Wie umweltbewusst ist Österreich?

Wien (OTS) – Umwelt- und Klimaschutz bleiben für die österreichische
Bevölkerung
relevante gesellschaftliche Herausforderungen, auch inmitten
geopolitischer und wirtschaftlicher Krisen. Das zeigt der Mensch-
Umwelt-Monitor, kurz MUM, des Umweltbundesamts. Die Studie basiert
auf einer 2025 durchgeführten repräsentativen Befragung von über
2.000 in Österreich lebenden Personen ab 16 Jahren und liefert
belastbare Zahlen, Daten und Fakten zu Umwelteinstellungen, Werten
und Verhalten rund um die Themen Klima, Biodiversität,
Kreislaufwirtschaft und Zero Pollution.

„ Der Mensch-Umwelt-Monitor des Umweltbundesamtes zeigt, dass
Umwelt- und Klimaschutz nach wie vor als wichtige gesellschaftliche
Herausforderung gesehen werden. Unsere klima- und umweltpolitischen
Maßnahmen sind ein wichtiger Hebel um den heimischen
Wirtschaftsstandort zu stärken, und damit Arbeitsplätze zu sichern
und uns unabhängiger zu machen. Daher freut es mich besonders, dass
die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher umweltpolitische
Maßnahmen, wie etwa die Förderung klimafreundlicher Produkte und
Technologien deutlich unterstützt “, so Umwelt- und Klimaminister
Norbert Totschnig.

„ Unser Auftrag ist es, Umweltwissen für gute Entscheidungen
bereitzustellen. Mit dem Mensch-Umwelt-Monitor ergänzen wir unsere
Daten und Fakten über den Zustand der Umwelt um eine
gesellschaftliche Perspektive. Denn Umweltthemen sind immer auch
Gesellschaftsthemen .“ – Gitsch Aichberger

Zwtl.: Umweltbewusstsein ist gesellschaftlich verankert

Rund zwei Drittel der Befragten unterstützen Umwelt- und
Klimaschutz. Eine klare Ablehnung äußerten lediglich 8 Prozent. Diese
Zahlen belegen: Umwelt- und Klimaschutz genießt in der
österreichischen Bevölkerung nach wie vor breiten Rückhalt. Als
zentrale Herausforderungen im Umweltbereich werden am häufigsten
Klimawandel und Klimaschutz genannt, gefolgt von Bodenversiegelung,
Extremwetterereignissen oder der Umsetzung der Energiewende.

Zwtl.: Lebenssituation bestimmt Handlungsspielraum

Der Mensch-Umwelt-Monitor macht sichtbar, dass umweltbewusstes
Verhalten nicht allein eine Frage persönlicher Einstellungen ist.
Strukturelle Faktoren wie Einkommen, Wohnsituation oder verfügbare
Mobilitätsoptionenbestimmen maßgeblich, welche Handlungsmöglichkeiten
und auch Handlungsbereitschaft Menschen im Alltag tatsächlich haben.
Auf Basis sozioökonomischer Merkmale wie Einkommen, Bildung und Alter
sowie verschiedener Werteorientierungen wurden im Rahmen der Studie
sieben gesellschaftliche Milieus entwickelt, die diese Unterschiede
verdeutlichen.

Zwtl.: Breite Zustimmung zu konkreten Maßnahmen

Über die unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus hinweg
zeigt sich ein deutlicher Konsens bei mehreren Handlungsfeldern:

– 86% der Befragten befürworten eine stärkere Förderung
klimafreundlicher Produkte und Technologien.

– 84% sprechen sich für eine verbesserte Kennzeichnung
klimafreundlicher Produkte aus.

– 83% unterstützen Maßnahmen, die wirtschaftlich schwächere
Bevölkerungsgruppen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels
gezielt entlasten.

– 82% befürworten Maßnahmen zur Reduktion der Bodenversiegelung

Diese Zustimmungswerte liefern klare Anhaltspunkte für
Handlungsfelder, in denen konkrete Maßnahmen umweltfreundliches
Handeln im Alltag unterstützen können. In den genannten Bereichen
gibt es auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene gute
Umsetzungsbeispiele, wie z. B. die Kennzeichnung von
umweltfreundlichen Produkten mit dem Umweltzeichen und regionale
Entsiegelungsprojekte.

Zwtl.: Wirtschaftliche Konsequenzen sorgen für Differenzierung

Betrachtet man die einzelnen Milieus genauer, zeigt sich trotz
generell hoher Zustimmung ein differenzierteres Bild bei Maßnahmen,
die mit wirtschaftlichen Belastungen verbunden sind. Dazu zählen etwa
strengere ökologische Anforderungen an Produkte oder die Verteuerung
klimaschädlicher Güter. In manchen Bevölkerungsgruppen ist zudem
Skepsis gegenüber umweltpolitischen Maßnahmen erkennbar, verbunden
mit Sorgen vor sozialen Nachteilen. Das verdeutlicht, wie
entscheidend es ist, gesellschaftliche und wirtschaftliche Maßnahmen
nachvollziehbar zu planen und zu kommunizieren und bei ihrer
Ausgestaltung und Umsetzung auf soziale und wirtschaftliche
Tragfähigkeit zu achten.

Zwtl.: Ausblick

Im Laufe dieses Jahres folgen thematische Vertiefungen wie etwa
zu den Themen Klimawandel und Kreislaufwirtschaft in Form von
weiteren Kurzberichten. Der Mensch-Umwelt-Monitor des
Umweltbundesamts wird zukünftig regelmäßig erhoben. Damit entsteht
eine belastbare Datengrundlage, die es erlaubt, gesellschaftliche
Trends und Veränderungen im Umweltbewusstsein Österreichs
systematisch zu verfolgen.

Mehr Informationen auf: https://www.umweltbundesamt.at/news26-wie
-umweltbewusst-ist-oesterreich