Neue Awarenessbestimmungen für mehr Sicherheit im Wiener Nachtleben

Wien (OTS) – Am 1. Juli treten neue Vorgaben im Wiener
Veranstaltungsgesetz in
Kraft, die für noch mehr Sicherheit im Wiener Nachtleben sorgen
sollen: So müssen Veranstalter*innen künftig in bestimmten
Situationen ab 300 Beuscher*innen ein Awarenesskonzept erstellen und
Awarenessbeauftragte benennen.

„Ziel ist, dass sich alle Menschen im Nachtleben möglichst sicher
und respektiert fühlen und bei Bedarf Unterstützung bekommen“, betont
Stadtrat Jürgen Czernohorszky, der für die Wiener
Veranstaltungsbehörde verantwortlich ist.

Awareness bedeutet das Bewusstsein für Grenzüberschreitungen,
Diskriminierung und (sexualisierte) Gewalt sowie für das Wohlbefinden
von Personen. Das Awarenesskonzept ist ein Leitfaden, der festhält,
wie mit solchen Situationen umgegangen wird. Es beschreibt zum
Beispiel Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Maßnahmen während
den Veranstaltungen sowie eine klar definierte Awareness-
Rettungskette.

Zwtl.: Enge Zusammenarbeit mit der Vienna Club Commission

Entstanden sind die neuen Bestimmungen in enger Zusammenarbeit
mit der Vienna Club Commission (VCC), der Anlaufstelle für alle
Anliegen im Wiener Club- und Veranstaltungsbereich: 2023 wurde eine
Umfrage zum Thema Sicherheit im Wiener Nachtleben durchgeführt,
wonach 65% aller Befragten zumindest einmal persönlich eine
Diskriminierung, Belästigung oder einen Übergriff erlebt haben.
Seither wurden viele wichtige Schritte gesetzt. „Der Club- und
Veranstaltungsbereich hat aktiv Veränderungsprozesse angestoßen und
konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt“, betont VCC-
Geschäftsführerin Martina Brunner.

So wurden zwischen 2024 und 2026 insgesamt 180 Personen aus dem
Club- und Veranstaltungsbereich im Rahmen der Safer Feiern
Workshopreihe zum Umgang mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen
geschult. Die Stadt Wien – vor allem das Frauenservice und die MA13 –
hat dafür wichtige Rahmenbedingungen geschaffen:

Darüber hinaus hat die VCC gemeinsam mit der Nightlife
Foundation, VibeLab und SafeNow das Projekt „Neighbourhoods for All“
am Wiener Gürtel gestartet. Auch hier unterstützt die Frauenabteilung
mit einem Sensibilisierungstraining zum Thema Awareness für
Clubarbeiter*innen.

Den „Schlussstein“ der neuen Entwicklung in Bereich Awareness
bilden nun die neuen Bestimmungen, die im Juli in Kraft treten. MA
36, MA 57 und die Vienna Club Commission haben in enger Abstimmung
Materialien entwickelt, um Veranstalter*innen bei der Umsetzung der
neuen Awareness-Bestimmungen zu unterstützen. Auf der Website der MA
36 wird ab Mitte Juni ein Muster-Awarenesskonzept zum Download
bereitgestellt, während auf der Website der VCC ebenfalls ab Mitte
Juni eine Awareness-Mappe mit umfangreichen Informationen,
Definitionen sowie optionalen Anhängen zu den verpflichtenden
Awarenesskonzepten zur Verfügung stehen wird.

„Wien ist die Stadt der Frauen. Dazu gehört es, eigene Wege zu
gehen, nach Lust und Laune feiern zu können und bei Veranstaltungen
keine Sorgen haben zu müssen. Dieses Bewusstsein muss uneingeschränkt
vorhanden sein. Mit den neuen Awarenessbestimmungen schafft Wien
jetzt einen einheitlichen Standard. Das Frauenservice der Stadt Wien
hat hier die Sicht der Frauen unserer Stadt stark eingebracht. Denn
in Wien herrscht Null-Toleranz bei sexueller Belästigung und
Übergriffen! Schließlich ist ein respektvolles Miteinander die
Grundvoraussetzung für einen gelungenen Konzertbesuch oder eine lange
Partynacht!“ so Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch.

„Wien geht mit den neuen Awarenessbestimmungen einen weiteren
großen Schritt voran, um ein sichereres Nachtleben und ein
ausgelassenes Feiern für alle Menschen zu ermöglichen. Das ist
möglich aufgrund der Vielen, die sich in der Vergangenheit für mehr
Awareness eingesetzt und ihre Expertise zur Verfügung gestellt haben.
Besonders aber auch all jenen, die mutig ihre Geschichten erzählt
haben, und denen an dieser Stelle noch einmal besonderer Dank
ausgesprochen werden soll“, so Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete
Marina Hanke.

„Die Clubs haben bereits selbst viele Maßnahmen in Richtung
Awareness gesetzt – sie sind also den neuen Bestimmungen schon einen
Schritt voraus“, betont Stadtrat Czernohorszky. „Wichtig ist für uns:
Die Clubkultur gehört zu Wien und ist ein wesentlicher Teil des
Kulturlebens. Orte, wo Menschen zusammenkommen und in sicherem Rahmen
feiern. Das soll auch in Zukunft möglich sein!“

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)