Lueger-Präsentation: Pfeifkonzert der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen

Wien (OTS) – Am 11. Juni 2026 um 10 Uhr stellt die Stadt Wien ohne
öffentlichen
Festakt die Lueger-Kontextualisierung „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“
vor. Trotz dem jahrelangen Protest der jüdischen Gemeinde, welche die
Entfernung der Statue und die Umbenennung des Platzes forderte, wurde
die Statue des Antisemiten und Hitler-Idols Karl Lueger restauriert
und wieder aufgestellt – die 776.000 Euro teure 3.5 Grad Neigung ist
wie erwartet unbemerkbar, die Kontextualisierung drückt das Problem
des Antisemitismus in keiner Weise aus.

Nachdem die Wiederaufstellung der restaurierten Statue am 4. Mai
ohne Information der Öffentlichkeit um 4 Uhr früh erfolgte, soll nun
der “Öffentlichkeit” die Statue präsentiert werden – im Rahmen einer
geschlossenen Pressekonferenz mit anschließender Besichtigung.

Die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH) werden der
Besichtigung mit einem lautstarken Pfeifkonzert begegnen und rufen
unter dem Slogan “Feige Denkmalpolitik auspfeifen!” zu einer Protest-
Kundgebung am Karl Lueger Platz auf.

Mit Redebeiträgen von: Jüdische österreichische
Hochschüler:innen, Sashi Turkof (Künstlerin), Eduard Freudmann (
Künstler, Schandwache), Marlene Streeruwitz (Autorin, Schandwache)

Lia Guttmann, Co-Präsidentin der JöH, kritisiert die
Denkmalpolitik der Stadt: “Entgegen der jahrelangen Forderungen der
Jüdischen Gemeinde steht die Lueger-Statue noch immer da – geputzt
und restauriert. Durch die nichts-sagende 3.5 Grad Neigung ist die
Statue schlechter kontextualisiert, als durch die Beschmierungen. Mit
dieser feigen, denkmalpolitischen Lösung ist über das Problem nichts
gesagt – das Problem heißt Antisemitismus!“

Milli Li Rabinovici, Co-Präsidentin der JöH, schließt sich der
Kritik an: “Als jüdische Studierende sind wir schon lange enttäuscht
von der Denkmalpolitik der Stadt Wien, die das Ehrendenkmal des
antisemitischen Hitler-Idols Lueger einfach nicht abreißen will.
Stattdessen wurden von der öffentlichen Hand 770.000 Euro für eine
absurde Lösung ausgegeben, mit der niemand zufrieden ist. Die
gescheiterte Kontextualisierung wird nun ohne Festakt präsentiert –
steht selbst die Stadt Wien nicht zu dieser Lösung?”