Acht Tische für die Vierte Gewalt: Impulse zur Absicherung der Medienfreiheit

Wien (OTS) – Im April tagte die zweite Ausgabe der
Stakeholder-Klausur „Acht
Tische für die Vierte Gewalt.“ Wie schon bei der ersten Klausur im
November kamen hochrangige Vertreter:innen aus den acht Bereichen –
Medienmanagement, Herausgeberschaft & Chefredaktionen,
Journalist:innen, Brancheninstitutionen, Wissenschaft, Politik,
Zivilgesellschaft und Recht – zusammen, um lösungsorientiert an
medienpolitischen Fragestellungen zu arbeiten. Diesmal standen im
Wiener Museumsquartier neben der staatlichen Medienförderung die
Themen Selbstregulierung, Medienkompetenz, Big-Tech-Alternativen und
Big-Tech-Regulierung im Mittelpunkt.

Eröffnet wurde die Konferenz durch eine Keynote des
Medienforschers Andy Kaltenbrunner, der die vom BMWKMS beauftragte
Studie zur „Journalismusförderung in Österreich” vorstellte und sich
anschließend der Diskussion mit den Teilnehmer:innen stellte.

In Impulsvorträgen warfen anschließend Expert:innen aus
Wissenschaft und Praxis Fragen auf, die dann von den Teilnehmenden an
den acht Tischen in wechselnder Zusammensetzung diskutiert wurden.
Über europäische Alternativen zu den Big-Tech-Plattformen sprachen
Peter Erdelyi (Center for Sustainable Media) und Thomas Lohninger (
epicenter.works). Die Impulse zur Weiterentwicklung der
Medienkompetenz von Jugendlichen und Erwachsenen kamen von Nadja
Vaskovich (VÖZ) und Andre Wolf (Mimikama). Zur Frage der effektiveren
Regulierung von Big-Tech-Plattformen referierten die Rechtsanwältin
Maria Windhager und Julia Haas von der OSCE. Impulse zur Frage,
welchen Beitrag die Selbstregulierung von Medienschaffenden leisten
können, kamen von Christine Maaß (UNESCO) und Medienberater Peter
Plaikner.

Die Ergebnisse dieser Impulse und Diskussionen liegen jetzt vor
und sind unter https://fuerdierepublik.at und
https://datumstiftung.at abrufbar.

Gabriela Bacher streicht die konstruktive Kraft hervor, die
entstanden ist: „Unsere Initiative beweist, wie produktiv es sein
kann, wenn Stakeholder aus unterschiedlichen Perspektiven
lösungsorientiert miteinander diskutieren. Jetzt geht es darum, Ideen
auch zur Umsetzung zu bringen.“ In diesem Zusammenhang nennt Bacher
explizit Peter Erdelyis Vorschlag, das aktuell offene Zeitfenster der
EU-Budgetverhandlungen rund um den mehrjährigen Finanzrahmen aktiv zu
nutzen, unabhängige Distributionsinfrastruktur und europäische
Medieninnovation gezielt zu stärken. „Gerade in dieser Frage könnte
Österreich eine wichtige Rolle als Impulsgeber übernehmen”, so
Bacher.

Sebastian Loudon ergänzt: „Gerade weil die derzeitige ökonomische
Situation für den Journalismus in Österreich dramatisch ist, ist es
umso notwendiger sich gemeinsam und über die gelernten Konfliktlinien
hinweg mit den großen Herausforderungen auseinanderzusetzen.“

Zum Abschluss der Veranstaltung sprachen Bacher und Loudon mit
Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler über die nächsten
Schritte im politischen Prozess. Dabei steht vor allem die Reform der
Medienförderung und des ORF im Vordergrund.

Initiiert wurde die Stakeholder-Klausur „Acht Tische für die die
Vierte Gewalt“ von Ein Versprechen für die Republik und der DATUM
Stiftung für Journalismus und Demokratie. Unterstützt wurde die
Veranstaltung von der ERSTE Stiftung.