Wien (OTS) – Gewaltsame Auseinandersetzungen und politische
Instabilität haben
Burkina Faso in eine tiefe Notlage gestürzt: Seit mehr als einem
Jahrzehnt erschüttern Anschläge terroristischer Gruppen das
westafrikanische Binnenland, insbesondere in den Grenzregionen zu
Mali und Niger. Ein Militärputsch im Jahr 2022 destabilisierte die
ohnehin fragile Lage weiter. 4,5 Millionen Menschen benötigen
dringend humanitäre Hilfe. Gemeinsam mit lokalen
Partnerorganisationen und finanzieller Unterstützung der Austrian
Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships
Austria hilft CARE Familien in Burkina Faso.
Hunger und Gewalt führen zu Vertreibung
Limata Sawadogo ist 60 Jahre alt und hat alles verloren.
Anhaltende Gewalt zwang die Bäuerin, ihr Zuhause zu verlassen. Heute
lebt sie als Binnenvertriebene in Dédougou im Westen des Landes. Die
unsichere Lage und fehlende Mittel machten es ihr unmöglich, weiter
Landwirtschaft zu betreiben und so ihre Familie zu ernähren. Limatas
Geschichte steht stellvertretend für Millionen Menschen in Burkina
Faso.
Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen vernichten Ernten,
bewaffnete Konflikte machen es in manchen Regionen schlicht zu
gefährlich, die Felder zu bestellen. Das trifft ein Land besonders
hart, in dem rund 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft
leben. Über zwei Millionen Menschen wurden deshalb bereits innerhalb
ihrer Heimat vertrieben. Wer nicht fliehen kann, kämpft täglich ums
Überleben. Frauen und Kinder tragen dabei die größte Last.
Soforthilfe, die ankommt
Genau dort setzt CARE an. Gemeinsam mit der lokalen
Partnerorganisation WU PAKUWE wird in der Boucle-du-Mouhoun-Region,
einer der wichtigsten Agrarregionen des Landes, ein umfassendes
Nothilfeprojekt umgesetzt. Familien erhalten dringend benötigte
Lebensmittel sowie Hygienepakete mit Seife, Produkten für die
Menstruationshygiene und Wasserreinigungstabletten, außerdem Kübel
und Kanister zur Aufbereitung und Aufbewahrung von sauberem
Trinkwasser. Brunnen und Wasserpumpen werden gebaut oder saniert.
Zusätzlich verteilt CARE Saatgut, landwirtschaftliche Geräte für den
Gemüseanbau, Kochutensilien sowie Kleinvieh wie Hühner oder Ziegen,
damit Familien langfristig selbst für ihre Ernährung sorgen können.
Für Limata Sawadogo war genau das der Wendepunkt: „Dank des
Projekts begann sich meine Situation zu verändern. Ich bekam Reis,
Mais, Öl und Hygieneartikel, die mir den Alltag erleichterten.
Besonders geholfen hat mir aber die Unterstützung beim Gemüseanbau.“
Limata legte einen eigenen Garten an, in dem sie nun Kohl, Tomaten
und Zwiebeln anbaut. Die Ernte ist für den Eigenbedarf ihrer Familie
bestimmt. „Das ermöglicht uns, gesünder und regelmäßiger zu essen“,
sagt Limata und fügt hinzu: „Heute muss ich kaum noch Zutaten auf dem
Markt kaufen. So spare ich Geld, das ich stattdessen für wichtige
Haushaltsausgaben einsetzen kann.“
Frauen stärken, Perspektiven schaffen
Das Projekt legt besonderen Wert auf den Schutz von Frauen und
Mädchen – durch Sensibilisierungskampagnen gegen Gewalt, gezielte
Arbeit mit Männern und Jugendlichen sowie Beratungs- und
Betreuungsangebote für Betroffene. „In Krisen und Konflikten werden
Frauen und Mädchen oft vergessen – dabei sind sie meist am stärksten
betroffen. Unser Projekt in Burkina Faso setzt genau dort an: Es
sichert nicht nur das unmittelbare Überleben der Gemeinschaften,
sondern stärkt Menschen, insbesondere Frauen, darin, Perspektiven für
ihre Zukunft zu entwickeln. Das ist Nothilfe, die wirkt“, sagt Andrea
Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich .
„Nothilfe, die wirkt, bedeutet Leben, die gerettet werden“,
ergänzt Bernd Brünner, Geschäftsführer der Austrian Development
Agency (ADA) . Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und
humanitäre Hilfe wickelt die für diese Initiative aus dem
Auslandskatastrophenfonds des Außenministeriums zur Verfügung
gestellten Mittel ab. „Mit der Förderung dieses Projekts übernimmt
Österreich humanitäre Verantwortung. Wir investieren in Stabilität,
reduzieren Migrationsdruck wirkungsvoll und stellen uns an die Seite
jener Menschen, denen es am Nötigsten fehlt“, so Brünner. Burkina
Faso ist seit 1992 ein Schwerpunktland der österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit.
Das Projekt wird von CARE und dem lokalen Partner WU PAKUWE
umgesetzt und von der Austrian Development Agency im Rahmen von
International Partnerships Austria aus Mitteln des
Auslandskatastrophenfonds gefördert. Insgesamt profitieren rund
34.200 Menschen, davon 18.000 Frauen und Mädchen.