Disoski/Grüne: „Bundesregierung scheitert bei Lohntransparenz – Frauen zahlen den Preis“

Wien (OTS) – „Jetzt ist endgültig klar: Die Bundesregierung wird die
EU-
Lohntransparenzrichtlinie nicht rechtzeitig umsetzen. Das ist ein
frauenpolitisches Totalversagen auf dem Rücken von Frauen“,
kritisiert Sprecherin der Grünen für Frauen- und Europapolitik, Meri
Disoski.

„Obwohl die Umsetzungsfrist am 7. Juni endet, liegt bis heute
kein Gesetzesentwurf vor. Die Regierungsparteien haben zugelassen,
dass die Umsetzung von der Wirtschaftslobby ausgebremst wird. Während
Frauen weiterhin tausende Euro weniger verdienen als Männer, sieht
die Bundesregierung tatenlos dabei zu, wie eine der wichtigsten
Gleichstellungsmaßnahmen der letzten Jahre sabotiert wird“, so
Disoski.

„Dass SPÖ-Sozialministerin Schumann nun von ‚konstruktiven
Gesprächen‘ zwischen den Sozialpartnern spricht, ist vor diesem
Hintergrund Sarkasmus pur. Frauen können sich von Gesprächsrunden und
Ankündigungen nichts kaufen. Sie brauchen endlich faire Einkommen und
echte Transparenz“, hält Disoski fest.

Besonders scharf kritisiert Disoski die Rolle der
Wirtschaftskammer: „Die permanente Panikmache vor Transparenz und
angeblicher Bürokratie dient nur einem Zweck: bestehende
Ungerechtigkeiten aufrechtzuerhalten. Wer nichts zu verbergen hat,
hat auch keinen Grund, bei Lohntransparenz auf die Barrikaden zu
steigen.“

Österreich habe weiterhin einen der höchsten Gender Pay Gaps
Europas. „Frauen brauchen keine Ausreden und keine weiteren
Verzögerungen, sondern endlich gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“,
so Disoski.