Wien (OTS) – Der April 2026 war in Österreich sehr niederschlagsarm.
Das zeigen
aktuelle Auswertungen des Bundesministeriums für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft (BMLUK). Die hydrologische Situation war
entsprechend durch geringe Abflüsse und verbreitet niedrige
Grundwasserstände geprägt. Details dazu finden sich im aktuellen
Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich“.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Der April reiht sich in eine Phase
mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen ein. Entsprechend zeigen
sich derzeit niedrige Abflüsse und Grundwasserstände. Für die weitere
Entwicklung wird entscheidend sein, ob sich in den kommenden Wochen
wieder längere Niederschlagsphasen einstellen. Das BMLUK setzt
zahlreiche Maßnahmen, wie sie auch im Trinkwassersicherungsplan
vorgesehen sind, um die Versorgungssicherheit auf hohem Niveau zu
gewährleisten und die Krisenvorsorge laufend zu verbessern. Die hohen
Investitionen in die österreichische Wasserinfrastruktur bilden dafür
die nötige Voraussetzung und wir werden auch in Zukunft
kontinuierlich weiter investieren.“
Wichtige Maßnahmen zur Absicherung des Wasserhaushalts
Österreich ist bei der Wasserversorgung gut aufgestellt. Eine
flächendeckende Wasserknappheit ist derzeit nicht zu erwarten.
Gleichzeitig zeigt sich, dass es regional und zeitlich zu Engpässen
kommen kann. Entscheidend ist daher, die Versorgungssicherheit durch
Vorsorge und einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser langfristig
abzusichern. Mit dem Trinkwassersicherungsplan verfügt Österreich
über einen gut durchdachten Plan, welche Maßnahmen im Ernstfall
wichtig sind und wie die Behörden bei Wasserknappheit
zusammenarbeiten. Gleichzeitig muss die Wasserinfrastruktur gut
abgesichert und weiter ausgebaut werden. Allein im Jahr 2025 wurden
Investitionen von rund 898 Mio. Euro in der Trinkwasserversorgung und
Abwasserentsorgung ausgelöst. Dabei wurden unter anderem 330 km
Wasserleitungen neu errichtet und 376 km Wasserleitungen saniert. Für
2026 wurden bereits erste neue Genehmigungen für über 900
Wasserprojekte zugesichert. Gleichzeitig ist der bewusste Umgang mit
der Ressource Wasser ein wichtiges Thema. Das BMLUK hat zum sorgsamen
Umgang mit Wasser viele Informationsangebote auf den
Wasserplattformen Wasseraktiv.at und genblue.at.
Maßnahmen in der Landwirtschaft
Anhaltende Trockenperioden sowie häufigere Extremwetterereignisse
stellen vor allem die Landwirtschaft vor zunehmende
Herausforderungen. Wirksame Maßnahmen sind erforderlich, um die
Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Betriebe nachhaltig
abzusichern. Das Bundesministerium setzt daher im Rahmen des GAP-
Strategieplans gezielt Schwerpunkte, um die Resilienz der
landwirtschaftlichen Betriebe zu stärken und eine nachhaltige
Produktion langfristig sicherzustellen.
Totschnig: „Zentrale Bausteine sind dabei Investitionen in die
betriebliche und überbetriebliche Bewässerung, wobei unter anderem
Investitionskosten in die Bewässerung, Wasserspeicherung, –
rückhaltung und -aufbereitung gefördert werden.
Zudem leistet das Agrarumweltprogramm ÖPUL einen wesentlichen Beitrag
zur Erhaltung und Verbesserung der Grund- und
Oberflächengewässerqualität. Im Fokus des Agrarumweltprogramms stehen
Maßnahmen zum Humusaufbau, zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
sowie zum Schutz vor Erosion und Trockenheit“.
Temperatur und Niederschlag
Die durchschnittliche Lufttemperatur lag im April mit knapp 8 °C um +
1,3 °C über dem Mittel der Klimanormalperiode 1991–2020. Gleichzeitig
fiel im Österreichmittel mit rund 24 mm nur etwa ein Drittel des
langjährigen mittleren Monatsniederschlags. Niederschlagsdefizite
wurden in allen Bundesländern verzeichnet.
Auch im Dreimonatsmittel (Februar bis April) zeigt sich mit einem
Defizit von rund 32 % eine unterdurchschnittliche
Niederschlagssituation.
In den höheren Lagen blieben die Schneemengen weiterhin unter dem
langjährigen Durchschnitt, wodurch auch in den kommenden Wochen mit
einem geringeren Beitrag der Schneeschmelze zur Abflussbildung und
Grundwasserneubildung zu rechnen ist.
Oberflächengewässer
Die geringen Niederschläge führten zu verbreitet niedrigen Abflüssen.
An rund 75 % der Pegelmessstellen lagen die Werte im niedrigen bis
sehr niedrigen Bereich. Hochwasserereignisse wurden nicht beobachtet.
Grundwasser
Im April nahm der Anteil der Messstellen mit niedrigen
Grundwasserständen weiter zu – von rund 65 % Ende März auf knapp über
70 % Ende April.
Ausblick
Die vergangenen Monate waren durch wiederkehrende
Niederschlagsdefizite geprägt, wodurch sich Boden- und
Grundwasserspeicher schrittweise verringert haben.
Laut aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria sind in den kommenden
Wochen zwar wiederholt Niederschläge zu erwarten, eine länger
anhaltende, ergiebige Niederschlagsphase ist derzeit jedoch nicht
absehbar.
Eine kurzfristige, spürbare Änderung der Grundwassersituation ist
daher derzeit nicht zu erwarten.
Link zum Bericht:
https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-
oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/charakteristik0426.html