Wien (OTS) – Die Grünen fordern Gesundheitsministerin Korinna
Schumann auf, eine
umfassende Untersuchung zu hochverarbeiteten Lebensmitteln für Kinder
einzuleiten. Anlass sind neue alarmierende Testergebnisse von
Greenpeace zu sogenannten Quetschies sowie zahlreiche frühere
Schadstoff- und Sicherheitsfunde in Produkten für Babys und Kinder.
„Unternehmen, die Kinderprodukte verkaufen, tragen besondere
Verantwortung für die Allerkleinsten unserer Gesellschaft. Wenn in
Babynahrung aber plötzlich problematische Stoffe auftauchen, ist das
ein massives Warnsignal: Offensichtlich versagen Kontrollen dort, wo
Eltern auf die Sicherheit ihrer Babys vertrauen müssen“, sagt Alma
Zadić, Konsument:innenschutzsprecherin der Grünen.
Immer wieder werden Chemikalien oder gefährliche Stoffe in
Produkten für Kinder entdeckt – etwa BPA in Schnullern, PFAS in
Kleidung oder Pestizidrückstände in Lebensmitteln. „Wir sehen immer
dasselbe Muster: Selbst dort, wo es Regeln und Grenzwerte gibt,
werden sie nicht konsequent eingehalten. Das ist ein massives
Kontrollversagen“, so Zadić.
Besonders alarmierend seien nun die Ergebnisse von Greenpeace zu
Quetschies: Laut Untersuchung kann bereits ein einzelner Quetschie-
Beutel bis zu 11.000 Mikroplastikpartikel enthalten. Zusätzlich
wurden mehr als 80 bedenkliche Chemikalien nachgewiesen, darunter
potenziell hormonell wirksame Stoffe. Gerade Babys und Kleinkinder
seien gegenüber solchen Schadstoffen besonders empfindlich.
„Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass Produkte im
Supermarktregal sicher sind. Wer für sein Kind einen Snack kauft,
darf kein Chemie-Experiment nach Hause tragen“, betont Zadić. Die
Grünen fordern daher strengere Marktüberwachung, systematische
Kontrollen von Produkten für Säuglinge und Kinder sowie harte
Konsequenzen für Unternehmen, die Sicherheitsstandards missachten.
„Die Verantwortung darf nicht allein an die Eltern ausgelagert
werden, jedes Etikett haarklein studieren zu müssen. Die Konzerne
müssen sichere Produkte liefern – und die Gesundheitsministerin muss
endlich dafür sorgen, dass wirksame Kontrollen stattfinden. Der
Schutz der Gesundheit unserer Kinder muss oberste Priorität haben“,
so Zadić abschließend.