vida-Eberhart zu ÖHV: „Die Wirtschaftskammer verweigert Verhandlungen auf Augenhöhe“

Wien (OTS) – Mit scharfer Kritik reagiert die Gewerkschaft vida auf
die heutige
Aussendung der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV). „Wer
Beschäftigtenvertretungen mit Scheidungskriegen vergleicht und
gleichzeitig so tut, als gäbe es ernsthafte Verhandlungen, offenbart
vor allem ein fragwürdiges Menschenbild“, stellt Tourismussprecherin
und KV-Verhandlerin der Gewerkschaft vida, Eva Eberhart, klar.

„Von welchen Verhandlungen redet die ÖHV eigentlich? Seit einem
Monat blockiert die Wirtschaftskammer weitere Verhandlungen und
bietet nicht einmal einen neuen Verhandlungstermin an. Das ist kein
sozialpartnerschaftlicher Dialog auf Augenhöhe“, kritisiert Eberhart.

Kritik an Missständen ist kein „Branchenbashing“

Die Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie müssen tagtäglich
hohen Arbeitsdruck, Geringschätzung und schwierige Arbeitszeiten
erdulden. Gleichzeitig versuche die Arbeitgeberseite, jede Kritik an
Missständen als „Branchenbashing“ abzutun. „Wer auf Fälle von
mutmaßlichem Menschenhandel, Abgabenbetrug und Übergriffe hinweist,
beschädigt nicht die Branche. Im Gegenteil: Beschäftigte und
Gewerkschaft kämpfen dafür, dass Tourismusberufe wieder attraktiver
werden“, so Eberhart.

Besonders irritierend sei dabei der Versuch, freiwillige
Bonusprogramme oder Rabattsysteme als Ersatz für faire
Arbeitsbedingungen darzustellen. „Beschäftigte brauchen keine
Wellness-Gutscheine als Trostpflaster, sondern ordentliche Löhne,
verlässliche Freizeit und Arbeitsbedingungen ohne Übergriffe und
sexuelle Belästigung“, betont Eberhart.

vida fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch

Auf die Darstellung der Arbeitgeberseite, wonach die Branche
enorme Fortschritte gemacht habe, kontert vida-Gewerkschafterin
Eberhart: „Viele Verbesserungen konnten erst durch gewerkschaftlichen
Druck erwirkt werden – und zwar nicht zuletzt im Rahmen von KV-
Verhandlungen. Ohne den Einsatz der Beschäftigten und ihrer
Gewerkschaft gäbe es viele dieser Maßnahmen schlicht nicht.“

Abschließend fordert die vida-Verhandlerin die ÖHV auf, die
Realität der Beschäftigten nicht länger zu ignorieren und appelliert
an die Verhandler:innen der Wirtschaftskammer: „Wenn euch an dieser
Branche wirklich etwas liegt, dann nehmt die Verhandlungen wieder auf
und sorgt endlich für anständige Löhne sowie Sanktionen gegen eure
Problembetriebe.“