Wien (OTS) – Mit der im März in Kraft getretenen Omnibus-Richtlinie
hat die EU
mehrere Regeln zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG)
vereinfacht oder abgeschwächt, um Unternehmen von Bürokratie zu
entlasten. Wie eine Kundenbefragung der Oesterreichischen
Kontrollbank AG (OeKB) zeigt, bleibt das Themenfeld aber weiterhin
sehr relevant. Im Vergleich zu einer Erhebung zu Jahresbeginn 2024
wird ESG heute stärker von Kundenerwartungen getrieben. Bezüglich
geplanter nachhaltiger Investitionen am heimischen Standort zeigen
sich keine signifikanten Änderungen. Die OeKB bietet eine für
Unternehmen kostenlose Online-Plattform, mit der diese ihre
Nachhaltigkeitsdaten strukturiert erfassen, auswerten und weitergeben
können. Zudem werden gemeinsam mit dem Bundesministerium für Finanzen
(BMF) umweltfreundliche Investitionen mit attraktiven Finanzierungen
gezielt unterstützt.
Die Omnibus-Richtlinie, die auf EU-Ebene seit März 2026 gültig
ist, soll Unternehmen von Bürokratie entlasten und bringt vor allem
Erleichterungen und Abschwächungen bei den ESG-Vorgaben im Bereich
der Berichts- und Lieferkettenpflichten. An der zentralen Relevanz
hat sich dadurch jedoch nichts geändert: 84 % der befragten
Exportunternehmen setzen sich mit dem Themenfeld ESG auseinander, am
Jahresbeginn 2024 waren es 89 %. Regulatorische Anforderungen werden
mit 84 % weiterhin als Hauptgrund genannt, wobei die Ausprägung „sehr
zutreffend“ deutlich zurückging, gefolgt von der strategischen
Ausrichtung mit 78 %. Mit 73 % werden Anfragen von Auftraggebern und
Kunden deutlich häufiger als Grund für die Auseinandersetzung mit der
ESG-Thematik genannt, vor zwei Jahren waren es noch 59 %.
OeKB-Marktvorstand Helmut Bernkopf: „Regulatorische Anforderungen
und strategische Überlegungen bleiben zwar die zentralen Treiber für
die Beschäftigung mit ESG. Aber das Thema wird zunehmend zum
Wettbewerbsfaktor, die Unternehmen verzeichnen vermehrt Anfragen von
ihren Auftraggebern und Kunden. Und auch in Bezug auf die grüne
Transformation sieht nur mehr jedes fünfte Unternehmen eine fehlende
Bedeutung des Themas Nachhaltig auf den relevanten Märkten – 2024
waren es noch rund 40 %. Mit dem OeKB > ESG Data Hub unterstützen wir
Unternehmen gezielt beim Datenmanagement und der Messung ihrer ESG-
Performance. Und gemeinsam mit dem BMF setzen wir zudem wirksame
Anreize für umweltfreundliche Investitionen am heimischen Standort
und nachhaltige Exportgeschäfte.“
Zwtl.: OeKB > ESG Data Hub für ein effizientes Datenmanagement
Jeweils 25 % der befragten Unternehmen beurteilen ihren
Wissenstand in Bezug auf die geltenden ESG-Regelungen als „sehr hoch“
bzw. „eher hoch“, 38 % als „ausreichend“. Als größte Herausforderung
beim Datenmanagement wird mit 87 % weiterhin der interne Aufwand
genannt. Die Verfügbarkeit der Daten wird im Vergleich zur Umfrage
2024 als weniger herausfordernd gesehen (55 % vs. 66 %), während
externe Kosten nach einem deutlichen Anstieg an dritter Position
stehen (49 % vs. 31 %).
