Eisenstadt/Wien (OTS) – Greenpeace weist auf sieben mit Asbest
belastete Schotterflächen im
Burgenland hin und fordert Sofortmaßnahmen von der burgenländischen
Landesregierung. Denn während in Ungarn und Niederösterreich sofort
gehandelt wird, bleiben die burgenländische Landesregierung und die
Taskforce untätig. In Ungarn wurde mittlerweile in rund 30 Städten
und Gemeinden Asbestschotter nachgewiesen. Der Bürgermeister von
Szombathely hat wegen einer mit Asbest belasteten Schotterstraße den
Gesundheitsnotstand ausgerufen, der ORF spricht von einem Asbest-
Lockdown in der Grenzstadt. Greenpeace fordert die burgenländische
Landesregierung auf, auch endlich tätig zu werden und
Sanierungsmaßnahmen einzuleiten. Ebenso müsse sich Umweltminister
Norbert Totschnig nun um fachgerechte Entsorgung der Asbestabfälle
kümmern, so die Umweltschutzorganisation.
Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace, sagt:
“In Niederösterreich und Ungarn wird sofort auf Asbestmeldungen
reagiert. Die burgenländische Landesregierung versucht hingegen
weiterhin, den Skandal auszusitzen. Burgenländische Anrainerinnen und
Anrainer werden mit asbestverseuchtem Schotter vor ihrem Haus im
Stich gelassen, die Behörden und die Politik reden das Problem
klein.” So hat etwa die grüne Landtagsabgeordnete Anja Haider-Wallner
bei einem Sonderlandtag zum Thema Asbest verlautbart, im Burgenland
seien keine mit Ungarn vergleichbaren Schotterstraßen aufzufinden.
Taskforce-Mitglied Michael Kochberger äußerte sich in ORF Thema
ähnlich irreführend.
Greenpeace hat in den burgenländischen Orten Neumarkt im
Tauchental, Deutschkreutz, Horitschon, Steinberg Dörfl, Holzschlag,
Stadtschlaining und Kaisersdorf asbestbelastete Schotterflächen
dokumentiert. Im niederösterreichischen Aspangberg-St.Peter wurde auf
einer geschotterten Zufahrt zu einer Siedlung Asbest nachgewiesen.
Bürgermeister Bernhard Brunner hat bereits zugesichert, die
betroffene Zufahrt ehestmöglich sanieren zu lassen. In
niederösterreichischen landeseigenen Tourismusbetrieben hat
Greenpeace Schotterstraßen beprobt. Noch ehe die Laborergebnisse
ausgewertet waren, wurde das Asbestmaterial entfernt.
Brüchiger Asbest im Schotter ist besonders kritisch. Bei
Trockenheit reichen Wind oder Fußgänger:innen, um Asbest-Staub
aufzuwirbeln. So gelangen unzählige krebserregende Fasern in die Luft
und somit potentiell in unsere Lungen. Für die Anrainer:innen vor Ort
ist das hochgefährlich, insbesondere bei Hitze- und Dürreperioden.
“Ungarns Umweltminister László Gajdos bezeichnet den
Asbestskandal als eines der drängendsten Probleme Ungarns und besucht
bereits betroffene Orte. Österreichs Umweltminister Totschnig muss
sich dringend ein Beispiel nehmen und sich vor allem um die Frage der
fachgerechten Entsorgung kümmern” , sagt Stadler. Greenpeace fordert,
die geschlossenen Steinbrüche in Asbestdeponien umzuwandeln.
Factsheet: https://act.gp/Factsheet-Schotterflächen
Bildmaterial: https://act.gp/Schotterflächen-Fotos
Unter Angabe der Credits (im Dateinamen) stehen die Fotos kostenfrei
zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Übersichtskarte mit Asbestfunden und Laborergebnissen:
https://act.gp/Asbestbelastung-Karte
Asbest-Aktionsplan: https://act.gp/Asbest-Aktionsplan