„Helfen, wo wir gebraucht werden“ – Johanniter zum internationalen Tag der Pflege

Wien, Niederösterreich, Tirol (OTS) – Der „Internationale Tag der
Pflege“ am 12. Mai – Geburtstag von
Florence Nightingale, der Begründerin der modernen Krankenpflege –
bietet jedes Jahr aufs Neue die Gelegenheit, unsere Pflegepersonen in
den Mittelpunkt zu stellen. Sie leisten täglich stille,
unverzichtbare Arbeit. Was sie dabei eint: Man kann sich auf sie
verlassen, ob in der Krise, mitten in der Nacht, oder beim
routinemäßigen Besuch nach dem Mittagessen.

„Was unsere Pflegekräfte jeden Tag leisten, ist außerordentlich
und für viele Menschen schlicht lebensnotwendig“, betont Johannes
Bucher, Präsident der Johanniter Österreich. „Ich möchte diesen Tag
nutzen, um mich bei allen unseren Pflegekräften und
Betreuungspersonen von ganzem Herzen zu bedanken“.

Die Johanniter sind seit mehr als 50 Jahren in Österreich tätig
und stehen für verlässliche, kompetente und menschliche
Unterstützung, ob im Rettungsdienst, in der mobilen Pflege oder in
der sozialen Arbeit.

Zwtl.: 130 Mitarbeitende und rund 32.000 Pflegeeinsätzen

Österreichweit beschäftigen die Johanniter in Wien,
Niederösterreich und Tirol insgesamt rund 130 Mitarbeitende in
Pflege, Betreuung und Wohnungslosenhilfe. In Wien und
Niederösterreich sind 22 Fachkräfte in der Pflege tätig, hinzu kommen
72 Mitarbeitende, die obdachlose und wohnungslose Menschen in Wien
täglich mit Beratung, Begleitung und Betreuung unterstützen. In Tirol
sind 34 Personen direkt in der Pflege tätig – in der mobilen
Hauskrankenpflege und im Hauswirtschaftsdienst als Heim- und
Haushaltshilfen.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2025 verzeichneten die
Johanniter österreichweit über 200.000 Einsätze – davon entfielen
rund 31.750 auf Pflege und Palliative Care (Wien: 5.150,
Niederösterreich: 1.539, Tirol: 25.064). In Tirol kamen10.589
Einsätze in Heimhilfe und Sozialen Diensten sowie 15.276
Behindertentransporte hinzu. In Wien und Niederösterreich wurden
insgesamt 82.073 Krankentransporte durchgeführt. Hinter jeder dieser
Zahlen steht ein Mensch, dem geholfen wurde und eine Pflegeperson,
die verlässlich zur Stelle war.

Zwtl.: Schwerpunkt mobile Hauskrankenpflege in Tirol

Was die Johanniter in Tirol besonders auszeichnet, ist die
Qualität der Beziehungen, die ihre Pflegepersonen zu den betreuten
Menschen aufbauen. „In der mobilen Pflege ist die Kontinuität das
Wichtigste. Unsere Klientinnen und Klienten kennen ihre
Betreuungspersonen und vertrauen ihnen. Und das wächst, wenn dieselbe
Pflegekraft jemanden mehrmals die Woche begleitet. Das gibt
Sicherheit und Würde“, so Matteo Floiss, Pflegedienstleiter in Tirol.
„Aber es geht um weit mehr als Pflege: Die zehn Minuten Gespräch über
Gott und die Welt können für viele Klient:innen die zehn Minuten
sein, die ihren ganzen Tag ausmachen. Unsere Pflegekräfte sind oft
nicht nur professionelle Begleitung, sie sind für manche Menschen
schlicht der verlässlichste Mensch in ihrem Leben.“

Neben der klassischen Hauskrankenpflege bieten die Johanniter
Tirol auch Fahrdienste und Begleitung für Menschen mit Behinderungen
sowie Soziale Dienste an. Gemeinsam mit der Vermittlungsagentur
BetreuerTeam wurden zudem die ersten Demenz-Wohngemeinschaften in
Tirol ins Leben gerufen.

Zwtl.: Mit Pflegenotdienst Pionierarbeit in Österreich

Pflegebedarf kündigt sich nicht immer an, sondern tritt oftmals
auch ganz plötzlich und akut auf. Die dadurch entstehenden Lücken in
der Versorgung, füllt der Johanniter-Pflegenotdienst in Wien seit
1998 zu jeder Tages- und Nachtzeit, damit für alle Wiener:innen eine
rasche, professionelle und qualitative Betreuung sichergestellt wird.

