Mittel zur Zahnaufhellung: Oft besser als gedacht

Wien (OTS) – Noch vor wenigen Jahren erzielten Produkte für die
Zahnaufhellung zur
Selbstanwendung oft nur mäßige Ergebnisse. In einem aktuellen Test
des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) und der Stiftung
Warentest wurden hingegen 5 von 11 Produkten mit „gut“ bewertet. Sie
hellen die Zähne innerhalb weniger Tage oder Wochen deutlich auf –
teilweise sogar stärker als eine Behandlung in der Ordination.
Weiters erhielten vier Produkte eine „durchschnittliche“ und zwei
Mittel eine „weniger zufriedenstellende“ Bewertung. Die Preise der
Mittel liegen zwischen 5,99 Euro und 69,90 Euro. Weitere
Informationen gibt es auf: www.vki.at/zahnbleaching2026 .

Untersucht wurden Klebestreifen, Seren und Gele zur Anwendung zu
Hause. Bewertet wurden sowohl die Bleichwirkung als auch die
Zahnschonung. Alle Produkte konnten Verfärbungen zumindest teilweise
reduzieren, einige hellten die Zähne sogar über den natürlichen
Farbton hinaus auf. Zwei Mittel schnitten „weniger zufriedenstellend“
ab: Die „Teeth Whitening Strips“ von Pdoo zeigten zwar eine messbare,
jedoch optisch kaum erkennbare Aufhellung. Die „Bleaching Stripes“
von Rapid White überzeugten unter anderem im Bereich Zahnschonung
nicht.

Die meisten Produkte setzen auf Wirkstoffe wie Wasserstoff- oder
Carbamidperoxid. Dabei werden Farbteilchen im Zahn durch Oxidation
farblos – ein ähnlicher Vorgang wie beim Blondieren der Haare. „Das
funktioniert, ist aber nicht ohne Risiko“, warnt VKI-
Gesundheitsexpertin Angela Tichy. „Der Zahnschmelz kann vorübergehend
an Härte verlieren. Das erhöht das Risiko für Zahnschäden.“ Im Test
fanden sich auch zahnschonendere Optionen mit etwas weniger
Bleichwirkung, dafür mit Bestnote bei der Zahnverträglichkeit.

„Trotz werblicher Versprechen ist eine starke Aufhellung um
mehrere Stufen in kurzer Zeit nicht immer realistisch“, betont Angela
Tichy. „Zudem haben viele Menschen in Mitteleuropa von Natur aus eher
gelblich-grauen Zahnschmelz. Ein strahlend weißes Hollywood-Lächeln
darf sich daher nicht jeder erwarten.”

Auch wenn manche Produkte für die Anwendung zu Hause gut
abschneiden, bleibt ein klarer Vorteil der Behandlung in der Praxis
bestehen: Zähne und Zahnfleisch werden vorab gründlich untersucht,
sodass das Bleichen unter sicheren Bedingungen erfolgt.

Tipps der Gesundheitsexpertin:

Zahnärztlicher Check. Vor dem Bleaching ist eine Untersuchung in
der Ordination sinnvoll. Nur gesunde Zähne sollten gebleicht werden.
Karies, undichte Füllungen oder freiliegende Zahnhälse können sonst
zu Schmerzen und Schäden verursachen. Für Schwangere, Stillende und
Kinder ist Bleaching nicht geeignet.

Reinigung. Beläge und Zahnstein sollten vorab entfernt werden,
idealerweise im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung. Nur so
ist ein gleichmäßiges Ergebnis möglich.

Zahnersatz. Füllungen, Kronen und Veneers verändern ihre Farbe
nicht. Nach dem Bleichen können daher sichtbare Farbunterschiede
entstehen.

Nachsorge. Normale Zahnpflege ist ausreichend. Fluoridhaltige
Zahnpasta schützt den Zahnschmelz, bei vorübergehender
Empfindlichkeit kann ein Fluoridgel helfen.

SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es auf
www.vki.at/zahnbleaching2026 .