Wien (OTS) – Eine neue Studie zu den volkswirtschaftlichen Effekten
der
Biomethanproduktion in Österreich zeigt eindrucksvoll: Der Ausbau
heimischer Biomethanproduktion aus organischen Abfällen,
Nebenprodukten der Industrie und Reststoffen der Land- und
Forstwirtschaft ist nicht nur ein zentraler Baustein für
Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz, sondern
auch ein massiver wirtschaftlicher Impuls für Österreichs Wirtschaft.
Die von der Servicestelle Erneuerbare Gase im Auftrag des
Wirtschaftsministeriums durchgeführte Analyse zeigt, dass der Ausbau
von je 1 TWh zusätzlicher Biomethankapazität Investitionen von
durchschnittlich rund 560 Millionen Euro auslöst. Daraus entstehen
durchschnittlich rund 390 Millionen Euro an heimischer
Bruttowertschöpfung sowie mehr als 5.100 Vollzeit-Arbeitsplätze in
der Errichtungsphase.
Auch im laufenden Betrieb zeigt Biomethan enorme wirtschaftliche
Effekte: Pro zusätzlicher TWh Biomethan entstehen jährlich rund 160
Millionen Euro an heimischer Bruttowertschöpfung sowie dauerhaft etwa
3.200 Vollzeit-Arbeitsplätze. Besonders bemerkenswert ist dabei die
hohe regionale Wertschöpfung: Rund 99 Prozent der wirtschaftlichen
Effekte verbleiben im Inland – ein deutlicher Unterschied zu fossilem
Erdgas, für das jährlich enorme Geldmengen ins Ausland abfließen.
Die Studie unterstreicht zudem die fiskalischen Vorteile des
Biomethan-Ausbaus. Allein aus der Investitionsphase fließen
durchschnittlich rund 140 Millionen Euro an Steuern und Abgaben an
die öffentliche Hand zurück. Im laufenden Betrieb kommen jährlich
weitere rund 55 Millionen Euro je TWh hinzu.
Derzeit wird in Österreich nur ein Bruchteil des vorhandenen
Biomethanpotenzials genutzt. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit von
fossilen Gasimporten weiterhin enorm und versickern dadurch jährlich
3 bis 5 Milliarden Euro unwiederbringlich im Ausland. Angesichts der
neuen Studienergebnisse wäre eine rasche Beschlussfassung des
Erneuerbaren-Gas-Gesetzes daher eine klare Win-Win-Situation für
Österreich.
„Die Studie zeigt klar: Durch heimische Biomethan-Produktion
sorgen wir nicht nur für Energieunabhängigkeit und
Versorgungssicherheit und leisten einen wertvollen Beitrag zu
Klimaschutz und regionaler Kreislaufwirtschaft, sondern realisieren
insbesondere auch massiv heimische Wertschöpfung, statt Geld für
fossile Importe ans Ausland zu verlieren. Jeder Euro, der in
heimisches Biomethan investiert wird, ist also eine Investition in
unser Land, die sich in vielerlei Hinsicht auszahlt. Aber nur mit
verlässlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen kann das enorme
Potenzial von Biomethan gehoben und Investitionssicherheit geschaffen
werden. Wenn es Österreich mit dem angestrebten wirtschaftlichen
Aufschwung wirklich ernst ist, müssen die vorhandenen
wirtschaftlichen Potenziale, wie eben durch Ankurbelung der
heimischen Biomethan-Produktion, endlich genutzt werden – daher
bedarf es einer raschen Beschlussfassung des Erneuerbaren-Gas-
Gesetzes.“, so Johannes Hauptmann, Biogas-Obmann des Kompost & Biogas
Verbandes Österreich (KBVÖ).
Die Studie ist unter folgendem Link auffindbar:
https://www.erneuerbaresgas.at/effekte_biomethan