Grüne Wien/Berner zu Neubesetzung im Schauspielhaus: Irritation statt Transparenz

Wien (OTS) – Ungereimtheiten beim Ausschreibungsverfahren, mangelnde
Transparenz
und fehlende Kommunikation anlässlich der Neubesetzung der
künstlerischen Leitung im Schauspielhaus ortet die Grüne
Kultursprecherin Ursula Berner. „Was im aktuellen Fall der
Neubesetzung so irritierend ist, ist dass offenbar während des
Ausschreibungsprozesses die Rahmenbedingungen geändert wurden. Weder
öffentlich noch im Ausschreibungstext oder im Kulturausschuss wurde
vor der Bestellung dargelegt, dass mit der Neuvergabe des
Schauspielhauses auch die Struktur der freien Theaterhäuser neu
aufgestellt wird“, so Berner.

Das Schauspielhaus soll bekanntlich mit der Kleinbühne TEATA in
der Gumpendorferstraße zu einer „Dachmarke“ beider Spielstätten
werden. „Wenn solch tiefgreifende Veränderungen so nonchalant
daherkommen, das aktuelle Leitungsteam nicht vorinformiert wird und
alles über eine kurzfristig einberufene Pressekonferenz kommuniziert
wird, wirkt es leider weder wie ein langfristiger Plan zur
innovativen Neuaufstellung der stadtnahen Bühnen, noch wirkt die
Vorgangsweise transparent“, so Berner.

„Keine der Neubesetzungen von Theaterhäusern hat in den letzten
Jahren für solche Aufregung gesorgt“, so Berner. Dazu kommt, dass
auch die Jury für die Besetzung aus nur vier Personen bestand: Zwei
dieser vier Personen arbeiten im direkten Umfeld der Stadträtin und
sind ihr de facto unterstellt, die dritte ist ehemalige Kuratorin,
und eine Person kommt „von außen“. „Eine so aufgestellte Jury wirkt
wie vorgeschoben, um längst beschlossene Umstrukturierungen zu
legitimieren“, so Berner .

Gestern ging dann ein Protest-Brief mit 500 Unterschriften gegen
dieses Vorgehen bei der zuständigen Kulturstadträtin Veronika Kaup-
Hasler ein. „ Es ist wirklich schade, dass die Leitung des
Schauspielhauses, deren Expertise keinesfalls in Frage gestellt wird,
nun mit einem solchen Klotz am Bein startet“, so Berner.