Wien (OTS) – Deutliche Kritik übte heute FPÖ-Kultursprecher NAbg.
Wendelin Mölzer
erneut an der jüngst veröffentlichten Dokumentation über SPÖ-Chef
Babler, die laut Medienberichten bisher lediglich 895 Kinobesucher
verzeichnen konnte. Besonders brisant sei das Missverhältnis zwischen
Fördergeldern und tatsächlich verkauften Tickets.
„Wenn man sich vor Augen führt, dass hier über eine halbe Million
Euro an öffentlichen Mitteln geflossen sind, während nicht einmal 900
Menschen bereit waren, eine Kinokarte zu lösen, dann offenbart sich
ein kulturpolitischer Offenbarungseid. Rechnerisch entspricht dies
Förderkosten von über sechshundert Euro pro verkauftem Ticket – ein
Wert, der gegenüber den österreichischen Steuerzahlern nicht mehr zu
rechtfertigen ist“, sagte Mölzer.
Hier zeige sich ein strukturelles Problem. „Statt sich am
Publikum und an echter Nachfrage zu orientieren, werden Projekte mit
politischer Schlagseite bevorzugt gefördert, so Mölzer, der in der
Vergangenheit schon darauf hingewiesen habe, dass sich der
tatsächliche „Marktwert“ solcher Produktionen letztlich an den
verkauften Eintrittskarten messe und dieser falle im vorliegenden
Fall vernichtend aus.
„Während Familien in Österreich jeden Euro zweimal umdrehen
müssen, werden hier Kinotickets künstlich mit Steuergeld auf einen
absurden Preis aufgeblasen. De facto hat der Steuerzahler für jede
einzelne Kinokarte ein Vielfaches dessen bezahlt, was regulär an der
Kinokasse verlangt wird“, so Mölzer.
Besonders kritisch sieht der FPÖ-Kultursprecher auch die
Signalwirkung eines solchen Projekts. Es entstehe nämlich der
Eindruck, dass es in der heimischen Filmförderung weniger um Qualität
oder Publikumszuspruch gehe, sondern vielmehr um politische Nähe.
„Ein Film, den kaum jemand sehen will, aber alle bezahlen müssen, ist
das Gegenteil von verantwortungsvoller Kulturpolitik. Es braucht
daher eine grundlegende Reform der Förderpraxis, bei der Transparenz,
Effizienz und tatsächliches Publikumsinteresse stärker gewichtet
würden“, sagte Mölzer, der eine umfassende Offenlegung aller
Förderentscheidungen rund um die Produktion sowie eine Evaluierung,
wie es zu einem derartigen Missverhältnis zwischen eingesetzten
Mitteln und realer Nachfrage kommen konnte, einforderte.