KI verändert den Welthandel grundlegend – Europa droht neue digitale Abhängigkeit

Wien (OTS) – 21. Mai 2026 – Künstliche Intelligenz entwickelt sich
rasant zu einem
neuen Machtfaktor im Welthandel. Eine aktuelle Analyse von ACREDIA
Group und Allianz Trade zeigt: AI verändert nicht nur Technologien,
sondern ganze Lieferketten, Handelsströme und geopolitische
Abhängigkeiten. Besonders Europa droht dabei zwischen den globalen
Technologieblöcken an Einfluss zu verlieren.
Der weltweite Handel mit AI-relevanten Gütern hat sich laut Studie
innerhalb von zehn Jahren von rund USD 1 Billion auf USD 3,8
Billionen nahezu vervierfacht. Mittlerweile entfallen bereits rund 15
Prozent des globalen Warenhandels auf AI-nahe Produkte und
Infrastruktur. Asien kontrolliert dabei große Teile der Wertschöpfung
– von Halbleitern über Speichertechnologien bis hin zu Rechenzentren.

„Der globale Wettlauf um künstliche Intelligenz ist längst auch
ein Wettlauf um Infrastruktur, Daten und wirtschaftlichen Einfluss“,
erklärt Michael Kolb, Vorstand der ACREDIA. „Wer die Chips,
Rechenzentren und Plattformen kontrolliert, kontrolliert künftig auch
wesentliche Teile der globalen Wertschöpfung.“

Zwtl.: Europa droht den Anschluss zu verlieren

Besonders kritisch sieht die Studie Europas Position im
internationalen AI-Wettbewerb. Während die USA Milliarden in Cloud-
Infrastruktur, Rechenleistung und digitale Plattformen investieren,
bleibt Europa deutlich zurück. Die operative Rechenzentrums-Kapazität
Europas liegt laut Analyse rund viermal unter jener der USA.
Gleichzeitig wächst Europas Abhängigkeit von amerikanischen
Technologieanbietern. Bereits heute dominieren US-Hyperscaler große
Teile der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur. Mit zunehmender
Nutzung von AI-Services könnten künftig jährlich Milliardenbeträge
aus Europa an US-Anbieter abfließen.

„Europa läuft Gefahr, vom Industriestandort zum digitalen Mieter
zu werden“, warnt Michael Kolb. „Die Abhängigkeit betrifft nicht nur
Technologie, sondern zunehmend auch Wettbewerbsfähigkeit,
Innovationskraft und wirtschaftliche Souveränität.“

Zwtl.: Lieferketten werden zum geopolitischen Risiko

Die Analyse zeigt zudem, wie stark die globale AI-Wertschöpfung
auf wenige Regionen konzentriert ist. Taiwan, Südkorea, China und die
USA spielen Schlüsselrollen bei Halbleitern, Hochleistungsspeichern
und AI-Infrastruktur. Politische Spannungen oder Handelskonflikte
könnten daher massive Auswirkungen auf Preise, Verfügbarkeit und
Produktionsketten haben.

Parallel dazu nimmt die staatliche Einflussnahme weltweit
deutlich zu. Exportkontrollen, Technologie-Sanktionen und
milliardenschwere Förderprogramme verschärfen den globalen Wettbewerb
zusätzlich. Laut Studie sind mittlerweile weltweit mehr als 3.600
industriepolitische Maßnahmen im Zusammenhang mit AI-Technologien in
Kraft.

„AI-Lieferketten werden zunehmend zur geopolitischen Nervenzone
der Weltwirtschaft“, so Kolb. „Unternehmen müssen Risiken heute viel
breiter denken – von Rohstoffen und Lieferanten bis hin zu
Datenflüssen und digitaler Infrastruktur.“

Zwtl.: Welthandel vor tiefgreifendem Umbau

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich der globale Handel
strukturell verändert. Effizienz allein verliert an Bedeutung,
während strategische Resilienz, technologische Souveränität und
politische Stabilität zunehmend zu zentralen Standortfaktoren werden.

Lieferketten werden regionaler, Technologie politischer und
digitale Infrastruktur zu einem strategischen Machtinstrument. „Die
Zeit rein effizienter Globalisierung geht zu Ende“, betont Michael
Kolb. „Unternehmen brauchen heute nicht nur stabile Lieferketten,
sondern auch belastbare Risiko- und Technologiestrategien, um
langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“

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