Wien (OTS) – Anlässlich der Befreiung des ehemaligen KZ-Außenlagers
Melk fand am
11. Mai 2026 eine Gedenkveranstaltung an der KZ-Gedenkstätte Melk
statt. Im Mittelpunkt der Feier standen das Erinnern an die Opfer des
Nationalsozialismus sowie die Auseinandersetzung mit historischer
Verantwortung und gesellschaftspolitischen Herausforderungen der
Gegenwart.
Innenminister Gerhard Karner nahm mit weiteren Vertreterinnen und
Vertretern aus Politik, Bildung und Gesellschaft an der Veranstaltung
teil. „Erinnerung ist Verantwortung und zugleich ein zentraler
Auftrag zur ständigen Weiterentwicklung und regionalen Verankerung
der Gedenkkultur in unserem Land“, sagte der Innenminister. „Mit
einer aktiven Gedenk- und Erinnerungsarbeit leisten wir einen
wichtigen Beitrag für Demokratie, Menschenwürde und das Bewusstsein
kommender Generationen. Ich danke den Schülerinnen und Schülern des
Stiftsgymnasiums Melk und dem Verein MERKwürdig für die Gestaltung
der diesjährigen Gedenkfeier.“
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erklärte bereits im
Vorfeld der Gedenkfeier: „Der heutige Tag des Gedenkens führt uns die
schrecklichen Verbrechen der NS-Zeit erneut vor Augen – auch jene,
die auf dem Gelände der heutigen Birago-Kaserne verübt wurden. Gerade
in Zeiten wachsender Spannungen und antisemitischer Tendenzen
weltweit erinnert uns dieses Gedenken daran, wie wichtig
Verantwortung, Menschlichkeit und Erinnerung sind. Die Verbrechen des
Holocaust dürfen niemals in Vergessenheit geraten.“
Schülerinnen und Schüler des Stiftsgymnasiums Melk gestalteten
die Gedenkfeier mit inhaltlichen Beiträgen zum Thema „Täter und
Täterinnen“. Dabei setzten sie sich insbesondere mit Fragen
individueller Verantwortung, Zivilcourage und den Lehren aus der
Geschichte auseinander.
Die KZ-Gedenkstätte Melk erinnert an das ehemalige Außenlager des
Konzentrationslagers Mauthausen, in dem zwischen 1944 und 1945
tausende Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit
leisten mussten.
Das Außenlager Melk war eines der größten Lager im KZ-System
Mauthausen. Von der Gründung im April 1944 bis zur Befreiung ein Jahr
später wurden mehr als 14.000 Häftlinge nach Melk deportiert. Sie
mussten dort für die Rüstungsindustrie eine 65.000 Quadratmeter große
Stollenanlage mit dem Tarnnamen „Quarz“ errichten. Rund ein Drittel
der Gefangenen kam aufgrund der verheerenden Lebens- und
Arbeitsbedingungen ums Leben. Die Häftlinge wurden im April 1945 in
andere Lager, wie zum Beispiel Mauthausen, unter schlimmsten
Bedingungen abtransportiert.