VÖV: Bildung für alle braucht Strategie und gesicherte Finanzierung!

Wien (OTS) – Bildung ist der Schlüssel zu Österreichs Zukunft – doch
dieser
Schlüssel droht zu rosten. Der Vorstand des Verbands Österreichischer
Volkshochschulen (VÖV) hat in seiner Sitzung am 19. Mai 2026
eindringlich daran erinnert, warum die gemeinnützige
Erwachsenenbildung jetzt mehr denn je unverzichtbar ist: Sie stärkt
den gesellschaftlichen Zusammenhalt, stabilisiert die Demokratie und
leistet z.B. aber auch einen Beitrag zur Bewältigung des
Fachkräftemangels. Während die Herausforderungen durch den
gesellschaftlichen Wandel wachsen, steigt auch der Bedarf an
lebensbegleitendem Lernen.

Allerdings zeigt die aktuelle Statistik Austria-Publikation „
Bildung in Zahlen “, dass Bildungszugänge weiterhin stark ungleich
verteilt bleiben. Ebenso haben 1,7 Millionen Menschen in Österreich
Probleme bei den Grundkompetenzen. Gerade hier wirken
Volkshochschulen ausgleichend und ermöglichen niederschwellige
Bildungsteilnahme auch für Menschen mit geringen formalen
Qualifikationen.

VÖV-Präsident Heinz Fischer bringt es auf den Punkt: „Die
Volkshochschulen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für
Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und
demokratische Stabilität. Bildung ist eine lebenslange Aufgabe und
Grundlage einer funktionierenden Demokratie.“

Zwtl.: Steigende Nachfrage – hohe Vertrauenswerte

Die aktuelle VHS-Statistik bestätigt die Erfüllung dieses
Bildungsauftrags: VHS-Kurse und Einzelveranstaltungen stehen allen
Menschen offen und verzeichnen insgesamt erneut ein Plus. Mehr als
670.000 Menschen nutzten die Angebote der Volkshochschulen im letzten
Kursjahr. Rund 316.000 Bildungsberatungen ergänzen das breite
Angebot.
Auch eine repräsentative OGM-Umfrage ( 02/26 ) unterstreicht die
Bedeutung von Volkshochschulen: 63 % der Bevölkerung und 88 % der
Teilnehmenden vertrauen der Institution VHS – ein Spitzenwert im
Bildungsbereich. Der erste bundesweite VHS-Aktionstag am 30. März
2026 setzte darüber hinaus ein starkes öffentliches Signal für
Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Zwtl.: Zunehmender Druck auf die Rahmenbedingungen in mehreren
Bundesländern

Gleichzeitig verschärfen sich die finanziellen und strukturellen
Rahmenbedingungen in mehreren Bundesländern deutlich: Neben direkten
Kürzungen und dem Rückgang öffentlicher Förderungen nehmen auch
strukturelle Einschränkungen zu, etwa durch fehlende Valorisierung,
kürzere Förderlaufzeiten und restriktivere Förderlogiken. Die
Planungsunsicherheit wächst durch kurzfristige Verträge, verzögerte
Auszahlungen und ausständige Entscheidungen, was die nachhaltige
Angebotsentwicklung erheblich erschwert. In einzelnen Einrichtungen
liegt der Anteil öffentlicher Grundförderungen bereits bei unter 20 %
der Gesamterträge. Besonders betroffen sind derzeit
Integrationsangebote, die zusätzlich durch für gemeinnützige
Qualitätsanbieter nachteilige Vergabeverfahren unter Druck geraten.

VÖV-Vorsitzender Gerwin Müller dazu: „Insgesamt zeigt sich
momentan eine klare Tendenz zur finanziellen Aushöhlung, die
zunehmend existenzielle Auswirkungen auf die Arbeit vieler
Volkshochschulen und deren Teilnehmende hat.“

Zwtl.: Wir brauchen eine Strategie für lebensbegleitendes Lernen

Der VÖV begrüßt die Verankerung des lebensbegleitenden Lernens im
Regierungsprogramm. Mit dem Strategiepapier „ Zukunft Lernen “ (
Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs) liegt inzwischen ein
konkreter Vorschlag aus der gemeinnützigen Erwachsenenbildung vor,
wie Bildung systematisch gestärkt werden kann.

„Jetzt kommt es auf die Umsetzung an: Erwachsenenbildung muss
langfristig abgesichert und als zentraler Bestandteil unseres
Bildungssystems mit einer verbindlichen Finanzierung verankert werden
“, so KEBÖ-Vorsitzender und VÖV-Generalsekretär John Evers
abschließend.