Was diese Einsätze auszeichnet, beschreibt Julia Egger, stv.
Pflegedienstleiterin, aus dem Alltag heraus: „Jeder Einsatz ist
anders. Wir wissen nie, was uns erwartet. Manchmal ist es ein
medizinischer Notfall, manchmal einfach nur Einsamkeit oder
Überforderung. Dann geht es nicht nur um Pflege, sondern darum, Ruhe
und Sicherheit zu vermitteln.“

Durch schnelles Reagieren, jahrelange Erfahrung und ein starkes
Netzwerk in Wien könne das Team in vielen Fällen eine
Hospitalisierung verhindern – ein enormer Gewinn für Betroffene wie
für das Gesundheitssystem. Besonders am Herzen liegt Julia Egger auch
die Unterstützung pflegender Angehöriger: „Sie leisten Enormes. Sie
zu beraten und zu entlasten ist ein genauso wichtiger Teil unserer
Arbeit.“

In Niederösterreich begleitet ein mobiles Palliativteam im Raum
Waidhofen/Ybbs Menschen in ihrer letzten Lebensphase –
interdisziplinär, einfühlsam und kostenlos. Eine Community Nurse in
Orth an der Donau unterstützt ältere Menschen dabei, möglichst lange
selbständig zu Hause zu leben.

Zwtl.: Dem Pflegekräftemangel entgegenwirken und Finanzierung
sicherstellen

All das geschieht vor dem Hintergrund eines massiven,
strukturellen Pflegekräftemangels, der Österreich zunehmend unter
Druck setzt. Laut aktuellen Prognosen fehlen in Österreich bis 2030
bis zu 75.000 Pflegekräfte. Gleichzeitig wächst der Bedarf: Eine
alternde Gesellschaft, steigende Komplexität der Pflegebedürfnisse
und der Ausbau mobiler sowie stationärer Angebote fordern mehr
qualifiziertes Personal.

Die Johanniter sehen sich in der Verantwortung, aktiv
gegenzusteuern: durch attraktive Arbeitsbedingungen, gezielte
Ausbildungsangebote und eine Unternehmenskultur, die Pflege als das
anerkennt, was sie ist: systemrelevante, gesellschaftlich
unverzichtbare Arbeit.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Finanzierungsstruktur der
Pflege in Österreich nach wie vor fragmentiert und wenig verlässlich
ist. Leistungsträger, Bundesländer und Gemeinden tragen gemeinsam,
aber oft unkoordiniert, zur Finanzierung bei. Für Träger wie die
Johanniter bedeutet das: planen unter Unsicherheit, kalkulieren ohne
stabile Grundlage und oftmals investieren ohne Garantie. Hier braucht
es dringend strukturelle Reformen, langfristige Finanzierungszusagen
und ein Bekenntnis der Politik zur Pflege als öffentliche
Daseinsvorsorge. Denn wer von Trägern Qualität, Verlässlichkeit und
Innovation erwartet, muss auch die Mittel dafür zur Verfügung
stellen.

„Wir Johanniter nehmen unsere Verantwortung ernst. Wir setzen auf
faire Arbeitsbedingungen, regelmäßigen Austausch mit unseren Teams
und eine Kultur, in der Pflegekräfte gehört und unterstützt werden.
Denn wer gut auf andere achtet, den müssen auch andere achten,“ so
Petra Grell-Kunzinger, Bundesgeschäftsführerin der Johanniter
Österreich. „Aber wir erwarten auch, dass die Politik ihren Teil
beiträgt – mit einer stabilen, gerechten und zukunftsfähigen
Finanzierung der Pflege.“

Fotos zu den Pflegebereichen der Johanniter Österreich finden Sie
unter Fotodownload – Johanniter Österreich

(SERVICE – Die Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich zählt fast
1.500 Mitarbeitenden, davon mehr als die Hälfte Ehrenamtliche, zu den
führenden Rettungs- und Hilfsorganisationen Österreichs. Fördernde
Mitglieder sowie Spender:innen unterstützen die Arbeit der Johanniter
und ermöglichen mit ihren Beiträgen ein breites Spektrum an sozialen
und karitativen Leistungen, etwa Rettungsdienst und Krankentransport,
Wohnungslosenhilfe, Gesundheits- und Hauskrankenpflege,
Palliativpflege, Soziale Dienste, Erste-Hilfe-Ausbildung,
Katastrophenhilfe, Forschung und Jugendarbeit: www.johanniter.at )