Wien (OTS) – Anlässlich des Europatags haben Bürgermeister Michael
Ludwig und
Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling heute
zur Schüler*innenveranstaltung „Europa in meiner Schule“ in die
Volkshalle des Wiener Rathauses geladen. Rund 150 Wiener Schüler*
innen der Oberstufe und der Berufsschulen diskutierten dort gemeinsam
mit Expert*innen aktuelle EU-Themen mit besonderem Fokus auf
Nachhaltigkeit und den konkreten Mehrwert der Europäischen Union im
Wiener Alltag.
Zwtl.: Europatag im Rathaus
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Europatags statt, der jedes
Jahr an die sogenannte „Geburtsstunde Europas“ am 9. Mai 1950
erinnert, als der französische Außenminister Robert Schuman seinen
Plan für eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit vorstellte und
damit den Grundstein für die heutige EU legte. Organisiert wurde
„Europa in meiner Schule“ von Stadt Wien – EU-Strategie und
Wirtschaftsentwicklung in Kooperation mit der Europäischen Kommission
(GD Regio), der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK), dem
Verein Sozialprofil, dem Europabüro der Bildungsdirektion Wien und
Stadt Wien – Umweltschutz.
Zwtl.: Ludwig: Wien im Herzen Europas
Bürgermeister Michael Ludwig erinnerte in seiner Begrüßungsrede
daran, dass Wien in seiner eigenen Schulzeit noch am Rand des
Eisernen Vorhangs gelegen ist und Reisen in die östlichen
Nachbarländer schwierig waren. Heute sei Wien „eine wachsende,
internationale Metropole mit über zwei Millionen Einwohner*innen im
Herzen Europas, zu deren positiver Entwicklung die Europäische Union
wesentlich beigetragen“ habe.
Zwtl.: EU-Projekte direkt im Grätzl
Um zu zeigen, „was die EU mit dem Alltag junger Menschen zu tun
hat“, verwies Ludwig auf konkrete Projekte mit EU-Unterstützung. So
konnte etwa der Josef-Strauß-Park im 7. Bezirk umfassend umgestaltet
werden. Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Schulen hatten bei
der Planung mitreden können. Die Europäische Union hatte über den
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung die Hälfte der Kosten
mitgetragen.
Ebenfalls EU-unterstützte Maßnahmen zur Begrünung und
Klimaanpassung seien an stark frequentierten Plätzen und
Verkehrsknoten umgesetzt worden. Als weiteres Beispiel nannte der
Bürgermeister das Wiener Wasserbau-Labor, in dem erforscht werde, wie
das Flussbett der Donau stabil gehalten, die Donauauen mit
ausreichend Wasser versorgt und der Hochwasserschutz auch künftig
gewährleistet werden können – ebenfalls mitfinanziert durch EU-
Mittel.
Zwtl.: Emmerling: EU, Bildung und Mitbestimmung
Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling
betonte in ihrer Ansprache die enge Verbindung von europäischer
Integration, Bildungspolitik und demokratischer Beteiligung. „Die
Europäische Union ist nicht nur ein wirtschaftliches und politisches
Projekt, sie ist auch ein Bildungs- und Friedensprojekt – und das
funktioniert nur, wenn junge Menschen ihre Stimme auch tatsächlich
nutzen“, so Emmerling. Schulen seien Orte, „an denen junge Menschen
lernen, Demokratie zu leben, Vielfalt zu schätzen und Verantwortung
zu übernehmen – in Wien, in Österreich und in ganz Europa“.
„Wer 16 Jahre oder älter ist, hat die Möglichkeit, aktiv
mitzuentscheiden, in welche Richtung sich Europa entwickelt.“ Gerade
in einer Stadt wie Wien, in der viele junge Menschen mehrsprachig
aufwachsen und europäische Vielfalt täglich erleben, sei es
„besonders wichtig, dass sie sich einmischen, wählen gehen und ihre
Zukunft mitbestimmen“, so Emmerling.
Zwtl.: Lobis: Wien stärkt die EU – die EU stärkt Wien
Patrick Lobis, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission
in Österreich, unterstrich in seiner Rede die Rolle der jungen
Generation und der Städte für das europäische Projekt: „Das geeinte
Europa bietet gerade für junge Menschen große Chancen. Umso wichtiger
ist es, dass sie es mitgestalten, denn die Europäische Union ist das,
was wir daraus machen.“ Wien zeige dabei besondere Verantwortung:
„Wien beweist eindrucksvoll, wie sich einzelne Städte auf
europäischer Ebene einbringen können. Wien stärkt die EU und die EU
stärkt Wien“, so Lobis.
Zwtl.: Klimaschutz und Mobilität
Bürgermeister Michael Ludwig betonte auch die Wichtigkeit der EU
beim Thema Klimaschutz: „Die EU hilft nicht nur dabei, Städte
klimafit zu machen, sie verbindet uns auch miteinander“. Ludwig
verwies auf den zweigleisigen und elektrifizierten Ausbau der
Eisenbahnstrecke in die Schwesternstadt Bratislava, der 2024 mit
Unterstützung aus EU-Fonds fertiggestellt worden war. Zugleich
bezeichnete er Wien als „Vorreiterin beim Klimaschutz“: Mit der Smart
Klima City Strategie, dem Wiener Klimafahrplan und dem Programm „Raus
aus Gas“ setze die Stadt die Klima-Vorgaben der EU „vor unserer
Haustüre“ um und übertreffe sie in manchen Bereichen sogar.
Zwtl.: Jugend, Demokratie und Frieden in Europa
Auch dem Bürgermeister war die Beteiligung junger Menschen an
Europa ein großes Anliegen. Er ging auf verbreitete Vorurteile ein –
von „Was hat das mit mir zu tun?“ bis „Das sind doch die in Brüssel“
– und machte deutlich, dass europäische Entscheidungen im Grätzl, in
den Bezirken und in den Schulen ankommen würden. Mit Blick auf den
Ursprung des Europatags erinnerte er an die Schuman-Erklärung von
1950 und betonte, dass Frieden in Europa „absolut nicht
selbstverständlich“ sei. Die EU verbessere den Alltag – etwa durch
einheitliche Ladekabel oder günstigeres Telefonieren im Ausland – und
sei zugleich ein Garant für Frieden und Freiheit.
Angesichts der Wahlen zum Europäischen Parlament, die alle fünf
Jahre stattfinden und zuletzt 2024 abgehalten wurden, hob Ludwig
hervor: „Bei den Europawahlen können Sie und könnt ihr mitbestimmen,
was in Europa, in unserem Land und in unserer Stadt passiert.“ Europa
werde in den Regionen und Städten konkret umgesetzt, auch in Wien.
Die Veranstaltung „Europa in meiner Schule“ sei eine Einladung, offen
über Errungenschaften und aktuelle Herausforderungen zu sprechen.
„Wir alle sind Europa. Herzlich willkommen, mitten in Europa, mitten
in Wien, im Wiener Rathaus“, so Ludwig abschließend zu den jungen
Teilnehmer*innen, auf die unter anderem noch ein Austausch mit Expert
*innen beim „World Café“ und eine Schnitzeljagd zu EU-geförderten
Projekten wartete. (Schluss) red