Berufliche Inklusion als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Wien (OTS) – Die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen
ist eines der
zentralen Zukunftsthemen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Bei einer
Pressekonferenz des Zero Project mit der Österreichischen Post AG
betonten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft die Chancen einer inklusiven Arbeitswelt. Inklusion
im Arbeitsalltag ist nicht nur gesellschaftliche Verantwortung,
sondern auch ein entscheidender wirtschaftlicher Hebel, etwa für
Innovation, Fachkräftesicherung und stabile Teams.

Inklusion als ungenutztes Potenzial am Arbeitsmarkt

In Österreich leben bis zu 1,9 Millionen Menschen mit
Einschränkungen im Alltag, gleichzeitig sind Menschen mit
Behinderungen am Arbeitsmarkt nach wie vor deutlich
unterrepräsentiert. Nur etwa 15 Prozent der Menschen mit
registrierter Behinderung sind erwerbstätig.

Martin Essl, Gründer und Initiator, Zero Project: „ Unser Ziel
ist es, Menschen mit Behinderungen die Chance zu geben, durch eine
ihren individuellen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit ein eigenes
Einkommen zu erzielen. Auf diese Weise erfahren sie Wertschätzung und
das Gefühl, einen wichtigen Beitrag zu leisten – Aspekte, die ihr
Selbstbewusstsein nachhaltig stärken. Aus meiner langjährigen
Erfahrung als Unternehmer weiß ich, dass sich diese Menschen durch
außergewöhnliches Engagement, hohe Motivation und große Loyalität
auszeichnen – eine Win-win-win-Situation! “

Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister für Wirtschaft, Energie
und Tourismus: „ Rund 170.000 Menschen wollen und können arbeiten –
sie finden nur keinen Zugang, und das in Zeiten des schärfsten
Fachkräftemangels seit Jahrzehnten. Die Post zeigt gemeinsam mit dem
Zero Project, dass Inklusion funktioniert, Teams stärkt und
brachliegende Arbeitspotenziale erschließt – ÖBAG-Unternehmen liefern
damit mehr als Dividenden: Sie tragen dazu bei, den Fachkräftemangel
zu lindern und den Wirtschaftsstandort zu stärken, und genau das
erwarte ich von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung. “

Österreichische Post als Vorreiterin

Die Österreichische Post zählt mit 20.000 Mitarbeiter*innen zu
den größten Arbeitgeber*innen des Landes und nimmt in der beruflichen
Inklusion eine Vorzeigerolle ein: Fast 1.300 Menschen mit
Behinderungen sind in Österreich im Konzern beschäftigt, womit die
gesetzliche Beschäftigungsquote übererfüllt wird.

Die Einsatzbereiche in der Post sind vielfältig, von
Logistikzentren über die Zustellung bis hin zu den Zentralbereichen:

– In der Vorsortierung von Briefen und Paketen leisten Mitarbeiter*
innen mit Autismusspektrum einen wichtigen Beitrag: Klare Abläufe,
strukturierte Tätigkeiten und wiederkehrende Prozesse bieten ein
Umfeld, in dem ihre Stärken besonders zur Geltung kommen.
Gleichzeitig profitieren die Teams von hoher Genauigkeit,
Verlässlichkeit und einem besonders reflektierten Miteinander.

– In der Zustellung sind Menschen mit unterschiedlichen körperlichen
oder kognitiven Einschränkungen täglich im Einsatz: Ob im direkten
Kund*innenkontakt oder bei der Planung von Zustelltouren – die
Leistungen sind geprägt von hoher Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein
und Engagement. Für viele Empfänger*innen ist diese Vielfalt gelebte
Normalität.

– Auch gehörlose Mitarbeiter*innen sind fixer Bestandteil der Teams
in den Zustellbasen : Sie übernehmen ihre Aufgaben wie alle Kolleg*
innen und tragen gleichzeitig aktiv zum Teamzusammenhalt bei. In
vielen Fällen entsteht daraus zusätzlicher Mehrwert – etwa durch das
gemeinsame Erlernen von Gebärdensprache im Team.

– In den Zentralbereichen zeigt sich, dass körperliche
Einschränkungen keine Hürde für Leistung darstellen: Mitarbeiter*
innen bringen ihre Expertise etwa in der Verrechnung oder im
Diversitätsmanagement ein und fungieren als wichtige Role Models für
eine inklusive Unternehmenskultur.

Die Praxis zeigt: Inklusion ist bei der Post längst kein
Einzelprojekt mehr, sondern gelebter Arbeitsalltag.

Inklusion als Business-Faktor

Unternehmen profitieren nachweislich von inklusiven Strukturen,
etwa durch höhere Mitarbeiter*innenbindung, geringere Fluktuation und
stärkere Innovationskraft. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels
eröffnet die Einbindung von Menschen mit Behinderungen neue
Perspektiven für nachhaltiges Wachstum.

Walter Oblin, Generaldirektor, Österreichische Post AG: „
Inklusion ist für uns nicht nur Teil unserer gesellschaftlichen
Verantwortung, sondern macht uns als Unternehmen insgesamt auch
stärker. Rund 1.300 Menschen mit Behinderung erfahren bei der Post
Freude, Sinn und Leistung, die Kernwerte unserer Unternehmenskultur.
Wenn wir also Barrieren abbauen, erschließen wir neue Talente und
stärken gleichzeitig unsere Innovationskraft und unsere Teams. “

Gemeinsames Ziel: eine Arbeitswelt für alle

Die Zusammenarbeit zwischen Österreichischer Post und dem Zero
Project steht exemplarisch für den Schulterschluss zwischen
Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Inklusion als
strategische Chance sichtbar zu machen und nachhaltige Lösungen für
einen inklusiven Arbeitsmarkt voranzutreiben.

Fakten auf einen Blick

(Stand: Mai 2026)

– Anlass: Zusammenarbeit des Zero Project mit der Österreichischen
Post AG zur beruflichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen

– Kennzahlen: In Österreich leben bis zu 1,9 Millionen Menschen mit
Einschränkungen im Alltag; nur etwa 15 % der Menschen mit
registrierter Behinderung sind erwerbstätig; die Österreichische Post
beschäftigt rund 20.000 Mitarbeiter*innen, darunter rund 1.300
Menschen mit Behinderungen

– Praxis: Einsatz von Menschen mit Behinderungen in Logistikzentren,
der Zustellung und den Zentralbereichen der Österreichischen Post

– Bedeutung: Inklusion wird als wirtschaftlicher Faktor für
Innovation, Fachkräftesicherung und stabile Teams hervorgehoben

– Quelle/Partner*innen: Österreichische Post AG; Zero Project