WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen

Wien/Vientiane (OTS) – Mehr als zehn Jahre nach der letzten
bestätigten Sichtung eines
wilden Tigers in Laos gibt es neue Hoffnung für die bedrohte
Großkatze: Die Regierung von Laos hat einen neuen nationalen
Aktionsplan zur Rückkehr der Tiger in der Wildnis beschlossen. Der
„National Tiger Recovery Action Plan“ (NTRAP) soll die
Voraussetzungen schaffen, damit sich Tiger langfristig wieder
natürlich in Laos ansiedeln können. Der Plan wurde im März von den
laotischen Landwirtschafts- und Umweltministern unterzeichnet und
wird nun vom Forstministerium in Zusammenarbeit mit
Naturschutzorganisationen wie dem WWF umgesetzt: „ Die Rückkehr des
Tigers in Laos wäre ein starkes Zeichen dafür, dass sich ganze
Ökosysteme erholen. Denn als Spitzenprädator spielt der Tiger eine
Schlüsselrolle für das ökologische Gleichgewicht gesunder Wälder.
Gleichzeitig wäre es für den Erhalt von Tigern weltweit entscheidend
– denn in freier Wildbahn gibt es nur mehr rund 5.500 Tiere ”, sagt
WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. Der Aktionsplan und dessen
Umsetzung durch den WWF setzt auf die Wiederherstellung geeigneter
Tiger-Lebensräume, den Schutz von Beutetieren, stärkere Maßnahmen
gegen die Wilderei sowie enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern,
wie Thailand.

Kleines Land, große Artenvielfalt
Das kleine Binnenland Laos spielt beim Artenschutz in Südost-Asien
eine zentrale Rolle. „Laos ist aufgrund seiner Lage und der relativ
dünnen Besiedelung eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Die
wertvollsten Gebiete konzentrieren sich auf die tropischen Wälder und
den Mekong-Fluss. Auch als Durchzugsland ist Laos für die Wanderungen
und den genetischen Austausch von zahlreichen Tierarten sehr
wichtig“, sagt Scattolin vom WWF.

Besonders das Schutzgebiet Nam Poui gilt als zentrales Gebiet für
eine mögliche Rückkehr der Tiere, in dem der WWF Österreich bereits
seit mehreren Jahren aktiv im Einsatz ist. „Nam Poui ist eines dieser
letzten, fast unberührten Gebiete, in denen sich die Natur frei
entfalten kann. Aktuelle Untersuchungen und Wildtierkameras
bestätigen dort zahlreiche große und mittelgroße Säugetiere, darunter
asiatische Elefanten, Gauen, Kragenbären, Malaienbären, Nebelparder,
Asiatische Goldkatzen, Rothunde, und Languren. Wenn wir es schaffen
Tiger wieder zurückzubringen, dann hierher”, sagt Scattolin.

Wilderei durch Schlingfallen und Handel mit Körperteilen
Doch selbst entlegene und geschützte Gebiete wie Nam Poui sind nicht
vor den Methoden der Wilderer sicher. Für Tiger sind vor allem die
grausamen Schlingfallen ein großes Problem, denen jährlich hunderte
Großkatzen zum Opfer fallen. „Schlingfallen sind billig in der
Herstellung und lassen sich leicht in großer Zahl im Wald auslegen,
um teilweise Tage später wieder eingesammelt zu werden. Die Tiere
verenden darin langsam und qualvoll”, sagt Scattolin. Der illegale
Handel mit den Körperteilen von Tigern sorgt zudem dafür, dass die
Großkatzen weltweit in Gefangenschaft gezüchtet werden.
Schätzungsweise rund 20.000 Tiger leben in Gefangenschaft.

Factsheet zur Umsetzung des nationalen Aktionsplans durch den WWF (
Englisch) sowie Bilder hier .