Mit dem OeKB > ESG Data Hub wurde im August 2022 eine zentrale
Online-Plattform lanciert, auf der Unter-nehmen ihre relevanten
Nachhaltigkeitsdaten einfach und effizient aufbereiten und damit ihre
ESG-Performance evaluieren können. Die Unternehmen können zudem ihre
Hausbank berechtigen, auf die ESG-Daten zuzugreifen und so das
zeitaufwändige Ausfüllen bankspezifischer Fragebögen und Formulare
vermeiden. Im Januar 2026 wurde der Fragebogen in enger Abstimmung
mit dem österreichischen Bankensektor umfassend überarbeitet. Dabei
wurden bestehende Fragen angepasst und stellenweise deutlich
reduziert. Seit Sommer 2025 haben Unternehmen zudem die Möglichkeit,
mit einem Add-On den „Voluntary Sustainability Reporting Standard for
SMEs (VSME)“ der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG)
vollständig abzubilden. Der ausgefüllte Fragebogen kann als ESG-
Report im PDF-Format exportiert werden und ermöglicht es Unternehmen,
ihre Nachhaltigkeitsperformance entlang der Lieferketten gegenüber
ihren Stakeholdern transparent darzulegen. Aktuell sind bereits über
1.250 Unternehmen auf dem OeKB > ESG Data Hub registriert.
Zwtl.: Incentivierung von umweltfreundlichen Investitionen und
Exporten
Im Hinblick auf geplante nachhaltige Investitionen am heimischen
Standort innerhalb der nächsten drei Jahre zeigen sich gegenüber der
letzten Umfrage Anfang 2024 keine signifikanten Veränderungen: Je
neun von zehn Unternehmen nennen Energie- und Ressourceneffizienz als
zentrale Investitionsfelder, gefolgt von Abfallvermeidung (82 %) und
CO2-Reduktion (74 %). Mit der Exportinvest Green setzen die OeKB und
das BMF bereits seit Mai 2019 gezielte Anreize: bei Investitionen,
die einen Beitrag zur Umweltverbesserung leisten, kann mehr
finanziert und ein höheres Risiko übernommen werden. Und seit Februar
2023 gibt es mit der Exportinvest Green Energy noch attraktivere
Finanzierungskonditionen und Haftungsquoten sowie längere Laufzeiten
bei Investitionen in den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen.
Im Bereich der staatlichen Exportgarantien, mit denen Unternehmen
auch höhere wirtschaftliche und politische Risiken im
Auslandsgeschäft absichern können, wird ebenfalls ein entsprechender
Fokus gelegt: seit Mitte 2021 kann der österreichische
Wertschöpfungsanteil auf bis zu 25 % reduziert werden, wenn die
gedeckten Geschäfte sehr positive Auswirkungen auf die
Umweltsituation haben.
Zwtl.: Über die Umfrage
Dies sind Ergebnisse aus einer Kundenbefragung, die INTEGRAL
Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H. im Auftrag der OeKB
durchgeführt hat. Zwischen dem 2. und 31. März 2026 wurden im Rahmen
einer Onlinebefragung 76 Exportunternehmen zu den Themenfeldern
Energieversorgung und Energiesicherheit , Lieferketten , Umwelt und
Nachhaltigkeit , Regulatorik sowie Hoffnungs- und Risikomärkte
befragt. Alle Angaben wurden ausschließlich aggregiert ausgewertet.
Zwtl.: Über die OeKB Gruppe
Die Unternehmen der OeKB Gruppe mit ihren mehr als 500
Mitarbeitenden erbringen wesentliche und relevante Services für die
österreichische Exportwirtschaft, den Kapitalmarkt und die
Tourismuswirtschaft, bieten Dienstleistungen für den Energiemarkt und
sind Teil der österreichischen Entwicklungsfinanzierung. All ihre
Aktivitäten haben einen deutlichen volkswirtschaftlichen Nutzen,
stärken den Standort Österreich und unterstützen Österreichs
Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die OeKB handelt
wettbewerbsneutral, sektorenübergreifend und nachhaltig
verantwortungsbewusst.