisten Transporter unterwegs sind.

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