OeKB-Kundenbefragung: Europa rückt angesichts geo- und handelspolitischer Unsicherheiten als Hoffnungsmarkt in den Fokus

Wien (OTS) – Eine Kundenbefragung der Oesterreichischen Kontrollbank
AG (OeKB)
zeigt, dass Europa für die heimische Exportwirtschaft wieder deutlich
an Bedeutung gewinnt. Nordamerika und Südost-Asien werden hingegen
nur mehr von jedem dritten Unternehmen als Hoffnungsmarkt genannt.
Mehr als ein Drittel der Befragten ist stark von US-Einfuhrzöllen
betroffen. Als Reaktion darauf planen zwei von drei Unternehmen eine
verstärkte Diversifizierung ihrer Zielmärkte. Die OeKB und das
Bundesministerium für Finanzen (BMF) können diese mit Exportgarantien
und Finanzierungen gezielt unterstützen. Dabei wird zunehmend ein
proaktiver Ansatz mit einer Marktaufbereitung verfolgt, um gerade
auch KMU verstärkt ins Projektgeschäft in Wachstumsmärkten zu
bringen. Beim Exporttag26 in der Wirtschaftskammer Österreich am 28.
Mai können sich Unternehmen über das breite Produkt- und
Serviceportfolio der OeKB informieren.

Vor dem Hintergrund einer schwachen internationalen Konjunktur
sowie zunehmender handels- und geopolitischer Unsicherheiten ist der
Wert der österreichischen Warenexporte im Jahr 2025 um 0,5 %
gesunken. Hauptverantwortlich dafür waren eine geringere Nachfrage im
wichtigsten Absatzmarkt Deutschland und im übrigen Euro-Raum sowie
ein deutlicher Einbruch der Exporte in die USA um 20 %. Auch für 2026
wird nur ein moderates Wachstum erwartet, welches zudem im
Zusammenhang mit den Auswirkungen des Nahost-Konflikts und
allgemeinen geopolitischen Unwägbarkeiten mit Abwärtsrisiken behaftet
ist.

Zwtl.: Handelsdiversifizierung als Antwort auf US-Zölle

Die im März durchgeführte Onlinebefragung zeigt, dass
Exportunternehmen trotz des herausfordernden Umfelds weiterhin stark
auf eine Ausweitung ihrer Auslandsaktivitäten setzen. Im Vergleich
zur Kundenbefragung zu Jahresbeginn 2024 sind jedoch deutliche
Verschiebungen erkennbar: Während 59 % der Befragten Europa als
Hoffnungsmarkt nennen – ein Anstieg um 21 Prozentpunkte -, werden
Südost-Asien und Nordamerika aktuell nur noch von jedem dritten
Exportunternehmen als solche gesehen; 2024 war es noch jedes zweite.
Zudem gewinnt die Ausweitung bestehender Märkte wieder stärker an
Bedeutung (85 % gegenüber 75 %), während die Dynamik bei der
Erschließung neuer Märkte im Vergleich zu 2024 leicht rückläufig ist
(75 % gegenüber 84 %). 38 % der Befragten sind stark von US-
Einfuhrzöllen betroffen. Als Reaktion darauf planen zwei von drei
Unternehmen eine verstärkte Diversifizierung ihrer Zielmärkte.

Helmut Bernkopf, im Vorstand der OeKB für den Bereich Export
Services zuständig: „Die geo- und handelspolitischen Konflikte der
letzten Monate haben ihre Spuren hinterlassen. Die stärkere
Rückbesinnung auf Europa ist nachvollziehbar, insbesondere Osteuropa
bleibt eine wichtige Exportstütze. Und innerhalb der EU könnte eine
vertiefte Integration des Binnenmarkts noch erhebliches Potenzial
freisetzen. Gleichzeitig muss aber ganz klar gesagt werden: Schwellen
– und Entwicklungsländer weisen weiterhin ein deutlich dynamischeres
Wirtschaftswachstum auf – und daran muss die heimische
Exportwirtschaft partizipieren. Österreichs Unternehmen haben die
Technologien und das Know-how, um auf allen Kontinenten erfolgreich
zu sein. Gemeinsam mit dem BMF tun wir alles dafür, sie dabei
bestmöglich zu unterstützen. Seit einigen Jahren zunehmend auch als
Trade Creator mit einer gezielten Marktaufbereitung.“

