Wien (OTS) – Während rund 75 Prozent der 2015/2016 aus Drittstaaten
zugewanderten
Männer inzwischen erwerbstätig sind, liegt die Beschäftigungsquote
bei geflüchteten, zugewanderten Frauen nur bei etwa 40 Prozent . Sie
fallen oft schon gleich zu Beginn aus dem Integrationsprozess. Die
Gründe dafür sind vielfältig: Betreuungspflichten, mangelnde
Deutschkenntnisse, aber auch kulturelle, innerfamiliäre Faktoren
spielen eine Rolle. (Quelle: Familienministerium, 2026)
Genau hier setzt das Michls deli in Wien-Favoriten an und
eröffnet im CAPE 10 einen sozialökonomischen Gastronomiebetrieb, der
gezielt Frauen mit Migrationsbiografien und Fluchterfahrung in ihrer
unmittelbaren Lebensumgebung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt
unterstützt.
Zwtl.: Michls deli: Ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt
Das Michls deli bietet Frauen aus dem 10. Wiener Gemeindebezirk
befristete Arbeitsplätze in Service, Küche und Verwaltung. Über einen
Zeitraum von neun bis zwölf Monaten sammeln sie praktische
Erfahrungen, stärken ihre Kompetenzen und werden individuell
begleitet. Ziel ist der nachhaltige Einstieg in den regulären
Arbeitsmarkt. Begleitet werden die Teilnehmerinnen von einem
interdisziplinären achtköpfigen Team aus Fachanleiter:innen und
Sozialarbeiter:innen. Der Übergang in eine fixe Beschäftigung erfolgt
individuell – z.B. in der Gastronomie, im Einzelhandel oder in
anderen Branchen.
Gekocht wird im Michls deli vielfältig und ausgewogen – neben
Hausmannskost finden sich täglich mehrere vegan-vegetarische Gerichte
auf der Tageskarte. Alle Speisen, vom Frühstück bis zum Mittagslunch,
gibt es auch zum Mitnehmen.
Das Michls deli ist Teil des sozialökonomischen Betriebs Michls (
Projektträger: wienwork), der seit über 20 Jahren erfolgreich in der
Wiener Gastronomie vertreten ist. Der laufende Betrieb des Michls
deli wird je zur Hälfte vom AMS Wien und der Stadt Wien (
Magistratsabteilung 40 – Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht)
unter Berücksichtigung einer Eigenleistung von 25 Prozent finanziert.
Der Bau und die Innenausstattung des Lokals wurden vom AMS Wien und
der Stadt Wien (Magistratsabteilung 40) sowie vom CAPE 10 finanziert.
Adresse: Michls deli im CAPE 10, Alfred-Adler-Straße 1, 1100 Wien
https://www.michls.at/de/deli
Zwtl.: CAPE 10: Ein Ort der Begegnung
Das CAPE 10 ist ein modernes Sozial-, Gesundheits- und
Innovationszentrum im Herzen von Favoriten . Auf rund 5.000 m²
vereint es medizinische Versorgung, soziale Angebote und
Bildungsprogramme für sozioökonomisch benachteiligte Kinder und
Jugendliche unter einem Dach. Mit dem Michls deli wird dieser Ort nun
auch um einen inklusiven Gastronomiebetrieb erweitert, der Begegnung
und Integration im Alltag erlebbar macht.
Zwtl.: Stimmen zur Eröffnung
Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn (Initiator und
Vorstandsvorsitzender des CAPE 10):
„Mit dem Michls deli entsteht ein Raum, der weit über Gastronomie
hinausgeht: ein Ort, an dem neue Perspektiven möglich werden. Genau
das war von Anfang an unsere Vision für das CAPE 10 – Chancen
schaffen, wo sie gebraucht werden.“
Dr. Michael Häupl (Präsident der Volkshilfe Wien und Namensgeber
des Michls):
„Viele Frauen mit Migrationsgeschichte bringen enorme Fähigkeiten
mit, bekommen aber oft nicht die Chance, diese auch zu zeigen. Das
Michls deli gibt ihnen genau diese Möglichkeit: arbeiten, lernen,
selbstständig werden. Das ist gelebte Integration.“
Mag. Winfried Göschl (AMS Wien Geschäftsführer):
„Gerade Frauen mit Betreuungspflichten und Migrationsbiografien
stehen trotz großer Motivation oft vor großen Hürden am Arbeitsmarkt.
Mit dem Michls deli schaffen wir ein praxisnahes, niederschwelliges
Angebot, das echte Jobperspektiven eröffnet.“
Mag. a Agnes Berlakovich, LL.M. (Leiterin der Magistratsabteilung
40 – Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht der Stadt Wien):
„Die Stadt Wien sieht sozialökonomische Betriebe als zentrales
arbeitsmarktpolitisches Instrument. Sie entfalten ihre Wirkung direkt
im Lebensumfeld, fördern Selbstständigkeit und wirtschaftliche
Unabhängigkeit und tragen so zur gesellschaftlichen Stärkung bei. Sie
haben sich bewährt, um die Abhängigkeit von Sozialleistungen Schritt
für Schritt nachhaltig zu verringern. Der gezielte Fokus auf die
Integration von Frauen ist ein besonderes Plus von Michls Deli im
CAPE 10, von dem wir uns gute Ergebnisse für Beschäftigung,
Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe versprechen.“
Mag. Christoph Parak (Geschäftsführer von wienwork):
„Im Michls deli verbinden wir Qualität in der Gastronomie mit
sozialer Verantwortung. Unser Ziel ist klar: Geflüchteten,
zugewanderten Frauen echte Chancen, Berufserfahrung sowie
Selbstvertrauen zu geben und sie nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu
begleiten.“
Zwtl.: Über wienwork (Träger des Michls deli)
wienwork ist ein gemeinnütziges, integratives Unternehmen, das
Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen schafft, die am
Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Dazu zählen insbesondere Menschen
mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Langzeitarbeitslose.
An mehr als 30 Standorten in Wien beschäftigt wienwork rund 820
Mitarbeiter:innen, darunter 180 Lehrlinge. Ziel ist es, echte
Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und nachhaltige Perspektiven
zu schaffen.
wienwork steht zu je 50 Prozent im Eigentum der Volkshilfe Wien
und des KOBV – dem Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und
Burgenland.