Wien (OTS) – Heute, wie jeden zweiten Freitag im Mai, ist der
Internationale Tag
der Berufskraftfahrer:innen. Die Gewerkschaft vida nimmt diesen Tag
zum Anlass, bessere Arbeitsbedingungen für diese Berufsgruppe zu
fordern. „Es ist ein unzumutbarer Zustand, dass an vielen Rastplätzen
Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer noch immer nicht einmal auf die
Toilette gehen können, da sanitäre Anlagen fehlen“, sagt Markus
Petritsch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße.
Zudem gebe es entlang der heimischen Autobahnen noch immer keine
für die Berufskraftfahrer:innen finanziell erschwingliche
flächendeckende Infrastruktur. Die Lebensmittel in den Shops und
Unterkünften entlang der Hauptverkehrsrouten seien nicht zuletzt
aufgrund der Rekordinflation der letzten Jahre noch einmal teuerer
geworden. Auch Möglichkeiten, sich Essen aufzuwärmen, gebe es nicht.
Daher brauche es für LKW-Lenker:innen auch eine kräftige
Lohnerhöhung, betont Petritsch schon im Hinblick auf die
Herbstlohnrunden. Der Einstiegslohn beträgt seit 1. Jänner 2026
2.235,16 Euro brutto im Monat.
Dies ist nicht zuletzt auch notwendig, um das Berufsbild wieder
attraktiver zu gestalten, um den Fahrer:innenmangel zu bekämpfen. In
den kommenden zehn Jahren würden 20 Prozent der aktiven
Berufskraftfahrer:innen in Pension gehen. „Diesen Personalmangel wird
man nur mit besseren Arbeitsbedingungen aber nicht mit der
Mangelberufsliste, der Rot-Weiß-Rot-Karte oder dem L17-Führerschein
für LKW-Fahrer:innen in den Griff bekommen.“
Dass die LKW-Stellplätze bei den Autobahnraststätten und
Rastplätzen weiter ausgebaut werden müssen, liege auf der Hand.
Schließlich seien Abstellmöglichkeiten essenziell, damit die
Lenker:innen die gesetzlichen Mindestregelungen bei Lenk- und
Ruhezeiten sowie die vorgeschriebenen Pausen einhalten können, betont
Petritsch weiter.
„Verbesserte Arbeits- und Rahmenbedingungen für die LKW-Lenker
und -Lenkerinnen sind auch ein wichtiger Beitrag zur Hebung der
allgemeinen Verkehrssicherheit.“ Gerade im grenzüberschreitenden
Verkehr bedürfe es daher vermehrter Kontrollen und Strafen, um
Lohndumping und Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten besser zu
verhindern. Das sei nicht nur für die Fahrer:innen wichtig, sondern
auch für einen fairen Wettbewerbs und alle ehrlich wirtschaftenden
heimischen Frächter:innen, so der vida-Gewerkschafter.
Viele Berufslenker:innen im grenzüberschreitenden Güterverkehr
übernachten unter der Woche regelmäßig auf Autobahn-Rastanlagen in
ihrer LKW-Kabine. Manche sogar am Wochenende. Auch WCs und Wasch- und
Duschgelegenheiten gebe es noch immer zu wenig. „Gerade deshalb
fordern wir umgehend strukturelle Verbesserungen bei den
Arbeitsbedingungen mit mehr menschenwürdigen Rastplätzen und besseren
Löhne“, bekräftigt Petritsch.
Die Gewerkschaft vida fordert:
– auf allen Autobahnabschnitten mindestens alle 60 km eine Rastanlage
mit ausreichenden LKW-Stellflächen
– ausreichende, saubere und kostenlose Sanitäranlagen sowie eine
warme Dusche mit 24-h-Betrieb
– Möglichkeiten zum Schutz vor Hitze und Kälte
– ein „Spezialmenü“ in Gaststätten auf Rastanlagen zu einem
erschwinglichen Preis. Berufslenker:innen wollen auch eine warme
Mahlzeit am Tag
– kostenloses WLAN am gesamten Rastplatz bis in die Fahrerkabine
– Kochmöglichkeiten und Waschmaschinen
– ausreichende Beleuchtung und Videoüberwachung für mehr Sicherheit
auf Rastanlagen
– Angebot an Kontaktinformation für den Krankheitsfall
– Stromanschluss für LKW bei temperaturgeführten Transporten
– eine Liste von gut erreichbaren Pensionen und Unterkünften auf
jeder Rastanlage, damit die Ruhezeit menschengerecht und
gesetzeskonform verbracht werden kann
– regelmäßige Kontrollen durch Kontrollorgane auf Rastanlagen, um
illegales Parken zu verhindern
– wie bei Eisenbahner:innen drei freie Tage zur Verarbeitung von
schweren Unfallfolgen wie Schockzuständen gesetzlich verankern