Zwtl.: Absicherung gegen Risiken und aktive Marktaufbereitung

Mit Exportgarantien des Bundes können auch höhere wirtschaftliche
und politische Risiken im Auslandsgeschäft abgesichert werden.
Unternehmen profitieren dabei von im internationalen Vergleich sehr
attraktiven Deckungsquoten. Neben den klassischen Finanzierungen von
Exporten und Auslandsinvestitionen kann die OeKB durch ihre
Zusammenarbeit mit Finanzinstituten in vielen Ländern auch
internationale Großprojekte finanzieren, bei denen nur ein Teil der
Lieferungen und Leistungen aus Österreich stammt. So bietet die OeKB
beispielsweise ausländischen Geschäftspartnern für regelmäßige
Zukäufe von Investitionsgütern aus Österreich flexible Shopping
Lines, in denen mehrere Lieferungen in einem Kredit gebündelt werden.
Ein weiterer aktueller Schwerpunkt ist die Unterstützung für EPC-F (
Engineering, Procurement, Construction, and Finance) Projekte: Das
Team International Business Development tritt dabei direkt an
ausländische Generalunternehmer heran und positioniert
österreichische Exportsektoren sowie die Absicherungs- und
Finanzierungslösungen der OeKB gezielt in dynamischen
Wachstumsmärkten.

Zwtl.: Österreichischer Exporttag am 28. Mai

Der von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA veranstaltete Exporttag,
Österreichs größte Informations- und Netzwerkveranstaltung rund um
das Thema Export und Internationalisierung, findet heuer am 28. Mai
in der Wirtschaftskammer Österreich in der Wiedner Hauptstraße statt.
Das Team der OeKB Export Services wird interessierte Unternehmen
darüber informieren, wie sie ihre konkreten Exportgeschäfte sowie
Investitionsprojekte im In- und Ausland absichern und finanzieren
können. Am Folgetag lädt die OeKB zudem Vertreter-innen und Vertreter
von Banken aus ganz Österreich und auch Deutschland ein, um in
mehreren Vorträgen die wichtigsten aktuellen Entwicklungen im Bereich
der Export Services zu präsentieren.

Zwtl.: Über die Umfrage

Dies sind Ergebnisse aus einer Kundenbefragung, die INTEGRAL
Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H. im Auftrag der OeKB
durchgeführt hat. Zwischen dem 2. und 31. März 2026 wurden im Rahmen
einer Onlinebefragung 76 Exportunternehmen zu den Themenfeldern
Energieversorgung und Energiesicherheit , Lieferketten , Umwelt und
Nachhaltigkeit , Regulatorik sowie Hoffnungs- und Risikomärkte
befragt. Alle Angaben wurden ausschließlich aggregiert ausgewertet.

Zwtl.: Über die OeKB Gruppe

Die Unternehmen der OeKB Gruppe mit ihren mehr als 500
Mitarbeitenden erbringen wesentliche und relevante Services für die
österreichische Exportwirtschaft, den Kapitalmarkt und die
Tourismuswirtschaft, bieten Dienstleistungen für den Energiemarkt und
sind Teil der österreichischen Entwicklungsfinanzierung. All ihre
Aktivitäten haben einen deutlichen volkswirtschaftlichen Nutzen,
stärken den Standort Österreich und unterstützen Österreichs
Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die OeKB handelt
wettbewerbsneutral, sektorenübergreifend und nachhaltig
verantwortungsbewusst.